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Handball
Pure Lust auf Tore - bei 45 war Schluss

Handball: Pure Lust auf Tore - bei 45 war Schluss
Can Greven (2.v.r.) wechselte sich mit Richard Pasch auf der rechten Rückraumposition ab. Die Umstellung im Aldekerker Spiel war durch die Ausfälle der beiden Linkshänder Thomas Jentjens und Tobias Dickel nötig geworden. FOTO: Gerhard Seybert
Aldekerk. Handball-Regionalliga Nordrhein: Die Männer des TV Aldekerk deklassierten den sich gegen den Abstieg wehrenden VfB Homberg mit 45:27 (21:10). Die Schürmann-Truppe kam mit nur sieben Feldspielern und zwei Torhütern aus. Von Reinhard Pösel

Regionalliga-Handball in Homberg. Nach vielen Wochen der Nutzung als Flüchtlingsunterkunft konnte die Glückaufhalle wieder als Spielstätte genutzt werden. Allerdings schien der Hausmeister noch Mühe zu haben, die richtige Balance zwischen Innen- und Außentemperatur zu finden. Ergebnis war eine muckelige Wärme, die den Spielern auf dem Parkett reichlich Körner abverlangte.

Die Handballer des Gastgebers, die im Kampf um die Ligazugehörigkeit jeden Punkt benötigen, trafen an diesem Abend auf einen TV Aldekerk, der fürs Verteilen von Geschenken nichts übrig hatte. 10:21 lautete das Ergebnis aus Homberger Sicht nach den ersten 30 Minuten, 27:45 nach Halbzeit zwei. Brutaler, wie es die personell gehandicapte Mannschaft von Trainer Achim Schürmann an dessen zukünftiger Arbeitsstätte tat, kann eine Mannschaft in der vierthöchsten Liga kaum vorgeführt werden.

Nach knapp einer Viertelstunde hatte der TV Aldekerk mit seinen bekannt guten Offensivqualitäten und einer soliden Abwehrleistung dem VfB Homberg klar gemacht, dass für ihn an diesem Abend kaum etwas möglich sein wird. In Zahlen: 10:4 lag der ATV in Führung. "Damit hatten wir Homberg den Zahn gezogen", stellte Schürmann fest. Nicht weniger dominant trat der ATV in der übrigen Spielzeit auf. Nicht selbstverständlich, dass die Mannschaft des früheren Nationalspielers die Konzentration trotz des großen Vorsprungs während der kompletten Spielzeit hochhielt.

Der Aldekerker Trainer verwies auf die nicht optimalen Voraussetzungen seiner Mannschaft, die mit den verletzten Tobias Dickel und Thomas Jentjens auf zwei Linkshänder verzichten musste. Zudem wollten die Aldekerker vermeiden, den lange verletzt gewesenen Christoph Kleinelützum in diesem Spiel aufbieten zu müssen. So kamen auf Seiten der Aldekerker gerade einmal sieben Feldspieler zum Einsatz und zwei Torleute, die alle zusammen 60 Minuten lang gegen einen allerdings bedenklich schwachen Gegner einen prima Job machten, ohne einen Leistungseinbruch zu haben. "Wir haben unser Spiel im Training auf einen Rechtshänder auf der rechten Rückraumposition umgestellt. Ich muss den Spielern ein Kompliment machen, wie sie das im Spiel umgesetzt haben", sagte Schürmann.

Richard Pasch und Can Greven wechselten sich auf der rechten Rückraumposition ab und sorgten mit zusammen 15 Treffern für eine Torquote, wie sie Thomas Jentjens an besonders guten Tagen schon mal alleine bewerkstelligt. Julian Mumme, der die kommende Saison beim Drittligisten TV Korschenbroich spielen wird, füllte die linke Rückraumposition aus. Auf den Außenbahnen funktionierten Matome Rampyapedi und Janis Kempmann, die die weit überwiegende Zahl ihrer Würfe erfolgreich im gegnerischen Kasten unterbrachten. Auf der Zentrale schließlich zog Lukas Hüller die Fäden - es war sein siebtletzter Einsatz in einem Pflichtspiel für den ATV, bevor er zur kommenden Saison in die Dritte Liga zum TV Schalksmühle-Halver wechselt. Gegen Homberg traf Hüller mit drei Treffern vergleichsweise selten. Doch wie der 21-Jährige die Angriffe seiner Mannschaft lenkte, mit welchem Tempo, welch großer Variabilität und Anspielen in die Tiefe und mit welcher Entscheidungssicherheit war einmal mehr eine Augenweide.

Die Kreismitte im Aldekerker Angriff füllte Jonas Mumme erstklassig aus, der die Anspiele seiner Mitspieler trotz bisweilen harter Gegenwehr des Gegners sicher verwertete. Und auch als Siebenmeterschütze blieb Mumme die Ruhe selbst. Sieben Mal trat er an, sieben Mal legte er den Ball ins Netz, jedes Mal auf andere Weise. Insgesamt kam der Kreisläufer als bester Torschütze seiner Mannschaft auf zwölf Erfolge. Er war es dann auch, der den ungewöhnlich hohen Sieg seiner Mannschaft nach Spielende einordnete. "Das wir so Handball spielen konnten, hatte auch viel mit dem Gegner zu tun", sagte er.

Quelle: RP
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