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Lokalsport
Volleyball-Partyzone am Koetherdyck

Lokalsport: Volleyball-Partyzone am Koetherdyck
Das Hexenland wird am Wochenende wieder zum Volleyball-Mekka. Die Spielerinnen und Spieler nehmen häufig weite Anreisen in Kauf, um am Sevelener Koetherdyck ein sportliches Event der Extraklasse zu genießen. FOTO: Gerhard Seybert
Sevelen. Drei Jahrzehnte nach der Gründung genießt das Freiluft-Turnier des TV Sevelen längst Kult-Status. Am Wochenende schlagen wieder mehr als 1000 Sportlerinnen und Sportler aus ganz Deutschland ihre Zelte im "Hexenland" auf. Von Volker Himmelberg

Wer das Erfolgsrezept des TV Sevelen erfahren möchte, sollte bei Jenny Boldt nachfragen. Vor zwei Jahren brachte die Kölner Volleyballerin die Vorzüge des Open-Air-Events auf den Punkt: "Rasen, gutes Wetter und viel Musik. In Sevelen gibt's einfach das geilste Turnier." Weil 30 Jahre nach der Gründung des Wettbewerbs viele Sportlerinnen und Sportler aus ganz Deutschland diese Meinung teilen, verwandelt sich der Koetherdyck am Wochenende wieder einmal in eine große Partyzone.

Wie es sich für ein erfolgreiches Festival gehört, müssen die Organisatoren um Sebastian Kisteneich inzwischen sogar Absagen erteilen. "Diesmal war das Teilnehmerfeld bereits zwei Wochen vor dem geplanten Meldeschluss voll. Rund 50 Mannschaften, die etwas zu spät dran waren, mussten wir deshalb einen Korb geben", sagt Thomas "Toto" Roosen.

Der Vorsitzende des TV Sevelen spricht mit seinen Mitstreitern in aller Bescheidenheit vom größten Volleyball-Event in Nordrhein-Westfalen. Dabei sprengt der Wettbewerb am Koetherdyck höchstwahrscheinlich sogar bundesweit alle Dimensionen. Die nackten Zahlen sprechen für sich: Mehr als 1000 Sportlerinnen und Sportler tummeln sich in insgesamt 340 Mannschaften auf den 42 Volleyball-Spielfeldern.

Am Samstag sind ab 10 Uhr zunächst die Vierer- und Sechsermannschaften an der Reihe. Der TV Sevelen teilt die Teams in folgende Leistungsklassen ein, damit der sportliche Anreiz nicht auf der Strecke bleibt: Hobby; Kreisklasse und -liga; Bezirksklasse und -liga sowie Landesliga und höher. Die Mannschaft kämpfen um Sachpreise im Gesamtwert von etwas mehr als 2500 Euro. Da die Begriffe "Sevelen" und "Koetherdyck" längst zum festen Volleyball-Vokabular gehören, reisen viele Teilnehmer bereits am Freitag an und schlagen am Rand der großen Sportanlage ihre Zelte auf.

Nach den letzten Ballwechseln steuert am Samstag die ausgelassene Stimmung dem Siedepunkt entgegen. Um 21 Uhr wird die Sommerparty eröffnet - für nicht wenige Sportler der eigentliche Anlass, sich auf den Weg ins Hexenland zu machen. Erneut geben sich zwei Dancefloor-Spezialisten die Ehre, die in Sevelen schon zum Inventar gehören: die DJs "Kochi und Scholle". "Toto" Roosen: "Ich kenne einige Sevelener und Issumer, die sich schon das ganze Jahr auf diese Party freuen. Ich bin mir sicher, dass wir auch diesmal wieder tolle Stimmung bis tief in die Nacht erleben."

Sportlich geht's am Sonntag direkt weiter im Programm. Wenn sich ab 10 Uhr die Zweier-Mannschaften gegenüber stehen, kommt am Koetherdyck sogar Strandatmosphäre auf - vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Im "Turnier der Sparkasse Krefeld" geht's ganz nebenbei auch noch um Preisgelder im Gesamtwert von rund 2500 Euro.

Ein kurzer Blick in die Geschichte des Wettbewerbs: Der TV Sevelen hatte einst mit acht Mannschaften und zwei Spielfeldern einen Versuchsballon gestartet. Entwickelt hat sich eine Veranstaltung der Superlative. Der Vorteil: Die sportlichen Partymacher bringen mittlerweile die nötige Erfahrung und Gelassenheit mit, um kleinere und mitunter auch etwas größere Hindernisse schon im Vorfeld aus dem Weg räumen zu können.

"Diesmal hatte uns etwas Kopfzerbrechen bereitet, dass die neue Kunstrasen-Anlage des SV Sevelen unmittelbar vor der Fertigstellung steht. Aber auch dieses Problem haben wir lösen können", verrät Roosen.

Am Samstag und Sonntag wird also wieder gepritscht, gebaggert und geschmettert, was das Zeug hält. Jenny Boldt und 999 andere Volleyballer können sich nicht irren: Der Koetherdyck ist Schauplatz des "geilsten Turniers", das sich denken lässt.

Quelle: RP
 
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