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Leichtathletik
Leichtathleten fallen in den Jungbrunnen

Leichtathletik: Leichtathleten fallen in den Jungbrunnen
Die ehemalige Weltklasse-Sportlerin Maren Schott - hier beim Zieleinlauf über 800 Meter - war aus der Schweiz angereist. FOTO: Heinz Spütz
Kevelaer. Deutsche Team-Meisterschaft der Senioren im Kevelaerer Hülspark-Stadion. Rund 600 Sportlerinnen und Sportler kämpften um Medaillen und erzielten dabei erstaunliche Resultate. Von Heinz Spütz

Sorgenvolle Mienen am frühen Samstagmorgen bei den Veranstaltern. Der Regen schien sich einfach keine Pause gönnen zu wollen. Aber gerade noch rechtzeitig um kurz vor 10 Uhr hellten sich der Himmel und damit auch die Gesichter der Athleten und Verantwortlichen auf.

Einmal mehr war die Marienstadt Kevelaer das Mekka der besten Leichtathletik-Senioren aus ganz Deutschland. Die Leichtathletikabteilung des KSV um Leiter Ulrich Heßing richtete die Endkämpfe um die Deutsche Teammeisterschaft aus. Monatelang hatte ein Organisationsteam des Vereins die bei den Sportlerinnen und Sportlern überaus beliebte Großveranstaltung im Kevelaerer Hülsparkstadion vorbereitet. Vor Ort waren rund 120 ehrenamtliche Helfer im Einsatz, die einen reibungslosen Ablauf der Titelkämpfe ermöglichten.

Rund 600 Wettkämpfer von 50 Vereinen aus ganz Deutschland sorgten für Hochbetrieb im "Wohnzimmer" des Kevelaerers Franz Josef Probst, Ehrenpräsident des Leichtathletik-Verbandes Rheinland. Und bei den Titelkämpfen handelt es sich keinesfalls um ein gemütliches Stelldichein ehemaliger Leistungssportler, die etwas körperliche Ertüchtigung betreiben. Kleines Beispiel gefällig ? Volker Dannenberg, Startgemeinschaft Hünxe/Bedburg, 62 Jahre alt, 100 Meter in 13,34 Sekunden ! Noch Fragen ?

Oder aber die ehemalige Weltklasse-Sportlerin Maren Schott vom TSV Bayer 04 Leverkusen. Die Topathletin, die mittlerweile in der Altersklasse "W 40" startet, entschied zunächst das 800-Meter-Rennen in passablen 2:21,19 Minuten für sich und war anschließend noch im Weitsprung, über 400 Meter und in der Staffel im Einsatz. Schott war erst kurz zuvor aus der Schweiz mit dem Flugzeug angereist, um für die Leverkusener Auswahl fleißig Punkte sammeln zu können.

Und dann war da noch der älteste Wettkämpfer, Willi Klein von Lok Leipzig. Der 79-Jährige hatte bereits acht Stunden Anreise im Mannschaftsbus hinter sich, ehe er gleich in vier Disziplinen (Weitsprung, Kugelstoßen, Diskus, 4-mal-100-Meter-Staffel) an den Start ging. "Ich denke gar nicht daran, meine sportliche Laufbahn zu beenden. Wettkämpfe sind das Salz in der Suppe. Wobei es mir nicht so sehr auf Medaillen ankommt. Davon habe ich schon genug zu Hause hängen", erzählte der rüstige Senior mit einem Augenzwinkern. Am Rande der roten Kunststoffbahn lobten die Sportlerinnen und Sportler die niederrheinische Gastfreundschaft, die Atmosphäre im Hülspark-Stadion und die Organisation seitens des Kevelaerer SV in den höchsten Tönen gelobt.

Nach getaner Arbeit und der letzten Siegerehrung zog Ulrich Heßing eine überaus positive Bilanz. "Es gab keine nennenswerten Zwischenfälle. Wir haben das straffe Programm sehr gut abgewickelt. Auch die Beobachter vom Deutschen Leichtathletik-Verband haben uns anschließend zu einer rundum gelungenen Veranstaltung gratuliert", berichtete der Kevelaerer Abteilungsleiter. Eindeutiger Beweis für die Wohlfühl-Atmosphäre: Kein einziger Athlet verließ vorzeitig das Hülspark-Stadion.

Quelle: RP
 
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