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Handball
Nach der Pflicht in Solingen heute die Kür

Handball: Nach der Pflicht in Solingen heute die Kür
Vor ziemlich genau zwölf Monaten spielte der TV Aldekerk das letzte Mal vor heimischer Kulisse gegen ART Düsseldorf. Da lief nicht alles nach dem Geschmack von Trainer Achim Schürmann, der sich seine Spieler während einer Auszeit mit deutlichen Wort zur Bust nahm. FOTO: Markus van Offern
Aldekerk. Handball-Oberliga: Den Handballern des TV Aldekerk stehen innerhalb von acht Tagen zwei Top-Begegnungen ins Haus. Heute gastiert der ART Düsseldorf in der Vogteihalle, eine Woche später die SG Langenfeld. Anwurf um 19.30 Uhr. Von Reinhard Pösel

Wer am vergangenen Sonntag nicht direkt nach dem Schlusspfiff die Solinger Klingenhalle verließ, der erhielt einen Eindruck davon, wie sich die Aldekerker Spieler inklusive der Trainer über den geglückten Einstand in das neue Sportjahr freuten. Alle zusammen bildeten sie einen großen Kreis, legten den Nachbarn die Arme auf die Schultern und brachten anschließend mit der entsprechenden gesanglichen Untermalung das Gesamtgebilde auf Geschwindigkeit. Auch wenn es auf dem Parkett der für ein Oberligaspiel überdimensionierten Spielstätte nicht in allen Phasen eine handballerische Großtat war, so feierten die Aldekerker dennoch diesen Pflichtsieg, weil er ihnen den Rücken freimacht für die Dinge, die man gemeinhin im Sport unter dem Begriff "Kür" subsummiert.

Nicht anders sieht das ATV-Trainer Achim Schürmann, der im Übrigen so unzufrieden über den Auftritt seiner Mannschaft in Solingen gar nicht einmal war. Letzten Endes hatten seine Spieler nur für knapp zehn Minuten den Faden verloren und eine Reihe von Würfen im gegnerischen Gehäuse nicht unterbringen können. "Die Jungs haben sich nach dem plötzlichen Drei-Tore-Rückstand Mitte der zweiten Halbzeit aber wieder am Riemen gerissen, sich der eigenen Qualität besonnen und getragen von einer dann wieder stärker werdenden Abwehr den Sieg sicher nach Hause gefahren", sagt Schürmann, für den am Abend des vergangenen Sonntags in erster Linie die beiden gewonnenen Punkte zählten.

Auch wenn man sich im Sport nicht zu weit aus dem Fenster lehnen sollte, versieht der Aldekerker Coach seine Aussage mit einer kleinen Einschränkung, sei man der Qualifikation für die zukünftige Nordrhein-Liga mit den acht besten Mannschaften vom Nieder- und Mittelrhein "ein großes Stück näher gekommen". Das nach 13 von 24 Spielen herausgearbeitete Polster der Grün-Weißen auf die Gefahrenzone beträgt jetzt zehn Zähler.

Kein Ruhekissen zwar, aber ein ausreichend großer Abstand, um sich laut Schürmann "in den kommenden Wochen um das Geschehen ganz oben zu kümmern". Das Erfreuliche an dieser Konstellation ist, dass aus diesem Spektrum an Aufgaben zwei in den nächsten acht Tagen in der Vogteihalle zu sehen sein werden. Heute Abend macht zunächst der Tabellensechste ART Düsseldorf seine Aufwartung am Slousenweg in Nieukerk, eine Woche später kommt der Tabellenzweite SG Langenfeld an den Niederrhein. Danach geht's zu den Wölfen nach Rheinhausen. Bei dem Programm fällt es nicht schwer, der Aussage von Schürmann zu folgen, die da lautet, seine Mannschaft müsse sich in diesem Jahr den Karneval richtig verdienen.

Der Fokus liegt aktuell auf dem heutigen Spiel gegen ART Düsseldorf, der zwar drei Tabellenplätze, aber nur einen Punkt hinter dem ATV liegt. Schürmann bleibe hinsichtlich der Spielstärke des Gegners bei seiner Aussage, die er schon vor Beginn der Saison getätigt habe. "Für mich ist der ART ein Favorit auf die Meisterschaft." An dieser Aussage hält der Aldekerker fest. Wenngleich seine Mannschaft eben diesen ART im Hinspiel mit 39:35 schlagen und ihm eine von bisher vier Niederlagen beibringen konnte. "Das war ein herausragend gutes Spiel, wie ich es in der Oberliga seit Jahren nicht gesehen habe", erinnert sich Schürmann, der dem Sieg seiner Mannschaft deshalb einen besonderen Stellenwert beimisst. Dass sie imstande war, so einen tollen Handball zu zeigen, mache ihn auch im Rückblick auf diese Leistung noch mächtig stolz.

Beim ATV wird man nichts dagegen haben, wenn es heute Abend ähnlich gut wie im Hinspiel liefe. "Dazu wünscht sich die Mannschaft eine ebenso gut gefüllte Halle wie vor Weihnachten gegen die Panther und nach Möglichkeit eine Wiederholung der damals herrschenden sensationellen Stimmung", sagt Schürmann. Wenn das Gesamtpaket stimme und jeder Aldekerker Spieler seine Leistung bringe, werde es heute Abend auf viele Details ankommen, die über Sieg und Niederlage entscheiden. Über den eigenen Angriff macht sich Schürmann dabei die geringsten Gedanken. Das überrascht nicht, weil die Offensive durch die Rückkehr von Mittelmann Lukas Hüller an taktischen und spielerischen Optionen enorm dazu gewonnen hat. "Auf die Abwehr wird es ankommen", betont Schürmann. Gegen so exzellente Handballer wie Patrick Ranftler, Timo Heuft, Philip d'Avoine und die Lipperson-Brüder müsse man eng stehen und Beton anrühren.

Quelle: RP
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