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Leichtathletik
Mit Vollgas über die glitschige Tartanbahn

Kevelaer. Bei der 43. Deutschen Leichtathletik-Teammeisterschaft der Senioren in Kevelaer nehmen 600 Athleten aus ganz Deutschland teil. 50 Mannschaften kämpfen um zehn Meistertitel. Auch der Regen kann den Spaß nicht trüben. Von Christian Cadel

Ulrich Heßing, Leiter der Leichtathletik-Abteilung des Kevelaerer SV, konnte seinen Stolz über das, was seine 50-köpfige Mannschaft und rund 70 Helfer aus den Verbänden auf die Beine gestellt hatten, nicht verbergen. Wieder einmal war es dem Verein gelungen, eine große Leichtathletik-Meisterschaft in die Marienstadt zu holen.

Rund 600 Athleten aus ganz Deutschland waren gekommen, um sich bei der mittlerweile 43. Deutschen-Teammeisterschaft zu messen. "Ich bin bombig zufrieden. Alles hat super funktioniert. Ein großes Lob gilt den vielen Helfern, die mit dafür gesorgt haben, dass alles so reibungslos abgelaufen ist", sagte Heßing nach dem langen Wettkampftag rund um das Hülsparkstadion.

Genau 50 Mannschaften wetteiferten in insgesamt zehn Altersklassen um die begehrten Meistertitel. Während das Diskuswerfen außerhalb des Stadions stattfand, konnten die rund 500 Zuschauer im Kevelaerer Rund Hochsprung, Weitsprung, Kugelstoßen sowie 100-/800-/ und 3000 Meter-Läufe hautnah verfolgen. Passenderweise fanden gegen Ende des Wettkampftages die 4x100-Meter-Staffelläufe statt, in denen sich jede Mannschaft nochmals beweisen konnte, um wichtige Punkte fürs Gesamtkonto zu verbuchen.

In jeder Disziplin wurden Punkte vergeben, die am Ende zusammengezählt wurden, um die glücklichen Siegerteams zu ermitteln. Wie es sich für eine Deutsche Meisterschaft gehört, hatte auch alles seine Ordnung. Deutlich wurde das nicht nur in den Einzelwettkämpfen, in denen die Wertungsrichter jede Leistung notierten, sondern vor allem bei den Staffelläufen. An den Wechselstationen schoben viele fleißige Kampfrichter ihren Dienst, notierten die Namen der Athleten und signalisierten dann mit einer weißen Fahne, dass der Startschuss fallen kann.

Während einige Mannschaften Probleme bei den Wechseln hatten, machten es andere wiederum besser und zogen souverän ihre Runde auf der Tartanbahn. Die war nach ergiebigen Regengüssen ordentlich nass, was es für die Athleten nicht gerade leicht machte. "Wir hatten Glück, dass keine größeren Verletzungen geschehen sind. Bis auf einige Pflaster hatten die Sanitäter nicht viel zu tun", sagte Heßing.

Auch beim Diskuswurf sorgte das nasse Wetter für Vorsicht bei den Athleten. Christina Bösch vom Team StG Paderborn/Neuhaus/Höx hatte indes keine größeren Probleme - im Gegenteil: "Der Ring war zwar nass und glitschig, trotzdem konnte ich meine persönliche Bestleistung auf 32,10 Meter steigern", sagte die Diskuswerferin zufrieden. Auch ihre Mannschaftskolleginen stellten sich in ihren Disziplinen gut an. Das zahlte sich am Ende aus.

Zusammen erreichte das Team in der Altersklasse W40 den ersten Platz und feierte den Deutschen Meistertitel. Eine spezielle Vorbereitung hatte es nicht gegeben. Da die Mannschaft aber vor wenigen Wochen schon bei den Senioren-Weltmeisterschaften in Lyon dabei war und dort auch gut abschnitt, hatten die Damen aus Westfalen genug Praxis in den Beinen und Armen, um in Kevelaer zu bestehen.

Nach fast zehn Stunden hatten die meisten der 600 Teilnehmer auch noch genug Luft, um über die einzelnen Leistungen und Platzierungen lebhaft zu diskutieren. "Viele Teams sind schon einige Tage vorher angereist. Mehr als zehn haben sogar einen Tag zuvor die Gelegenheit genutzt, um hier im Hülsparkstadion zu trainieren. Dabei muss man auch sagen, dass die Zusammenarbeit mit der Stadt Kevelaer und dem Verkehrsverein super geklappt hat", lobte Heßing, der das Großevent gemeinsam mit den beiden Verbänden DLV und LVN sowie seinem tatkräftigen Helferteam geplant hatte. "Es ist durchaus vorstellbar, dass wir in naher Zukunft wieder eine Deutsche Meisterschaft nach Kevelaer holen", kündigte Heßing an.

Bedauerlich war nur die Tatsache, dass sich keine einzige Mannschaft aus dem Kreis Kleve für die Deutschen Teammeisterschaften der Senioren qualifiziert hatte. "Das ist wirklich schade. Die Leichtathletik hat im Kreis Kleve momentan zu kämpfen. Das Problem ist, dass viele junge Leute zum Studieren oder Arbeiten in größere Städte ziehen und sich dort den größeren Vereinen anschließen. Alle Verantwortlichen müssen in Zukunft versuchen, dem Problem etwas entgegenzusetzen, damit sich die Leichtathletik im Kreis wieder entwickeln kann", hielt Heßing fest.

Quelle: RP
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