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Handball
Medaillen für eine spektakuläre Saison

Aldekerk. Handball-Oberligist TV Aldekerk gewann auch sein letztes Meisterschaftsspiel in der laufenden Saison gegen den TV Jahn Hiesfeld. Diesmal hieß es 32:29 (17:15). Im Spiel des Niederrheinmeisters glänzte jedoch gestern nicht alles. Von Reinhard Pösel

Zu ungewohnter Zeit am späten gestrigen Vormittag empfing der Niederrheinmeister TV Aldekerk den TV Jahn Hiesfeld. Vor dem Spiel gab es Medaillen der Verbandsoffiziellen und für jeden Spieler und Verantwortlichen des TV Aldekerk von den gut gefüllten Rängen in der Vogteihalle viel Beifall.

Trainer Achim Schürmann hatte seine Mannschaft bereits im Vorfeld der Partie geradezu mit Lob überschüttet. Das auch deshalb, weil er als Perfektionist nach einem Spiel häufig das Haar in der Suppe sucht und auch findet. "Damit mir das diesmal nicht wieder passiert, sage ich es vor dem Spiel. Ich habe einen Riesenrespekt vor der Leistung der Mannschaft. Wenn man in der vierten Lage mit nur einer Niederlage und einem Unentschieden die Saison beendet, dann kann man nur mit einer tiefen Verbeugung vor die Mannschaft treten und den Hut ziehen." Die jetzt noch anstehenden Aufstiegsspiele gegen den Longericher SC am 2. Mai auswärts und am 9. Mai am Slousenweg können allenfalls noch aus einem kleinen ein großes I machen.

Im letzten Saisonspiel, das 26. seit vergangenem September, wollten die Grün-Weißen noch einmal eine Demonstration ihres Könnens zeigen. Auch wenn Fabian Schneider und Christoph Kleinelützum, deren Tore viel zum Titel beigetragen haben, sich die Begegnung von außen ansehen mussten. "Bei beiden wollten wir von Longerich kein Risiko eingehen", sagte Schürmann, der stattdessen allen Spielern aus seinem Kader Einsatzseiten gab. So auch Christopher Tebyl und Semir Greven, die zwischendurch in der Saison immer mal wieder ausgeholfen hatten. Von daher stand phasenweise eine Aldekerker Formation auf der Platte, die nicht bis in den letzten Winkelzug eingespielt war. Deshalb fanden die Hiesfelder häufig die Gelegenheit, einen scheinbar vorentscheidenden Rückstand aufzuholen und die Partie bis auf die Zielgerade eng und spannend zu halten.

Doch es gab auch im gestrigen Spiel eine Reihe exzellenter Momente, die noch einmal mit allem Nachdruck unterstrichen, weshalb der ATV von den 26 Pflichtspielen in der Oberliga unglaubliche 24 (!) gewonnen hat. Da prügelte geradezu der gestern mit einer großen Spiellaune ausgestattete Lukas Hüller ein Tempo in die Angriffskombinationen, dass es den Zuschauern eine helle Freude war. Überhaupt dieser junge Spielgestalter, der vor der Saison vom TV Lobberich an den Slousenweg kam und ein Wechsel auf die Zukunft darstellen sollte, hat für tolle Momente gesorgt. Selbst wenn ihm bisweilen die Pferde durchbrennen, wie Schürmann anmerkte, und er sich Würfe gestattet, die er in engen Spielen tunlichst vermeiden sollte. Beeindruckend ist jedesmal wieder auch sein Spiel vor der eigenen Deckung, mit welcher Aufmerksamkeit er in die gegnerische Pässe prescht und den schnellen Gegenstoß einleitet. Doch er wäre ein einsamer Kämpfer, wenn seine Mitspieler nicht auf ihre Art mit seinen Ideen auf einem derart exzellenten Niveau etwas anzufangen wüssten.

Von daher konnte Trainer Schürmann über die gestern insgesamt nicht meisterliche Leistung seiner Schützlinge auch überhaupt nicht böse sein. "Wichtig waren die beiden Punkte, die wir unter allen Umständen noch holen wollten, um die Saison zu krönen, und dass keine weiteren Verletzungen dazu gekommen sind." Mit der letzten Aktion im gestrigen Spiel betrachtete der Aldekerker Trainer das Spiel gegen Hiesfeld bereits als abgehakt. "Ab jetzt gilt unsere ganze Konzentration im Training der Vorbereitung auf das erste Aufstiegssspiel am kommenden Samstag", sagte Schürmann.

ATV: Thommessen, Lindenau - Jentjens (9), Hüller (6), C. Greven (5), Kempmann (4), Culm (3), Mumme (3/3), Tebyl (1), Dickel (1), S. Greven, Küsters und Rampyapedi.

Quelle: RP
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