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Handball
SV Straelen verliert trotz toller Moral

Handball: SV Straelen verliert trotz toller Moral
Der SV Straelen - hier Lena Linssen beim Wurf - gab gegen den Titelaspiranten Fortuna Düsseldorf alles. Doch am Ende verhinderte vor allem die starke Gäste-Torhüterin Denise Giesler eine Überraschung. FOTO: Gerhard Seybert
Straelen / Aldekerk. Handball-Oberliga der Frauen: Die ersatzgeschwächte Auswahl der Grün-Gelben bietet dem Titelaspiranten Fortuna Düsseldorf Paroli, unterliegt aber mit 21:25. Spitzenreiter TV Aldekerk feiert ungefährdeten Sieg gegen den Tb Wülfrath.

SV Straelen - Fortuna Düsseldorf 21:25 (10:12). Sie hatten gekämpft, geackert, gemacht und getan. Und mussten schließlich dennoch nach 60 aufreibenden Minuten das Parkett als Verlierer verlassen. Mit hängenden Köpfen. "Das ist verständlich, aber völlig unnötig. Die Mannschaft hat fast alles richtig gemacht, einem körperlich hoch überlegenen Gegner bis zuletzt alles abverlangt", lobte SVS-Coach Harry Mohrhoff seine Schützlinge trotz der Niederlage im Spitzenspiel.

Vom Anpfiff an mussten die personell geschwächten Grün-Gelben, bei denen nach dem Aufwärmtraining auch noch Anika Sewing passen musste, jeden Treffer hart erarbeiten. Der Tabellenzweite aus Düsseldorf, auf nahezu allen Positionen mit Gardemaß ausgestattet, rührte gegen die im Durchschnitt gut und gerne 15 Zentimeter kleineren Gastgeberinnen Abwehrbeton der besonders defensiven Art an. Der SV Straelen fand dennoch über weite Strecken immer wieder Wege durch die "rote Wand".

Die Düsseldorfer Fortuna vertraute in ihren Offensivaktionen weniger auf filigrane Elemente, sondern vielmehr auf Wucht und Kraft. Das Spiel über den Kreis war gegen die Grün-Gelben in Halbzeit eins die wirkungsvollste Waffe. "Außerdem sind wir bei Ballverlusten mehrmals überlaufen worden. Ansonsten haben wir es in der Abwehr eigentlich ganz gut gemacht", sagte Mohrhoff, der trotzdem zuschauen musste, wie die Gäste auf 9:5 davonzogen. Die Grün-Gelben ließen sich jedoch nicht abschütteln, trafen kurz vor dem Seitenwechsel zum 10:12 und glichen kurz nach der Pause zum 14:14 aus. "Leider sind wir danach auch mit besten Chancen immer wieder an der starken Torhüterin Denise Giesler gescheitert", erklärte Mohrhoff.

Seine Mannschaft kassierte fünf Gegentore in Folge, kämpfte sich aber mit einer beeindruckenden Moral wieder bis auf 19:21 heran. Die Fortuna-Torhüterin war es schließlich, die der zweiten Straelener Aufholjagd den entscheidenden Dämpfer verpasste, als sie mit einer Glanzparade das 20:21 vereitelte. Im Gegenzug erhöhten die Gäste auf 22:19 - die Entscheidung. In den restlichen fünf Minuten ließ sich der Titelanwärter aus der Landeshauptstadt die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. "Uns fehlten gegen einen starken Gegner am Ende auch die Alternativen", stellte Mohrhoff fest, der nur sieben Feldspielerinnen einsetzte.

SV Straelen: Pieper, Bleidtner -Fiedler (14/6), Linssen (4), Heckmanns (1), Heuvels (1), Zoé Daguhn (1), Geelen, Maes.

TV Aldekerk - Turnerbund Wülfrath 27:17 (15:8). Eine erneut starke Defensive, zwei gute Torhüterinnen und schnelles Offensivspiel - das waren die Zutaten zum Erfolgsrezept des Tabellenführers aus Aldekerk. "Wir haben 30 Minuten lang gut gespielt", bilanzierte Aldekerks Trainerin Dagmara Kowalska nach dem Abpfiff. Die Gastgeberinnen stellten die Weichen schon in der Anfangsphase auf Sieg. Nach 20 Minuten lag der TV Aldekerk bereits mit 13:4 in Führung. Die von der starken Lisa Beyer dirigierte Abwehr zeigte sich bissig und ließ kaum etwas anbrennen. Auf der Gegenseite fielen die Tore sowohl nach schnellen Gegenstößen als auch nach geduldig vorgetragenen Spielzügen. Erst als Kowalska ihre Stammkräfte vor der Pause austauschte, kam Wülfrath besser ins Spiel und zur Ergebniskorrektur.

Nach der Pause machte die Erstbesetzung des ATV endgültig den Deckel drauf, als die Mannschaft an die starke Anfangsphase anknüpfte. Wülfrath mühte sich, stand jedoch auf verlorenem Posten. Rund zehn Minuten nach Wiederanpfiff war die Messe gelesen. Wülfraths Trainer Lars Fassbender nahm die Niederlage gelassen: "Wir hätten zwar gerne etwas länger mitgehalten. Doch Aldekerk gehört nicht zu den Gegnern, gegen die wir uns Punkte ausrechnen." Dagmara Kowalska hatte eine einfache Erklärung dafür, das ihre Mannschaft in der Schlussphase einen Gang zurückschaltete: "Bei drei Spielen in acht Tagen muss man die Kräfte dosieren." Zumal es bereits am Sonntag zum Duell der beiden Topfavoriten kommt: Dann ist der TV Aldekerk ab 15.30 Uhr beim punktgleichen Verfolger Fortuna Düsseldorf gefordert.

TV Aldekerk: Cengiz, Schindowski - Heimes (7), A. Huppers (5), Kühn (5/1), Kern (4/1), F. Huppers (3/1), Rottwinkel (1), Grützner (1), Beyer (1/1), Benninghoff, Karpowitz.

(terh/CaB)
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