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Lokalsport
Siegerselfie des ATV wird zur Fotoserie

Aldekerk. Handball-Regionalliga Männer: Der TV Aldekerk verließ auch im dritten Saisonspiel als Sieger die Platte. Leidtragender war diesmal der Pulheimer SC, der zur Halbzeit noch mit 15:11 vorne lag. Am Ende jedoch jubelte beim 28:24 der ATV. Von Reinhard Pösel

Regionalliga-Handball sei doch richtig schön, rief der Hallensprecher nach dem Schlusspfiff ins Mikrofon. Aus Sicht des TV Aldekerk mochte ihm da niemand widersprechen. Zum dritten Mal in dieser Saison stellten sich die Schürmann-Handballer einer Pflichtaufgabe, und zum dritten Mal gingen sie als Sieger von der Platte. Diesmal musste der Pulheimer SC dran glauben. Dabei hatten die Gäste zur Pause noch mit 15:11 vorne gelegen, nachdem sie eine sechsminütige Durststrecke des ATV mit einer 5:0-Serie beantwortet hatten. Nach dem Seitenwechsel erlebten die Zuschauer dann jedoch eine vor allem in der Abwehr konzentrierter und zupackender agierende Aldekerker Mannschaft. Mit der Konsequenz: Den zweiten Durchgang gewann der ATV mit 17:9, das gesamte Spiel folgerichtig mit 28:24.

"Ich bin froh, dass wir das Spiel nach der Pause zu unseren Gunsten drehen konnten", sagte ATV-Coach Achim Schürmann. Aber dieser Aufwand sei gar nicht nötig gewesen, wenn es seiner Mannschaft im ersten Spielabschnitt gelungen wäre, die Anspiele auf die Pulheimer Kreisläufer Bastian Jacoby und Christian Heinen zu unterbinden. "Das war ein klarer Minuspunkt in unserem Abwehrverhalten", sagte Schürmann.

Viel weiter kam der Aldekerker Trainer in seiner Analyse nicht. Denn vom anderen Ende der Halle beorderten die ATV-Spieler ihre in der Halle verteilten Mannschaftsmitglieder in die Kabine. War es in der Meistersaison der Zillertaler Hochzeitsmarsch, zu dem nach Siegen getanzt und der dann zum festen Ritual eines Aldekerker Sieges wurde, so ist es in dieser Saison mit dem ersten, einigermaßen überraschend errungenen Sieg gegen die Panther das Siegerselfie. Mittlerweile ist das dritte im Kasten. Und wenn man die Zielstrebigkeit und Willensstärke der Aldekerker Spieler beobachtet hat, wie sie aus dem Vier-Tore-Rückstand zur Pause am Ende einen Vier-Tore-Vorsprung gemacht haben, dann dürfte das zuletzt produzierte Siegerselfie nicht das letzte gewesen sein.

Doch ehe es dazu kommen konnte, musste Schürmann auf der personellen und taktischen Klaviatur ein bisschen wirbeln, ehe er die Positionen optimal besetzt hatte. Unantastbares gab es indes auch. Thomas Jentjens gehörte dazu, der auch dann nicht zurücksteckte, als es in der Pulheimer Abwehr etwas ruppiger zur Sache ging. Der Rückraumrechte biss sich durch, erzielte in feiner Regelmäßigkeit seine Tore und durfte schließlich ein blutunterlaufenes Auge als Andenken an ein Kampfspiel mit nach Hause nehmen.

Eine andere verlässliche Größe auf Seiten des ATV war Jonas Mumme, der neben Strafwürfen, die er als Kreisläufer herausholte, im weiteren Spielverlauf durch den kräftemäßig abbauenden Gegner immer mehr Freiräume bekam, in die der erneut mit viel handballerischer Intelligenz spielende Lukas Hüller den Ball einige Male ganz wunderbar platzierte. Auf fünf Treffer brachte es Mumme, genauso oft traf Christoph Kleinelützum, dessen wohl schönster Treffer die Vollendung des von Tobias Dickel eingeleiteten Kempa-Anspiels zum 24:22 war.

Neben den Genannten spielte sich nach der Pause auf Aldekerker Seite auch Fabian Schwartz in den Vordergrund. Auf der halblinken Seite verlieh er der Abwehr Stabilität, wie es auf der anderen Seite im Übrigen Tobias Dickel tat, und im Angriff brachte er dem Gegner schmerzhafte Nadelstiche bei. Dazu kam nach dem Seitenwechsel Florian Lindenau im Aldekerker Tor, dem Trainer Schürmann nach einer Woche ohne Training volle 60 Minuten nicht zumuten wollte. Vertreten wurde er durch den 18-jährigen Jannik Schoemackers, dessen ordentliche Leistung Schürmann mit "absolut okay" bezeichnete. Aber auch Christian Thommessen hatte bei seinem ersten Einsatz nach auskurierter Verletzung zwei tolle Kurzauftritte im ATV-Kasten: zunächst parierte der 25-Jährige einen Siebenmeter, den zweiten guckte er kurz vor Schluss über die Querlatte.

Quelle: RP
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