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Handball
"Nicht-Abstieg wäre ein Riesenerfolg"

Handball: "Nicht-Abstieg wäre ein Riesenerfolg"
Nils Wallrath (l.) steckt mit seinem Team mitten in der Vorbereitung auf die neue Oberliga-Saison. Trainingspausen - wie in dieser Szene - sind kurz. FOTO: Heinz Spütz
Geldern. Nils Wallrath, Trainer des TV Aldekerk II, steht mit seinem Team kurz vor dem Start in die Handball-Oberliga der Männer. Der Coach schätzt die neue Spielklasse als sehr temporeich ein. Einige neue Spieler werden das Team verstärken. In der Defensive muss aber noch einiges verbessert werden.

Herr Wallrath, Sie haben mit Ihrer Mannschaft in der Verbandsliga als Aufsteiger einen sensationellen Durchmarsch in die Oberliga hingelegt. Ist in der neuen Saison wieder mit einem solchen Durchmarsch zu rechnen?

Wallrath (lacht) Das ist mit Sicherheit vollkommen unmöglich. Wir leben einzig und alleine von unserem Teamgeist, dem absolutem Spaß am Handball und sind wahrscheinlich eine der wenigen Ausnahmen, die in der Oberliga ohne finanzielle Unterstützung oder Aufwandsentschädigungen auskommen müssen. Deshalb wäre der Nichtabstieg schon ein Riesenerfolg für uns.

Wie sieht die Vorbereitung für das Abenteuer Oberliga aus? Werden Sie ein anderes Spielsystem ausprobieren?

Wallrath Natürlich wird das Training in allen Bereichen angezogen. Ich habe den Vorteil, eine eingespielte Mannschaft zu haben, und darauf werde ich aufbauen. Wir werden auf jeden Fall versuchen, in den Spielen weiterhin ein hohes Tempo zu gehen. Im Defensivbereich muss ganz sicher aber einiges verbessert werden. Zudem wird unser bereits recht gutes Kombinationsspiel einen zusätzlichen Feinschliff erhalten.

Gibt es personelle Veränderungen?

Wallrath Mit Lukas Saars, Peter Peschers und Simon Niedling kommen drei junge Spieler zu uns, die vor zwei Jahren als A-Jugendliche beim ATV Niederrheinmeister wurden. Dann stößt Andy Schierhölter, mit dem ich in Krefeld bei Adler Königshof in der 3. Liga gespielt habe, als erfahrener Spieler zur Mannschaft, der der Abwehr mehr Stabilität verleihen soll.

Was ist Ihrer Meinung nach aus rein sportlicher Sicht der gravierendste Unterschied zwischen der Verbandsliga und der Oberliga?

Wallrath Ganz klar die physische Stärke und die technische Qualität der Spieler. Auch die Torhüter werden deutlich stärker halten.

In der neuen Spielklasse wird sich die Mannschaft vermutlich wieder an Niederlagen gewöhnen und in jedem Spiel ihr maximales Potenzial abrufen müssen. Sehen Sie als Trainer mögliche Probleme auf sich selbst zukommen?

Wallrath (lacht) Das hat sich die Mannschaft doch selbst eingebrockt. Als wir Mitte der vergangenen Saison auf dem ersten Tabellenplatz standen, habe ich die Mannschaft gefragt, ob sie aufsteigen will oder nicht. Sie wollte. Uns ist bewusst, was da auf uns zukommen wird, aber wir gewinnen zusammen und wir werden auch zusammen verlieren. So haben wir es in der Vergangenheit auch gehalten. Wir haben jetzt zwei wirklich gute Jahre erlebt. Die meisten Spieler sind alle noch sehr jung. Ganz klar wird die Oberliga für sie ein Lernprozess werden, aber in einer solchen Situation kann man als Spieler reifen und langfristig von dieser Erfahrung profitieren.

Werden Sie wieder als aktiver Spielertrainer ins Geschehen eingreifen?

Wallrath Ob ich noch als Spieler ins Geschehen eingreifen werde, ist momentan schwer zu sagen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass mich mein Job an der Seitenlinie voll auslasten wird.

Wann beginnt die Saison?

Wallrath Am 16. September geht es für uns mit dem Auswärtsspiel bei der SG Überruhr los. Dort erwarten uns wahrscheinlich 500 Essener Fans, die ihr Team frenetisch nach vorne peitschen werden.

HEINZ SPÜTZ STELLTE DIE FRAGEN

Quelle: RP
 
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