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Sportpolitik
Reynders: "Es gibt kein Patentmittel"

Sportpolitik: Reynders: "Es gibt kein Patentmittel"
Diese Sportlerinnen und Sportler haben im vergangenen Jahr den Kreis Kleve auf überregionalen Leichtathletik-Wettbewerben erfolgreich vertreten. FOTO: Gerhard Seybert
Kreis Kleve. Die Delegierten der Leichtathletik-Vereine aus dem Kreis Kleve diskutierten in Weeze über die geplante Strukturreform des Verbandes. Einige Punkte sind umstritten. LVN-Vizepräsident Harald Eifert ging auf die Bedenken der Basis ein. Von Patrick Deckers

Bei Kaffee und Kuchen herrschte auf dem Kreistag des Leichtathletik-Kreisverbandes Kleve zunächst eine ganz entspannte Atmosphäre. Die Delegierten arbeiteten unter Regie des Vorsitzenden Dr. Hermann Reynders die Tagesordnung ab und demonstrierten Einigkeit. Zur guten Stimmung im Weezer Markt-Café passte auch die Ehrung der erfolgreichen Sportlerinnen und Sportler, die mit viel Applaus und Präsenten bedacht wurden. "Es sind bis auf eine Ausnahme alle Sportler gekommen, die wir ehren möchten. Das ist uns schon lange nicht mehr gelungen", meinte Reynders.

Die allgemeine Harmonie wurde jedoch zum Ende der Veranstaltung auf die Probe gestellt. Das Thema "Strukturreform", das schon im Vorfeld für Gesprächsstoff gesorgt hatte, sollte den Delegierten erläutert und zur Diskussion gestellt werden. Harald Eifert, Vize-Präsident des Leichtathletik-Verbandes Nordrhein (LVN), war angereist, um sich den Fragen der Kreis Klever Athleten zu stellen.

Vier Regionen statt 14 Kreise - so ist in Zukunft die geografische Ausrichtung des LVN geplant. Eine Arbeitsgruppe aus Sportwissenschaftlern und Vereinsmitgliedern hat den Entwurf entwickelt, der allerdings noch lange nicht beschlossene Sache ist. Die Reform sieht beispielsweise vor, dass Mitarbeiter auf Regionalebene nur noch eine leitende und lenkende Funktion ausüben sollen, während auf Kreis- und Kommunalebene die praktische Arbeit und Kontaktpflege im Vordergrund stehen.

Eine Veränderung, die angesichts sinkender Mitgliederzahlen und fehlender Mitarbeiter durchaus plausibel erscheint. Regionalmeisterschaften können einen zusätzlichen Anreiz für die Sportler darstellen, da das Niveau gesteigert wird. So sollen sich ab dem 1. Januar 2018 die Leichtathleten des Kreises Kleve mit Sportlern aus den Kreisen Rhein-Lippe, Duisburg/Mülheim und Essen messen. Im aktuellen Entwurf bilden diese vier Kreise die "Region 1".

Die Reform ist allerdings nicht unumstritten - das zeigte sich auch am Samstag in Weeze. Wirken die langen Anfahrtswege zu den Regionalmeisterschaften nicht gerade auf junge Athleten abschreckend ? Wird die Betreuung der kleinen Vereine an der Basis nicht vernachlässigt ? Solche und ähnliche Fragen machten schnell die Runde.

Harald Eifert und Hermann Reynders gingen geduldig auf alle Einwände ein und versuchten, die Sportler zu beruhigen. "Es wird nichts gegen, sondern für die Vereine und Kreise gemacht. Noch sind einige Dinge nicht komplett ausgearbeitet. Doch wir sollten uns alle einig sein, dass es Änderungen geben muss", sagte Eifert.

Die Reform soll am 13. März auf der Frühjahrssitzung des Beirates noch einmal erörtert und am 16. April auf dem Verbandstag in Kevelaer vom Vorstand konkretisiert werden. Bis dahin kann sich noch einiges tun, zumal sich die Arbeitsgruppe noch mit offenen Fragen beschäftigt. Kreisvorsitzender Reynders warnt vor überzogenen Erwartungen: "Ein Patentmittel, das uns allen sofort hilft, gibt's leider nicht."

Quelle: RP
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