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Jugendfußball
US-Boys beeindruckt vom Straelener Spirit

Straelen. Zwei Jugendfußball-Teams des Lonestar SC aus Texas machten bei ihrer Europa-Tour auch Station beim SV Straelen. Dabei lernten sie allerhand Neues und duellierten sich mit zwei Straelener Mannschaften in Freundschaftsspielen. Von Christian Cadel

In Straelen wird üblicherweise Deutsch gesprochen. Hier und da härt man auch mal ein paar niederländische Töne - die Grenznähe lässt grüßen. Amerikanische Anfeuerungsrufe oder Flüche sind eher selten aufzuschnappen - genauer gesagt nur einmal im Jahr.

Denn seit vielen Jahren gastieren amerikanische Jugendfußball-Mannschaften beim SV Straelen, um zu lernen, wie Fußball in Deutschland gespielt und vor allem zelebriert wird. Diesmal waren zwei Teams des texanischen Lonestar SC zu Gast. 26 Nachwuchs-Kicker trainierten an der Römerstraße und zeigten in zwei Freundschaftsspielen gegen gemischte C- und D-Jugend-Teams des SVS ihr Können. "Bei den technischen Aspekten sehe ich kaum einen Unterschied. Allerdings hapert es bei den amerikanischen Teams noch ein bisschen am Verständnis des Spiels", sagte Tour-Koordinator Barry Walmsley. Letztlich behielt er Recht. Straelens C-Junioren siegten mit 3:2. Die grün-gelbe D-Jugend machte es noch deutlicher und gewann mit 5:0. Einen Tag zuvor hatte sich die US-Auswahl schon in Velden/Niederlande mit zwei dort ansässigen Teams duelliert. Auch diese Spiele gingen verloren.

Traurig oder wütend über die Niederlagen waren die US-Boys aber nicht. Am Ende tauschten die Teams sogar ihre Trikots mit den Straelenern - so wie die Profis. Im Fokus lag vor allem, neue Dinge zu lernen. "Mit der Reise wollen wir den Jungs vermitteln, wie Fußball in Deutschland zelebriert wird. Gerade hier in Straelen gibt es eine ganz besondere Vereinsatmosphäre mit Clubhaus und vielen Randveranstaltungen. So etwas kennen die Jungs in den USA nicht", sagte Walmsley. Ähnlich sah es auch der 14-jährige Torwart Luca Ciardella. "Wir haben hier ganz neue Dinge erfahren. Beim SV Straelen geht es zu wie in einer großen Familie. Meine Erkenntnis ist, dass die Straelener viel härter und besser spielen. Das war uns aber vorher schon klar."

Fußball ist in den USA langsam im Kommen. Mittlerweile sind viele Stadien in der Major League Soccer (MLS) rappelvoll, doch steht die Sportart immer noch hinter Football oder Basketball zurück. Das hat Ciardella nicht daran gehindert, Keeper zu werden. "Mein Vater hat auch Fußball gespielt. Über ihn bin ich in die Sportart hineingewachsen", erklärte der 14-Jährige.

Neben dem fußballerischen Programm standen auch Besuche in Brügge und Amsterdam auf dem Plan. "Auch eine Käsefarm haben die Jungs besucht", erklärte Yvonne Lampey, Enkelin des Straelener Urgesteins Herbert Lampey. Sie vertrat Reiseveranstalter Bernd Matthes und begleitete die US-Gruppe. "Die Spieler sollen auch etwas über die lokale Kultur erfahren. Dabei kommt es immer wieder zu witzigen Anekdoten. Zum Beispiel trinken die Amerikaner ja nur stilles Wasser. Hier in Deutschland wird ja hauptsächlich Wasser mit Kohlensäure getrunken. Es war schon witzig mit anzusehen, wie die Jungs darüber diskutiert haben." Auch Herbert Lampey war wieder mit von der Partie und wuselte ständig über die Platzanlage. "Die Amis fanden unseren Rasen ganz toll", sagte er und wuselte direkt weiter.

Nach einer Woche in Europa ging es für die Amerikaner, die teilweise auch mit Eltern angereist waren, wieder zurück in die Staaten. Einige haben versichert, die Fußball-EM weiter verfolgen zu wollen. "Ich denke, dass Deutschland den Titel holt, weil die deutschen Spieler die besten sind", sagte der 14-jährige Keeper Luca Ciardella.

Quelle: RP
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