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Lena Pauels
Von der EM zurück auf die Schulbank

Lena Pauels: Von der EM zurück auf die Schulbank
Ein Herz für Nachwuchskicker: Nationaltorhüterin Lena Pauels ist "Edelfan" der F-Junioren des Kevelaerer SV und brachte zum Training einige Bälle mit. FOTO: privat
Geldern. Lena Pauels war als Torhüterin des "U 19"-Nationalteams bei der Europameisterschaft in Israel im Einsatz. Die Kevelaererin, die für den Bundesligisten SGS Essen spielt, hat für die Talente ihres Heimatvereins eine Patenschaft übernommen.

Du hast am Wochenende die Fußballjugend des Kevelaerer SV besucht und eine Patenschaft übernommen. Worum geht es da?

Lena Pauels Ich wollte dem Verein etwas zurückgeben, denn dort habe ich mit dem Fußball angefangen. Ich finde, dass man seine Wurzeln nie vergessen darf.

Was verbindet Dich persönlich mit dem Nachwuchs des KSV?

Pauels Ich habe mit den Trainern der F-Jugend, Philipp Grundlach und Dominik Koenen, von der F- bis zur C-Jugend gemeinsam Fußball gespielt. Das verbindet.

Wie sieht die Patenschaft aus?

Pauels Ich habe den jungen Spielern ein paar Bälle mitgebracht und werde versuchen, mir in Zukunft das eine oder andere Spiel von ihnen anzuschauen. Natürlich drücke ich kräftig die Daumen.

Groß geworden in Kevelaer und nun "U 19"-Nationaltorhüterin, wie sieht Dein Alltag mittlerweile aus?

Pauels Ich gehe auf das Sportinternat und besuche das Helmholtz-Gymnasium in Essen. Für die SGS Essen spiele ich im Tor.

Kürzlich warst Du sogar bei der Europameisterschaft in Israel mit dabei. Wie war's?

Pauels Im letzten Gruppenspiel gegen Spanien habe ich den entscheidenden Schuss von Laura Ortega gehalten. Gegen Schweden sind wir dann ausgeschieden. Die haben das bessere Spiel gemacht.

Das Aus gegen Schweden erfolgte im Elfmeterschießen. Ist das eine Nervenprobe als Torwart oder kann man das trainieren?

Pauels Elfmeterschießen wird zwar im Training geprobt, aber im Endeffekt weiß man nie, in welche Ecke der Ball geht. Es ist Glück und immer auch ein Nervenspiel.

Aber die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2016 hat die deutsche Mannschaft bereits in der Tasche.

Pauels Das stimmt, die Quali haben wir schon geschafft. Ich habe aber persönlich noch keine Zusage, ob ich mitfahre. Das wird immer relativ spontan entschieden. Es gibt viele gute Torhüterinnen im Nationalkader. Das darf man nicht vergessen. Es wird immer geschaut, wie sich jede Spielerin im Laufe der Saison entwickelt.

Wie siehst Du Deine Chancen?

Pauels Als 1998er Jahrgang bin ich nachgerückt. Ich gehöre zu den Jüngsten und muss mich besonders anstrengen.

Wie groß ist die Konkurrenz?

Pauels Man konnte bei der Europameisterschaft bereits sehen, dass nicht ein Torwart alle vier Spiele gemacht hat. Es sind außerdem noch viele gute Torhüterinnen zu Hause geblieben. Der Nachwuchs ist da und wartet auf seine Chance.

Ist das bei den männlichen Kollegen auch so?

Pauels Nein, bei den Männern ist das sogar noch schlimmer.

Wie geht es für Dich weiter, schulisch und beruflich? Du bist jetzt 17 Jahre alt.

Pauels Ich weiß noch nicht, ob ich eine Ausbildung mache oder studiere. Erst einmal versuche ich, ein gutes Abitur zu machen. Das wäre dann 2016.

Das wäre das gleiche Jahr wie die Weltmeisterschaft der U20. Was sind die nächsten sportlichen Ziele?

Pauels Klar habe ich die WM im Blick, aber es gibt erst noch zig andere Spiele, auch und vor allem in der Bundesliga. Da geht es zunächst darum, mit der SGS Essen in der Bundesliga zu bleiben. Es sind viele kleine Etappen bis zum großen Ziel Weltmeisterschaft.

Wie sieht die Zuschauer-Resonanz in der Frauen-Bundesliga aus? Leere Ränge oder tolle Stimmung ?

Pauels Die SGS Essen hat treue Fans, die uns auch zu Auswärtsspielen begleiten. Wir haben schon etwas mehr Zuschauer als andere Frauenmannschaften. Man kann das aber natürlich nicht mit dem Männerfußball vergleichen. Wenn es gut läuft, haben wir bei Bundesligaspielen mehr als 1000 Zuschauer.

Warum sollten sich Fußballfreunde einfach auch mal ein Bundesligaspiel der Frauen anschauen?

Pauels Ich bin der Meinung, dass Frauenfußball immer attraktiver wird. Klar ist es ein Unterschied zu den Männern, allein von der Menschenmenge, die für eine besondere Atmosphäre sorgt. Es entwickelt sich aber etwas im Frauenfußball, daran sollte man ruhig teilhaben.

Eigentlich schon erste Autogramme gegeben?

Pauels (lacht) Nach Länderspielen kamen kleinere Kinder auf mich zu und baten um ein Autogramm. Das ist vielleicht nichts Besonderes, aber gefreut habe ich mich darüber schon.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE BIANCA MOKWA.

Quelle: RP
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