| 00.00 Uhr

Leichtathletik
LLG Kevelaer ist erstes Opfer der neuen Maut

Leichtathletik: LLG Kevelaer ist erstes Opfer der neuen Maut
Auch die "Stimme des Niederrheins" spricht sich gegen die drastische Gebührenerhöhung aus: Laurenz Thissen vom TSV Weeze. FOTO: Gottfried Evers
Gelderland. Die Organisatoren von Volksläufen sollen ab 1. Januar einen Euro für jeden Starter zahlen, der das Ziel erreicht. Der Protest ist groß. Laurenz Thissen (TSV Weeze) befürchtet sinkende Teilnehmerzahlen. Von Volker Himmelberg

Über diese Besonderheit ist die Langlauf-Gemeinschaft (LLG) Kevelaer überhaupt nicht erfreut. Wenn der Deutsche Leichtathletik-Verband die geplante Lauf-Maut zum 1. Januar 2016 einführt, ist die LLG Kevelaer der erste Verein in Deutschland, der zur Kasse gebeten wird - die 14. Auflage des Kevelaer-Marathons ist für Sonntag, 10. Januar, angesetzt. Künftig sollen die Organisatoren von Volks- und Straßenläufen für jeden erwachsenen Teilnehmer, der ins Ziel gelangt, einen Euro zahlen - der DLV verspricht sich davon zusätzliche Millioneneinnahmen.

Im wahrsten Sinne des Wortes läuft die Szene gegen diese Pläne Sturm - auch im Gelderland und am Niederrhein. Wer die Homepage der LLG Kevelaer besucht, wird sofort auf eine Online-Petition der "German Road Races" verwiesen - dahinter verbirgt sich die Interessen-Gemeinschaft der Organisatoren von Laufveranstaltungen mit Sitz in Berlin. "Stoppt die Laufmaut - ein Euro Finisher-Gebühr ist zu viel" lautet der Titel der Petition, die innerhalb von nur zehn Tagen bereits 1538 Läufer und Läuferinnen unterzeichnet haben - beinahe minütlich werden es mehr.

Von den Unterstützern muss sich DLV-Präsident Clemens Prokop, der in Zusammenhang mit der "Gebührenanpassung" von einer "großen Chance, den Laufsport in Deutschland zu fördern" gesprochen hatte, heftige Vorwürfe gefallen lassen. "Sie machen den Laufsport kaputt und sind ein Geldgeier", lautet einer von vielen Kommentaren entrüsteter Sportler.

Klare Ansage: Die Internet-Petition erhält viel Zuspruch. FOTO: German Road races

Moderatere Töne schlägt die "Stimme des Niederrheins" an. "Ich kann zwar auf der einen Seite verstehen, dass der Verband zusätzliche Einnahmen benötigt. Doch die Verantwortlichen haben das nötige Fingerspitzengefühl vermissen lassen. Gegen eine schrittweise Erhöhung hätte wahrscheinlich niemand etwas gesagt. Aber ein Euro ist tatsächlich einfach zu viel", sagt Laurenz Thissen, der als launiger Moderator von Volksläufen weit über die Region hinaus bekannt ist.

Der 66-Jährige, der vor kurzem zum Beisitzer des Leichtathletik-Kreisverbandes Kleve ernannt worden ist, organisiert für seinen Heimatverein TSV Weeze seit Jahren zwei beliebte Veranstaltungen, die in Zukunft von der Maut betroffen sind: den Weezer Halbmarathon (Pfingstmontag) und den Weezer Staffellauf, der traditionell im September stattfindet. "Wenn die Maut kommt, bleibt den kleinen Vereinen gar nichts anderes übrig, als das Startgeld zu erhöhen. Und das führt zu sinkenden Teilnehmerzahlen. Zumal viele Läufer ohnehin schon wegen des Event-Charakters die Großveranstaltungen bevorzugen", befürchtet Thissen.

Aktuell führen die Vereine zwischen 30 und 50 Cent pro Starter an den Verband ab - abhängig von der Größe der Veranstaltung und den Teilnehmerzahlen. Angesichts des Widerstandes, der sich an der Basis regt, hat Thissen die Hoffnung, dass der DLV einlenkt und von der drastischen Erhöhung absieht: "Die Verantwortlichen müssen erkennen, dass erheblicher Rede- und Informationsbedarf besteht."

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Leichtathletik: LLG Kevelaer ist erstes Opfer der neuen Maut


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.