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Schwimmen
Rekordverdächtig

Schwimmen: Rekordverdächtig
Erst sieben Jahre alt und (fast) unschlagbar: Eelkje-Milena Burghardt. FOTO: Seybert, Gerhard (seyb)
Geldern. In den Bestenlisten des Deutschen Schwimm-Verbandes taucht immer häufiger der Name SC Delphin Geldern auf. Die Talente profitieren von der gezielten Förderung. Von Volker Himmelberg

Wenn Eelkje-Milena Burghardt ins Wasser gesprungen ist, gibt's kein Halten mehr. Das siebenjährige Mädchen hütet im Kinderzimmer einen Schatz. 45 Goldmedaillen und fünf Pokale für besondere Leistungen - davon kann so mancher im Laufe eines langen Sportlerlebens nur träumen. Das Goldmädchen aus dem Golddorf Winnekendonk ist das jüngste Talent, das Jörg Löcker, Cheftrainer des Schwimm-Clubs Delphin Geldern, und seine Kollegen hervorgebracht haben.

Hat kein Problem damit, dass ihre Vereins- und Klassenkameradin etwas schneller ist: Christina Sophia Bauten. FOTO: Seybert, Gerhard (seyb)

Die Zahlen sprechen für sich. In der aktuellen Bestenliste des Deutschen Schwimm-Verbandes für den Jahrgang 2007 taucht Eelkje-Milena über 50 Meter Brust (Kurz- und Langbahn) sowie 100 Meter Freistil jeweils auf Platz zwei auf. In den übrigen Disziplinen gehört sie jeweils zu den zehn schnellsten Schwimmerinnen ihres Alters in ganz Deutschland. "Nach Caroline Friedrich ist Eelkje das nächste ganz große Talent aus unseren Reihen. Im nächsten Jahr darf sie fast alle Strecken schwimmen und wird dann sicherlich für Furore sorgen. Sie bringt schon jetzt eine enorme Ausdauer mit und beherrscht beispielsweise auch das Delphinschwimmen sehr gut", lobt Jörg Löcker.

Wer das stets gut gelaunte Kind beim Training beobachtet, spürt schnell, dass es mit viel Spaß bei der Sache ist - von Verbissenheit keine Spur. "Ich laufe und turne auch gerne und singe im Winnekendonker Kinderchor. Und ich freue mich schon auf die nächsten Wettkämpfe. Denn in meinem Zimmer ist noch für mehr Medaillen Platz", erzählt Eelkje-Milena. Auffälliges Merkmal der erfolgreichen Gelderner Delphine: Alle Jungen und Mädchen, die in der Leistungsgruppe trainieren, verfügen über eine sehr gute Kondition und bevorzugen die längeren Strecken über 100 und 200 Meter. Der Trainer kennt die Gründe. "Auf den längeren Strecken lässt sich auch schon mal ein Fehler ausbügeln. Und unsere Kinder machen auf den Wettkämpfen meistens die Erfahrung, dass sie gegenüber den Schwimmern der anderen Vereine Vorteile haben. Und das ist natürlich ein zusätzlichen Ansporn erklärt Löcker.

Ärgert sich ein wenig darüber, dass sie am Neujahrstag 2006 zur Welt gekommen ist: Mia Verhasselt. FOTO: Seybert, Gerhard (seyb)

Zu den "Leidtragenden" der Ausnahmestellung, die Eelkje-Milena Burghardt in ihrem Jahrgang einnimmt, gehört übrigens eine Klassenkameradin. Christina Sophia Bauten, die bereits im Januar ihren achten Geburtstag gefeiert hat, besucht ebenfalls die Winnekendonker Overberg-Grundschule. Sie taucht in der DSV-Bestenliste mehrfach unter den "Top 100" auf. Und auch in ihrem Kinderzimmer stapeln sich die Medaillen - allerdings handelt es sich dabei in der Regel um silberne. Das Mädchen nimmt die Erfolge ihrer Freundin mit viel Humor. "Eelkje ist immer ein bisschen besser. Da kann man nichts machen", sagt Christina Sophia und strahlt dabei über das ganze Gesicht. Auch der Achtjährigen bleibt neben dem intensiven Schwimm-Training, das dreimal in der Woche im Parkbad Gelderland auf dem Programm steht, Zeit für andere Hobbys: "Ich reite sehr gerne und spiele Querflöte. Und ich singe mit Eelkje im Kinderchor."

Und dann wäre da noch ein drittes Mädchen aus dem Golddorf, das für die Gelderner Delphine auf Medaillenjagd geht: Mia Verhasselt. Die Neunjährige ist ebenfalls mehrfach in der Bestenliste des nationalen Schwimm-Verbandes vermerkt. Über 50, 100 und 200 Meter Brust und Freistil gehört sie zum Schnellsten, was Deutschland im Jahrgang 2006 zu bieten hat. Dabei ärgert sich die kleine Winnekendonkerin sehr darüber, dass sie um einige Stunden zu spät zur Welt gekommen ist - Mia ist ein echtes Neujahrskind. Das hat sportliche Konsequenzen. "Wenn ich an Silvester geboren worden wäre, hätte ich schon in diesem Jahr an den Verbandsmeisterschaften teilnehmen dürfen. Ich war etwas traurig, dass ich dort nicht starten durfte", erzählt sie.

Mit ihren persönlichen Bestzeiten hätte sie bei den Verbands-Titelkämpfen schon glänzende Chancen auf Medaillengewinne gehabt. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Der Nachholbedarf der Grundschülerin ist groß: "Im nächsten Jahr möchte ich in jedem Fall Kreismeisterin werden. Und vielleicht klappt's auch bei den Verbandsmeisterschaften. Dann bin ich ja alt genug."

Quelle: RP
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