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Handball
Neuer Vorstand - neuer Schwung - neue Ideen

Geldern. Der TV Geldern möchte seine Handball-Abteilung langfristig wiederbeleben. Der TV Aldekerk greift dabei unter die Arme. Von Norbert Hemmersbach

Es sieht bezaubernd aus, wenn Kinder und Jugendliche in der Kerkener Vogteihalle im Rudel dem Ball hinterherjagen, wenn sie dann in der Halbzeitpause mit gezielten Würfen aufwarten und anschließend den Torjubel aus der ersten Mannschaft kopieren. Die etwas älteren Jugendlichen spielen mit den ganz Kleinen, aber in den wenigen Minuten zählen eigentlich keine Altersunterschiede, weil sie am Ende eben doch alle nur spielen wollen - Und das geht auch ohne Eltern und Erwachsene.

In der Sporthalle "Am Bollwerk" wird es am 6. September ebenfalls nicht um das Siegen gehen, sondern um das Spielen. Der TV Geldern lädt zu einem Schnuppertag ein. Sollte der halten, was der Vorstand sich von ihm verspricht, dann würde die Handballabteilung des Vereins mit zwei Jugendmannschaften in die neue Saison starten. Deshalb ihre Botschaft: "Das müssen wir eigentlich schaffen." E- und F-Jugendliche können beispielsweise zu den Kinderteams gehören, die für den Spielbetrieb angemeldet würden. Sapperlot, das wäre ein Anfang. Unterstützung erhalten die Gelderner dabei durch den TV Aldekerk. Frank Petroschinski, der umtriebige Vorsitzende des TV Geldern, schildert die angepeilte Mini-Kooperation mit den Aldekerkern so: "Noch ist sie ein ganz zartes Pflänzchen."

Er kann sich der angepeilten Sache allerdings sicher sein - so wie auch von der Unterstützung des Aldekerker Vorstandes, der sich sehr freuen würde, wenn die Handballabteilung des TV Geldern die Kurve bekommen würde. Nicht, dass der mitgliederstarke Verein darben musste: Er steht wirtschaftlich auf einem festen Fundament. Aber der Handball hat in den vergangenen Jahren doch großen Schaden genommen.

"So langsam kommt jetzt aber Schwung in die Sache", spürt Übungsleiterin Barbara Klinkhammer, die schon ewig beim TV Geldern ist, aber bisher noch keine Jugendmannschaft dem Handballverband melden konnte. Das lag aber nicht an Barbara Klinkhammer. Das lag, ohne die frühere Führung zu kritisieren, in den zurückliegenden Jahren wohl mehr an einigen Unstimmigkeiten - eine traurige Angelegenheit.

Zum Wohl des Gelderner Handballs wirft sich jetzt der junge Vorstand des TV ins Getümmel. Es gibt für ihn schließlich viel zu tun. Das weiß er auch. "Wir wären überglücklich und froh, wenn sich wieder eine Handballabteilung in unserem Verein etablieren würde", sagt er deshalb in Demut. Denn so beträchtlich die Strahlkraft des ATV auch sein mag, so ist Frank Petroschinski bei der Mini-Kooperation doch auch Realist genug, um zu wissen, dass der Handball in Geldern natürlich nicht auf einen Schlag eine Kehrtwende vollziehen kann.

Das wird dauern. Man wird aber sehen, was nach dem Schnupperkurs Anfang September passiert. ATV-Abteilungsleiter Carsten Hilsemer, der gemeinsam mit Karsten Wefers bei diesem Projekt so was wie ein "Entwicklungshelfer" ist, wird diesen Neuanfang in Geldern fachlich begleiten - im Übrigen mit Zustimmung des ATV-Vorstandes.

Das ist natürlich ein Riesenglück für den TV Geldern, der 1862 gegründet wurde, und in seinen ersten Jahren so etwas wie die Wiege des Handballsports im Gelderland war.

Das ist dem aktuellen Vorstand eine Verpflichtung. Er wendet sich der Zukunft mit frischen Gesichtern und neuen Ideen zu. Am liebsten würde er sich schon heute in das Morgen stürzen. Das verlangt allerdings auch eine ganze Menge Mut. Die muss der neue Vorstand haben. Geschäftsführer Swen Fischer sieht den Schnupperkurs als ein vertretbares Nahziel. Damit hat er seinen Vorstandskollegen aus der Seele gesprochen.

Quelle: RP
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