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Handball
Von Abstiegssorgen und Titelträumen

Handball: Von Abstiegssorgen und Titelträumen
Die Straelener Frauen werden im Regionalliga-Abstiegskampf von großen Personalsorgen geplagt. Auch der Einsatz von Elena Fiedler ist noch fraglich. Augen zu und durch: Die Straelener Männer - hier Jens Groetelaers - finden sich plötzlich in der Rolle des Gejagten wieder. FOTO: Thomas Binn
Straelen. Die Handball-Mannschaften des SV Straelen stehen am Wochenende vor hohen Auswärtshürden. Während die Frauen als krasse Außenseiterinnen im Kölner Westen antreten, geben sich die Männer in Lürrip als Spitzenreiter die Ehre.

Regionalliga der Frauen: TuS Königsdorf - SV Straelen (heute, 17.45 Uhr). Nach der Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf war bei den Grün-Gelben während der Karnevalspause Wunden lecken angesagt. Nicht unbedingt die psychischen, denn nur die kühnsten Optimisten hatten dem SV Straelen eine Chance gegen eines der Top-Teams der Liga ausgerechnet. Nein, es ging um mehr oder weniger heftige Verletzungen, von denen drei nicht gerade unwichtige Straelener Spielerinnen betroffen sind.

Lena Linßen fehlt schon seit Wochen, Steffi Heuvels verstauchte sich am Tag vor der Düsseldorf-Partie den Knöchel und Katrin Geelen fiel, als das Spiel bereits entschieden war, überaus unglücklich auf ihre Hand. Zuletzt meldeten sich Elena Fiedler und Leonie Maes krank vom Training ab. Wie fit die Fünf heute Abend in Königsdorf sind und ob sie ihre vom Abstieg bedrohten Teamkollegen auf dem Parkett unterstützen können, wird sich erst kurzfristig entscheiden. Bis vor wenigen Wochen spielte die gegnerische Mannschaft aus Frechen noch mit im Konzert der Großen.

Eine etwas überraschende Niederlage in St. Tönis sorgte jedoch dafür, dass der Rückstand auf die Tabellenspitze auf sechs Zähler anwuchs. Dass die Truppe aus dem Kölner Westen eine launische Diva sein kann, zeigte sie auch beim Hinspiel in Straelen. In Halbzeit eins dominierte sie das Spielgeschehen nach Belieben, nach Wiederanpfiff war es gegen sich steigernde Blumenstädter vorbei mit der Herrlichkeit. Am Ende fehlte dem SVS gerade einmal ein Tor zum Punktgewinn.

Prunkstück des Königsdorfer Spiels ist die Defensivabteilung inklusive einer bärenstarken Torhüterin. Hat sich die Deckung, die gerne in einer offensiven 3:2:1-Formation agiert, erst einmal sortiert, ist es für jede Mannschaft der Liga schwierig, diese zu knacken. Tempo ist ein probates Mittel - vom Gegenstoß, über die zweite Welle, bis hin zu schnellen Ballstafetten. Vor allem Letzteres gehörte im bisherigen Saisonverlauf nicht zu den Stärken der Grün-Gelben. Das muss unbedingt besser werden, wenn es noch etwas werden soll mit dem Klassenerhalt.

Landesliga der Männer: Turnerschaft Lürrip - SV Straelen (So., 13.20 Uhr). Das Hinspiel war für den SVS ein überraschend entspannter "Spaziergang". Nach 60 einseitigen Minuten war der Verbandsliga-Absteiger aus Lürrip mit 32:23 besiegt. Es war für die Blumenstädter der dritte Sieg im dritten Spiel. Dem ließen sie bis heute noch acht weitere folgen. Lohn der Mühen: Tabellenplatz eins und damit die ebenso unerwartete wie unbekannte Situation, der Gejagte zu sein.

"Jeder ist heiß darauf, den Ligaprimus zu schlagen", weiß Straelens Trainer Dieter Pietralla aus Erfahrung zu berichten. Dementsprechend motiviert dürfte der Gegner zu Werke gehen. Der ist nach schwachem Saisonstart längst wieder in der Spur, verlor nur eine seiner acht letzten Begegnungen. Basis für die jüngsten Erfolge ist eine torhungrige Offensive. Die Fäden in der Hand hält Spielgestalter Vincent Schimanski, der im Hinspiel kaum bis gar nicht zur Entfaltung kam. Ihm als Torschützen stehen Tim von der Weyden und der wieselflinke Außen Patrick Flügel zur Seite. Und dann ist da noch Spielertrainer Robert Bosnjak, der schon so manche Partie aus dem Feuer geholt hat.

Ein harter Brocken also, den die Grün-Gelben am Sonntag in der Jahnhalle vorgesetzt bekommen. Wollen sie den Platz an der Sonne verteidigen, müssen Punkte her, sind ihnen die Verfolger aus Biesel, Rheydt und Hüls doch dicht auf den Fersen. "In dieser verrückten Liga kann fast jeder jeden schlagen", fordert Dieter Pietralla von seinen Mannen höchste Konzentration . Dann springt vielleicht, trotz personeller Sorgen, Saisonsieg Nummer zwölf heraus.

(terh)
 
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