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Lokalsport
Sportfest-Premiere mit Weltmeisterin

Kevelaer. Speerwurf-Star Steffi Nerius trug sich gestern erst ins Goldene Buch der Stadt Kevelaer ein und nahm sich danach beim "Franz-Josef-Probst-Nachwuchstalent-Cup" viel Zeit für die jungen Sportler. Alles stimmte - nur die Resonanz nicht. Von Volker Himmelberg

Es ist zwar inzwischen acht Jahre her, dass Steffi Nerius ihre Laufbahn als Speerwurf-Weltmeisterin beendet hat. Doch gelegentlich steht die prominente Sportlerin immer noch im Rampenlicht. Beispielsweise gestern in der Marienstadt, als sie sich im Beisein von Bürgermeister Dominik Pichler und Franz-Josef Probst, Ehrenpräsident des Leichtathletik-Verbandes Nordrhein, im Goldenen Buch der Stadt Kevelaer verewigte. Anschließend ging's direkt ins Hülspark-Stadion, wo der talentierte Nachwuchs bereits auf sie wartete.

"Die Kinder haben große Augen gemacht, als bei der Siegerehrung plötzlich eine echte Weltmeisterin auftauchte. Das war eine tolle Sache", sagte Roy Sip, Leichtathletik-Trainer des Gastgebers Kevelaerer SV. Im Stadion standen gestern gleich zwei Wettbewerbe auf dem Programm, die den jungen Athleten zur Vorbereitung auf die überregionalen Titelkämpfe dienen. Zum einen der "Nerius-Junior-Cup" für junge Speerwerfer, der erstmals außerhalb von Leverkusen ausgetragen wurde. Und zum anderen die Premiere des "Franz-Josef-Probst-Nachwuchstalent-Cup", der zu einer festen Einrichtung im Veranstaltungskalender des Kevelaerer SV werden soll.

Auf der einen Seite stimmte gestern alles. Ein prominenter Ehrengast - Steffi Nerius nahm sich sehr viel Zeit für die jungen Sportlerinnen und Sportler. Tolles Frühjahrswetter. Eine vortreffliche Organisation - die Leichtathletik-Abteilung des Kevelaerer SV um Ulrich Heßing zeigte sich einmal mehr von ihrer besten Seite. Doch es gab auch einen Wermutstropfen. Das weite Rund im Hülspark-Stadion war ziemlich leer. Gerade einmal 75 Talente hatten sich auf den Weg nach Kevelaer gemacht, die in den Lauf-, Sprung- und Wurfdisziplinen insgesamt 101 Starts absolvierten. Auf der anderen Seite waren 30 Kampfrichter in ihren grünen Poloshirts und 25 ehrenamtliche Helfer im Einsatz - der Vergleich verdeutlicht die geringe Resonanz.

"Sicherlich sind wir etwas enttäuscht, weil wir im Vorfeld mit doppelt so vielen Starts gerechnet hatten. Aber der Termin war nun einmal ungünstig. Viele Menschen nutzen die Brückentage für einen Kurzurlaub. Und in Kevelaer ist die Wallfahrt momentan beherrschendes Thema", erklärte Heßing. Franz-Josef Probst bemängelte in erster Linie das Desinteresse in der Region. "Wenn außer uns nur drei Vereine aus dem Kreis Kleve ihre Sportler schicken, dann ist das schon enttäuschend", meinte er. In der Tat: Neben den Mädchen und Jungen im blauen KSV-Dress, die ihr Heimspiel zu guten Leistungen nutzten, waren aus dem Kreis nur das LAZ Wachtendonk, der SV Nütterden und Viktoria Goch vertreten - der Rest glänzte durch Abwesenheit.

Immerhin schickte der Nachbarverein SV Sonsbeck ein vergleichsweise großes Team an den Start. Darunter seine Vorzeigeathletin Lea Halmans. Die junge Kevelaererin, die sich zurzeit auf die Westdeutschen Meisterschaften vorbereitet, schleuderte den Speer vor den Augen ihrer Eltern und Großeltern auf eine Weite von knapp über 37 Metern. Sehr zufrieden zeigte sich auch Roy Sip. Speziell mit der Leistung von Pauline Jockweg, die sich bereits gezielt auf die Deutsche Mehrkampf-Meisterschaft der "U 18"-Juniorinnen vorbereitet, die Ende August in der Nähe von Stuttgart auf dem Programm steht. "Wir probieren momentan im Speerwurf etwas aus. Pauline hat den Anlauf leicht verändert, um mehr Zug unter den Speer zu bekommen. Und das hat schon ganz gut funktioniert", erklärte der Niederländer, nachdem die 16-jährige Siebenkämpferin eine Weite von 30,85 Meter erzielt hatte.

Und wie es sich für echte Sportler gehört, lassen sich Franz-Josef Probst, Ulrich Heßing und ihre Mitstreiter nicht entmutigen. "Wir binden den Nachwuchstalent-Cup in Zukunft in unsere Bahneröffnung Anfang April ein. Dann stimmen auch die Teilnehmerzahlen", kündigte Heßing an. "Außerdem sind wir gar nicht so unzufrieden. Die Kinder und Jugendlichen waren begeistert bei der Sache. Und darum geht's uns schließlich."

Quelle: RP
 
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