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Handball
SV Straelen und TV Issum schauen jeweils in die Röhre

Gelderland. Handball-Landesliga, Männer: Die Issumer kassieren die erste Saison-Niederlage. Straelen verliert knapp gegen die VT Kempen.

Gruppe 1: SV Straelen - VT Kempen 27:29 (12:14). Als Martin Jacobs den Ball zum 25:24 in die Maschen jagte, schien sich für die Blumenstädter doch noch alles zum Guten zu wenden. 52 Minuten lang war der SVS gegen den erwartet starken Aufsteiger aus Kempen einem mehr oder weniger deutlichen Rückstand hinterhergerannt.

Die zweite Straelener Führung im Spiel sollte jedoch nicht lange Bestand haben. Während sich die Grün-Gelben in der Schlussphase gleich mehrere technische Fehler leisteten, spielten die Gäste ihren Stiefel bis zuletzt runter und gewannen am Ende nicht unverdient mit 29:27.

Größte Baustelle im Spiel des SVS war die Abwehr. Der Mittelblock agierte gegen die starken Schützen der VTK oftmals zu passiv. Vor allem Kempens Halbrechter Tobias Brinkmann konnte sich nach Herzenslust austoben und sich bei seinen vielen freien Würfen die Ecke geradezu aussuchen. Die Blumenstädter hatten weitaus mehr Mühe zum Torerfolg zu kommen, auch weil man zu ungeduldig agierte und oftmals zu früh und schlecht vorbereitet den Abschluss suchte. Logische Konsequenz: Kempen diktierte das Spiel und lag zwischenzeitlich mit 12:9 vorn. Zur Pause hieß es aus SVS-Sicht 12:14.

Nach dem Wiederanpfiff waren keine sieben Minuten gespielt, da griff Ludger Janßen, der für den erkrankten Dieter Pietralla den Job an der Seitenlinie übernommen hatte, zur grünen Karte. Von seiner Maßnahme, eine Manndeckung gegen Tobias Brinkmann, ließen sich die Gäste aber nicht aus der Bahn werfen, und dass, obwohl SVS-Keeper Tobias Kox immer mehr zum Faktor wurde.

Nach wie vor gingen die Grün-Gelben zu zögerlich in die Zweikämpfe und fingen sich durch Unkonzentriertheiten zudem den einen oder anderen Gegenstoß ein. Trotz allem hätte es für die Blumenstädter noch zum Sieg reichen können. Innerhalb kürzester Zeit machten sie aus einem 21:24-Rückstand eine 25:24-Führung und trafen dann noch einmal zum 26:25. Doch es sollte einfach nicht sein. Der Aufsteiger zeigte sich an diesem Tag als das abgezocktere Team und fügte dem SV Straelen die zweite Saisonniederlage zu.

SVS: Kox, Eickelpoth - Groetelaers (7), Jacobs (4), Verbeek (4/1), Burghans-Kähler (3), M. Pieper (3), Rath (3), Mangelmann (1), S. Pieper (1), Meyer (1), Schaap, Beyer, Janßen.

Gruppe 3: MTV Rheinwacht Dinslaken II - TV Issum 24:21 (8:15). Ungläubiges Staunen prägte das Spiel der Dinslakener Zweitvertretung gegen den TV Issum. Zunächst auf Seiten der Gastgeber, nach dem Seitenwechsel dann bei den Gästen. Denn die Teams präsentierten jeweils völlig unterschiedliche Halbzeiten, mit dem besseren Ende für die Rheinwacht.

Furios waren die Issumer in die erste Hälfte gestartet. Dinslaken bekam überhaupt keinen Zugriff aufs Spiel, scheiterte im Angriff entweder an der stabilen TVI-Abwehr oder an Jens Holsteg im Issumer Tor.

"Was wir uns vorgenommen hatten, hat von Anfang an hervorragend funktioniert: Aus der sicheren Abwehr heraus die eigenen Angriffe vortragen und so zum Erfolg kommen", meinte Trainer Tom Strack mit Blick auf die erste Hälfte. "Vorne haben wir nicht alle unsere Chancen genutzt, beispielsweise schon wieder zwei Siebenmeter vergeben, aber insgesamt waren sieben Tore Vorsprung zur Pause schon ein ordentliches Statement. Da haben nicht nur wir uns die Augen gerieben vor Verwunderung."

Irgendetwas müssen die Issumer dann aber in der Kabine vergessen haben. Denn die Mannschaft war nach dem Seitenwechsel nicht wiederzuerkennen. "Wir wollten in Ruhe weiter spielen, auch wenn uns klar war, dass Dinslaken jetzt mit noch mehr Druck kommen würde. Die hatten ja nichts mehr zu verlieren." Das aber gelang überhaupt nicht. Der TV Issum spielte unruhig, gab die Bälle unnötig ab und lud die Gastgeber zu Tempogegenstößen ein. Dass die sich zu ihrer eigentlichen Stärke nicht lange bitten ließen, war klar, und so legten sie einen 7:0-Lauf hin, der weder durch eine Auszeit noch durch taktischen Umstellungen zu bremsen war.

Zur Mitte der zweiten Hälfte hatte sich der TV Issum dann endlich wieder gefangen und gestaltete die weitere Begegnung bis kurz vor Schluss offen. Dann aber schlichen sich erneut technische Fehler ein, die die Dinslakener wieder eiskalt zu nutzen wussten und so das Spiel für sich entschieden. "Das ist jetzt keine Übermannschaft, aber wir haben diesen Punktverlust selbst verschuldet. Die Niederlage ist sehr schade, aber wir können weiter zuversichtlich nach vorne blicken", sagte Strack.

TVI: Holsteg - S. Hericks (8/1), Teuwsen (4), Höhner (3/1), Schmetter (2), Kluge (2), Kaub (1), R. Hericks (1), van Stephaudt, Senzek, M. Leenings.

(terh/stemu)
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