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TV Issum besinnt sich und zieht von dannen

Handball: TV Issum besinnt sich und zieht von dannen
Nach schwierigem Beginn besinnt sich der TV Issum und zieht gegen Biefang von dannen. Stefan Swyen (l.) trifft viermal ins Schwarze. FOTO: Markus van Offern
Gelderland. Handball-Landesliga, Männer: Nach einem kleinen Stolperstart siegt das Team gegen den TV Biefang. ATV II gewinnt, Straelen verliert.

Gruppe 3: TV Issum - TV Biefang 32:18 (15:6). Auch wenn Werner Konrads im Spiel der Issumer gegen Biefang nicht nur Grund zur Freude hatte, zeigte sich der Trainer zufrieden: "Wir haben überlegen und hoch gewonnen, das ist sehr erfreulich. Und daran wollen wir auch in Zukunft anknüpfen."

Nach einem derart klaren Erfolg sah es aber zunächst nicht aus. Zum einen kamen von André Schmetter, Christoph Leenings und Marius Mannke-Reimers doch noch drei kurzfristige Absagen, zum anderen gehörten die ersten Minuten der Begegnung den Gästen. Die nämlich zogen ein extrem träges und schleppendes Spielchen auf, mit dem sie ihre Gastgeber "infizierten". Als die Issumer 2:4 zurücklagen, sah Konrads sich, schon leicht genervt, zur ersten Auszeit bewogen. Ein paar taktische Ansagen mit dem nötigen Nachdruck waren notwendig, die die Spieler dann auch beherzigten.

Sie agierten fortan deutlich aktiver in der Abwehr und setzten erfolgreiche Tempogegenstöße, mit denen sie sich auch absetzen konnten. Vom eingeschlagenen Weg ließ sich Issum dann auch nicht mehr abbringen, und konnte gegen überforderte Biefanger nach Belieben schalten und walten. Auch in der zweiten Halbzeit änderte sich dieses Bild nicht mehr, wenngleich der TVI noch höher hätte gewinnen können. Denn trotz der klaren Überlegenheit leistete sich das Team immer wieder Fehler. "Wir haben die Fehler, die wir schon im Dinslaken-Spiel gezeigt haben, noch nicht abgestellt. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Nach so einem Sieg gibt es für einen Trainer eigentlich nichts zu meckern", sagte Konrads. "Biefang hatte nicht den Hauch einer Chance gegen uns. Und das ist, was zählt." Zudem gerade dieser Gegner immer wieder als unangenehm beschrieben wird und den Issumern schon mehr als einmal ein Bein gestellt hat.

Gruppe 1: Turnerschaft Grefrath - SV Straelen 28:26 (13:13). "Wir haben diesmal nicht nur kämpferisch, sondern auch spielerisch und taktisch sehr viel richtig gemacht. Hätten wir uns Mitte der zweiten Halbzeit keine achtminütige Auszeit gegönnt, wäre eine Überraschung durchaus drin gewesen", sagte SVS-Coach Dieter Pietralla nach 60 intensiven Minuten in Grefrath. Vom Anpfiff an zeigten die Blumenstädter, dass sie für den Tabellenzweiten mehr sein wollten als bloß ein Punktelieferant.

Immer wieder fanden sie gegen die unbequem zu spielende 3:2:1-Deckung der Gastgeber Mittel und Wege, um zum Torerfolg zu gelangen. "Wir haben im Training das eine oder andere einstudiert, das im Spiel dann auch geklappt hat", sah Pietralla, wie sein Team mit 7:4 in Führung ging und diesen Vorsprung bis zum 12:9 verteidigen konnte. Denn nicht nur vorne lief es bei den Grün-Gelben rund, auch in der Abwehr verstand es der SVS, die Turnerschaft um einige ihrer Stärken zu berauben. "Wir haben Grefrath nicht ins Laufen kommen lassen. Das war viel wert", sagte Straelens Trainer. Nach dem Seitenwechsel ließen die Straelener nicht locker und lagen in der 40. Minute mit 18:17 vorn, ehe sie sich dann acht Minuten voller Pleiten, Pech und Pannen gönnten. Pietralla: "Wir haben uns ein paar Fehler zuviel erlaubt und Grefrath hat sich nicht zweimal bitten lassen." So rannte der SVS einem 20:23-Rückstand hinterher. Das taten sie allerdings mit Bravour. In der 59. Minute traf Grün-Gelb zum 26:27. "Es war klar, dass wir noch einmal in Ballbesitz kommen würde. Doch leider ist es uns nicht gelungen, Grefraths letzten Angriff zu verteidigen", ärgerte sich Pietralla, dass ausgerechnet Grefraths Bester, Robert Heesen, einen freien Wurf "geschenkt" bekam und mit seinem neunten Treffer den Endstand herstellte.

HSV Rheydt - TV Aldekerk II 26:33 (12:16). Die ATV-Reserve hat im Moment auf jede Situation die richtige Antwort. Die Begegnung beim HSV Rheydt war zwar tatsächlich eine schwere Aufgabe, so wie Spielertrainer Nils Wallrath es zuvor erwartet hatte, doch zu stoppen war der ATV auch vom Tabellenneunten nicht. "Es war zu jeder Zeit ein sehr knappes Spiel, in dem wir uns nie wirklich entscheidend absetzen konnten", sagte Wallrath. "Aber anders herum hatte ich auch nie den Eindruck, dass wir verlieren würden." Derzeit agiert sein Team einfach zu selbstbewusst.

Angefangen bei den Torhütern über die Defensive bis hin zum Angriff ist das gesamte Team auf den Punkt fit und bis in die Haarspitzen motiviert. Niemand lässt sich durch einzelne Phasen im Spiel aus dem Konzept bringen. Kam Rheydt mal auf ein Tor heran, wie zum Beispiel in der ersten Hälfte beim 13:12, wurde erneut der Schalter umgelegt und der ATV zog davon. "Das ist aktuell ein Riesenspaß, de dem Team zuzusehen. Und noch mehr: mit ihm zu spielen. Es hat Qualität und ein unbändiges Selbstvertrauen, dass gerade in solchen Spielen sehr wichtig ist." Auch die Torhüter zeigten wieder ihr Können und trugen neben den besten Angreifern Christopher Tebyl (12 Tore) und Fabian Küsters (11 Tore) entscheidend zum Erfolg bei. "Dass die drei im Tor Woche für Woche derart gleichbleibend gute Leistungen zeigen, war zu Saisonbeginn nicht vorauszusehen", sagte Wallrath.

Und doch war er auch noch in der Lage, eine ebenfalls starke Leistung des HSV anzuerkennen. "Das war eine schwere Aufgabe für uns." Dass der ATV II in der Lage ist, auch diese Spiele zu gewinnen, zeigt, dass er zu Recht in der Landesliga voranmarschiert und sich weiter über sechs Punkte Vorsprung freuen darf.

(stemu/terh)
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