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TSV Wa.-Wa. angelt sich den Meistermacher

Lokalsport: TSV Wa.-Wa. angelt sich den Meistermacher
Die Bierdusche ist gerade einmal ein halbes Jahr her. Am 14. Mai machte der SV Straelen auf Asche in Moers-Schwafheim den Aufstieg in die Oberliga perfekt - für Stephan Houben ein unvergesslicher Moment in seiner Trainerlaufbahn. FOTO: Heinz Spütz
Wachtendonk. Der Mann, der den SV Straelen in die Oberliga geführt hat, übernimmt das Kommando im Sportpark Laerheide: Stephan Houben. Von Volker Himmelberg

Fußball-Bezirksliga: SGE Bedburg-Hau - TSV Wachtendonk-Wankum (So., 14.30 Uhr). So schnell kann's gehen. In der vergangenen Woche hatte der TSV Wachtendonk-Wankum urplötzlich ohne Trainer dagestanden. Thomas von Kuczkowski hatte dem Lockruf des Landesligisten SV Sonsbeck nicht widerstehen können und sich nach gerade einmal zwölf Meisterschaftsspielen sang- und klanglos aus dem Staub gemacht. Doch in den misslichsten Lagen öffnen sich bekanntlich manchmal neue Türen.

Teammanager Andreas Schroers ist es innerhalb weniger Tage geglückt, als Nachfolger einen der besten Amateurtrainer am Niederrhein zu verpflichten. Stephan Houben, der in der vergangenen Saison den SV Straelen zur Meisterschaft in der Landesliga geführt hatte, heuert ab sofort im Sportpark Laerheide an und leitet dort heute Abend die erste Trainingseinheit.

Der überraschende Coup dürfte vor allem deshalb geglückt sein, weil Schroers zur richtigen Zeit am richtigen Ort war - und in einem Moment, in dem alles gepasst hat, zum Telefon gegriffen hat. "Natürlich war mir von vorneherein klar, dass ein Stephan Houben für unseren Verein eigentlich eine Nummer zu groß ist. Aber ich habe einfach einmal mein Glück versucht", sagt Schroers, der die Mannschaft am Sonntag als Interimstrainer zu einem 2:0-Erfolg gegen die DJK Twisteden geführt hatte.

Und dabei wählte er offensichtlich die richtigen Worte. "Mir hat schon imponiert, wie sehr sich der Verein um mich bemüht hat", meint Houben. Der 46-Jährige hatte wenige Wochen nach dem großen Triumph beim SV Straelen aufgehört, um sich eine schöpferische Pause zu gönnen und mehr Zeit für seine Familie zu haben. Die Grün-Gelben profitieren nach wie vor von der glänzenden Arbeit, die der Mönchengladbacher an der Römerstraße geleistet hat. Houben hatte vor seinem Abschied noch die Verpflichtung von Leistungsträgern wie Kevin Weggen, Aram Abdelkarim und Drilon Istrefi in die Wege geleitet. Und er hat eine Mannschaft aufgebaut, die nicht von ungefähr nach 13 Spieltagen die Oberliga-Tabelle anführt.

Und jetzt also der TSV Wachtendonk-Wankum in der Bezirksliga, Gruppe 5. "Ich habe mit Andreas Schroers, den ich vorher nicht kannte, auf Anhieb sehr gute Gespräche geführt. Der Verein möchte meine Hilfe, und ich habe den Eindruck, dass ich dem TSV helfen kann. Außerdem hat mich meine Frau noch darin bestärkt, mich mal wieder etwas intensiver mit Fußball zu beschäftigen", sagt Houben.

Es scheint so, als hätten die idealen Partner zueinander gefunden, wobei die zeitliche Dauer der Liaison beschränkt ist. Stephan Houben hat von vorneherein klargestellt, die Aufgabe nur bis zum Saisonende zu übernehmen. Die Verantwortlichen des TSV Wachtendonk-Wankum waren damit einverstanden. "Wir suchen jetzt in Ruhe nach einem Trainer für die kommende Saison. Nach Möglichkeit möchte ich den neuen Mann noch vor dem Rückrundenstart vorstellen", kündigt Schroers an.

Doch mit dem heutigen Training und dem Gastspiel am Sonntag bei der SGE Bedburg-Hau dürfte im Sportpark Laerheide eine neue Zeitrechnung beginnen. Stephan Houben, der bis auf Verteidiger Andre Laarmanns seine neuen Schützlinge noch kennen lernen muss, verzichtet zwar im Vorfeld seines Engagements auf eine offizielle Zielsetzung. "Wer mich kennt, der weiß, dass ich nicht gerne um die goldene Ananas spiele", lautet sein kurzes Statement, das einiges erwarten lässt. Seinen Vorgänger Thomas von Kuczkowski hat Houben im Kampf um den Aufstieg in die Oberliga schon zweimal abgehängt - 2015 mit dem 1. FC Mönchengladbach, in diesem Jahr mit dem SV Straelen. Gut möglich, dass er auch derjenige ist, der dem TSV Wa.-Wa. zu einem weiteren Gastspiel in der Landesliga verhilft.

Die Meisterschaft und damit den direkten Aufstieg scheint sich Fichte Lintfort nicht nehmen zu lassen. Aber Motivationskünstler Houben hat in der Vergangenheit schon häufiger gezeigt, dass er mit seinen Mannschaften da ist, wenn vermeintliche Topfavoriten schwächeln. Und schließlich ist auch der zweite Platz ein lukratives Ziel. Die Zeit für die Relegationsrunde zur Landesliga würde sich Houben auch noch nehmen.

Teammanager Schroers weiß jedenfalls ganz genau, wen er geholt hat: "Die Landesliga ist ganz weit weg. Aber Stephan Houben weiß, wie Aufstieg geht."

Quelle: RP
 
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