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Handball
Ob in Grün oder Pink, der ATV gewinnt

Handball: Ob in Grün oder Pink, der ATV gewinnt
FOTO: Spütz Heinz
Aldekerk. Handball-Regionalliga: Die Herren des TV Aldekerk sind bisher noch ungeschlagen. Heute Abend erwarten sie den stark einzuschätzenden Pulheimer SC. Anpfiff in der Sporthalle am Nieukerker Slousenweg ist um 19.30 Uhr. Von Reinhard Pösel

Nähern wir uns mit einem kleinen Schlenker dem dritten Auftritt der Aldekerker Herren in der Handball-Regionalliga Nordrhein. Da saß am vergangenen Dienstagabend nach dem Champions-League-Spiel im Westfalenstadion Dortmunds Trainer Thomas Tuchel neben dem großen Zinédine Zidane, Trainer der Königlichen aus Madrid.

Beide in feines Tuch gehüllt, wie es sich wohl gehört, wenn sich die zu verantwortenden Mannschaften auf der höchsten Ebene des europäischen Fußballs gegenüber stehen. Das Spiel zuvor war 2:2 ausgegangen, und Tuchels Mannschaft war den Madrilenen taktisch wie spielerisch auf Augenhöhe begegnet. An eine solche herausragende Leistung seiner Mannschaft habe er im Vorfeld des Spiels nicht einmal im Traum gedacht, sagte Tuchel auf die Frage eines Journalisten.

Von dieser Äußerung des Dortmunder Cheftrainers ist es jetzt gar nicht mehr so weit bis zu den Handball-Herren des TV Aldekerk. Denn auch die hatten nach der nicht in allen Phasen optimal verlaufenden Saisonvorbereitung nicht im Traum daran gedacht, dass sie einen derart optimalen Saisonstart hinlegen würden. Schon gar nicht, als ihnen der Spielplan auf den Tisch flatterte und sie konstatieren mussten, dass die Aldekerker es zum Start mit den hoch gehandelten Bergischen Panthern sowie dem letztjährigen Mittelrhein-Vizemeister TV Jahn Köln-Wahn zu tun hatten.

ATV-Coach Achim Schürmann stellte sich vorsorglich schon einmal in den Wind und bereitete die Anhänger seiner Mannschaft darauf vor, dass vor dem jetzt anstehenden zweiten Heimspiel seiner Truppe durchaus auf der Habenseite immer noch die Null stünde. Doch dann kam es anders, ganz anders. Zum Erstaunen der allermeisten Beteiligten. Zuerst wurden die Panther bezwungen und eine Woche später dann auch noch in der Sporthalle des TV Köln-Wahn gewonnen. Mal in grünen, mal in pink-farbenen Trikots - die Feuertaufe der zu Saisonbeginn neu angeschafften Shirts hätte erfolgreicher nicht sein können.

In beiden Begegnungen stimmt die Einstellung der Mannschaft, die Spieler hielten sich zudem an die Vorgaben und ordneten ihre reichlich vorhandenen individuellen Qualitäten dem Gemeinwohl unter. Und siehe da: Was Schürmann schon in der vergangenen Saison häufiger gepredigt hatte, dass die Aldekerker als Mannschaft jedem Gegner unangenehm werden könne, bestätigte sich. Und dabei gab es für die Aldekerker in beiden Spielen zwei richtig heikle Situationen zu be- und zu überstehen, nachdem ein Vorsprung von vier, fünf Toren jeweils eine Viertelstunde vor dem Abpfiff auf ein Unentschieden zusammen schmolz. Tobias Dickel, seit Beginn dieser Saison spielender Co-Trainer der Aldekerker Herren, sieht keinen Zufall darin, dass die Mannschaft mit eigenen Mitteln die schwierige Phase, in der sowohl das Spiel gegen die Panther, als auch das vor einer Woche im Kölner Süden hätte wie ein Brötchen auf die Butterseite fallen können. Doch es passierte in beiden Fällen nicht.

Wobei die Art und Weise, wie die Aldekerker den Kopf aus der Schlinge gezogen haben, ihren Anhängern Respekt abnötigen sollte. Es ist nicht selbstverständlich, in den letzten zehn Minuten eines Spiels in der vierthöchsten Spielklasse über genügend Kraft, Spielwitz und einen klaren Kopf zu verfügen. Wobei bei alledem nicht vergessen werden darf, dass der ATV auf Can Greven verzichten musste, der neben seinem bissigen Spiel in der Abwehr mit seiner Wurfkraft und Wurfgenauigkeit jedesmal für eine handvoll Tore gesorgt hatte.

Die Herren-Handballer des ATV haben in den beiden Auftaktspielen eine Menge Eigenwerbung für die heute Abend anstehende dritte Saisonbegegnung in der Regionalliga gesorgt - im Übrigen wohl genau die richtige Leistungsklasse für den ATV, der mit der bisher propagierten Vereinsphilosophie zwar das Zeug hatte, immer wieder mal in die 3. Liga aufzusteigen, aber sich dort nicht etablieren konnte. Im Gegensatz dazu scheint die Nordrhein-Liga mit der entsprechenden Leistungskonzentration der besten Oberligateams aus dem Nord- und Mittelrhein den Aldekerkern wie auf den Leib geschneidert zu sein.

Heute Abend um 19.30 Uhr nun haben die Jungs um Kapitän Jonas Mumme die Gelegenheit, gegen den Pulheimer SC in heimischer Umgebung ihre Erfolgsgeschichte fortzuschreiben.

Einfach dürfte es wieder nicht werden, denn mit dem Gegner aus dem Norden von Köln kommt der letztjährige Tabellendritte des Mittelrheins in die Vogteihalle. Mit anderen Worten: eine erneut reizvolle Aufgabe.

Quelle: RP
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