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Schach
Schachspieler liefern sich Kopf-an-Kopf-Duelle

Straelen. Beim Volksbank-Cup des Schachclubs Straelen im Forum des Gymnasiums saßen mehr als 230 Denksportler vor den Brettern.

Glück gehabt: Trotz einer Unwetterwarnung fanden doch 230 Teilnehmer den Weg ins Forum des Straelener Gymnasiums, in dem der Schachclub Straelen den Volksbank-Cup ausrichtete. Einige Monate Planung waren also doch nicht umsonst gewesen.

Organisationschef Dennis Opschroef blieb vor Beginn des Blitzschachturniers, das von 30 ehrenamtlichen Helfern vorbereitet worden war, trotz einiger Absagen optimistisch: "Unser Turnier hat einen exzellenten Ruf. Dafür nehmen die Teilnehmer auch längere Anfahrtszeiten in Kauf", sagte er und sollte Recht behalten.

Nach und nach konnte Vereinsvorsitzender Sven Hendriks alte Bekannte, aber auch neue Spieler begrüßen. Mit zeitlicher Verzögerung starteten die Erwachsenen in fünf Wertungsklassen und einer Seniorenklasse das erste von sieben Spielen mit 25 Minuten Bedenkzeit pro Spieler. Parallel dazu begannen die Partien in den vier Jugendklassen. Die Klasse mit den jüngsten Spielern (U10) war mit 30 Kindern am stärksten besetzt. Hier siegte souverän Lucas Hesse von den Schachfüchsen Kempen. In der Klasse U12 ging es dagegen dramatisch zu. Jonas Jahrke von den Sportfreunden Katernberg erzielte wie Jonah Hansen vom Rheydter Schachverein 16 von 21 erreichbaren Punkten. Mit der Buchholz-Wertung, bei der die Differenzierung mit Hilfe der von allen Gegnern erreichten Punktzahl vorgenommen wird, wurde für Jonas der erste Platz ermittelt. Diese Dramatik wurde in der U14-Klasse noch gesteigert: Noel Galla vom SV Katernberg und Fynn Pauls vom Uedemer SC erreichten 17 Punkte und ebenfalls die gleiche Buchholz-Wertung. Tragisch für den Uedemer, dass er nach der in diesem Fall vorgesehenen zusätzlichen Sonneborn-Berger-Wertung einen Tick schlechter abschnitt und damit den zweiten Platz belegte. In der Klasse U16 hingegen konnte sich Niklas Jacobi vom Schachverein Wesel souverän als Sieger durchsetzen. Auch diesmal blieben Tränen bei den Verlierern nicht aus. Schiedsrichter Herbert Steinbring, der ansonsten einen ruhigen Tag verlebte, musste klärend eingreifen, als Eltern die Leistungen ihrer Sprösslinge kontrovers diskutierten. In der Seniorenklasse (ab 60 Jahre) gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Heinz Aldenhoven vom Uedemer Schachclub und Wolfgang Grube vom Schachclub Kevelaer. Beide Spieler, die über eine vergleichbare DWZ (Deutsche Wertungszahl: Messzahl für die Spielstärke) verfügen, erreichten 15 Punkte. Hier reichte die Buchholz-Wertung, um den Uedemer zum knappen Sieger erklären zu können. Den Sieg in der E-Klasse erkämpfte sich Heiko Fröhlich. Erst in der letzten Partie konnte sich der am Straelener Gymnasium unterrichtende Lehrer, der gleichzeitig auch die dortige Schach-AG leitet, gegen seinen ärgsten Verfolger behaupten.

Knapp ging es auch in der D-Klasse zu. Davit Mamikonyan von den Sportfreunden Katernberg siegte am Ende vor Avdi Rama und Michael Schleich vom Schachverein Wesel. In der C-Klasse siegte Jacek Pyrowicz vom Schachverein Wermelskirchen, in der B-Klasse Lukas Schimnatkowski von den Sportfreunden Katernberg.

In der "Königsklasse" kämpften 19 Spieler um den Sieg. Marcel Harff, der den Titel des Fide-Meisters trägt, war mit einer Wertungszahl von 2336 zwar nominell der stärkste Spieler im Feld, konnte sich in diesem Turnier jedoch nicht durchsetzen. Der für den Düsseldorfer SK in der 2. Bundesliga spielende Blitz-Spezialist belegte lediglich den vierten Platz. Vor ihm landete nach Buchholz-Wertung mit jeweils 15 Punkten Guido Heisel vom Polizeisportverein Duisburg auf dem dritten und Thomas Wessendorf von den Sportfreunden Katernberg auf dem zweiten Platz. Den Sieger stellte diesmal mit Wilfried Harff die Schachgesellschaft Hochneukirch. Mit dem Zwei-Punkte- Vorsprung in diesem hochklassigen Teilnehmerfeld konnte er seine besonderen Fähigkeiten, die er bereits beim Gewinn der Bezirks-Einzelmeisterschaft gezeigt hatte, erneut unter Beweis stellen.

Nach mehr als sieben Stunden war die Belastung in den Gesichtern der Teilnehmer ablesbar. Die drei Erstplatzierten der Jugendklassen erhielten vom stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Dennis Opschroef neben Urkunden auch große Siegerpokale. Angelika Friedrich von der Volksbank an der Niers überreichte den drei Erstplatzierten der sechs Seniorenklassen neben Urkunden auch Umschläge mit Preisgeldern. Die Vereinswertung konnten auch diesmal die Schachfreunde Katernberg mit deutlichem Vorsprung vor den Schachvereinen aus Wesel und Rheydt gewinnen.

Die Essener hatten den im Vorjahr gewonnenen Wanderpokal, der vom Straelener Unternehmen "SonnenStraelen" gestiftet worden war, morgens zurückgegeben und konnten ihn abends gleich wieder mit nach Hause nehmen. Für den Vereinschef Sven Hendriks steht außer Frage, dass im nächsten Jahr das 29. Straelener Schnellschachturnier stattfinden wird. "Wir konnten diesmal noch Schwachstellen im Anmeldeverfahren erkennen, die aber lösbar sind", bilanzierte er.

Info: Die Ergebnislisten gibt es im Internet auf www.schachclub-straelen.de.

Quelle: RP
 
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