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Wenke Grütter trumpft ganz groß auf

Fußball: Wenke Grütter trumpft ganz groß auf
Beim Futsal kommt es auf Tempo an: Wenke Grütter (l.) enteilt ihrer Gegenspielerin. FOTO: Georg von Coelln
Geldern. Die 20-Jährige aus Geldern ist seit Jahren aktive Fußballerin beim SV Walbeck. Dann entdeckte sie ihre Leidenschaft fürs Futsal. Mittlerweile ist Grütter so gut, dass sie sogar an der Futsal-Europameisterschaft für Studenten teilnehmen durfte. Von Christian Cadel

Die Futsal-Europameisterschaft der Männer ist gerade zu Ende gegangen. Im serbischen Belgrad kämpften zwölf Teams um den Titel. Deutschland war nicht vertreten. Hierzulande befindet sich Futsal noch im Aufbau.

Wenke Grütter (20) aus Geldern hat indes schon eine Menge Erfahrung mit der temporeichen Hallenfußball-Sportart gemacht. Seit einiger Zeit spielt sie für den Universitäts-Futsal-Club (UFC) Münster, einem Verein, der schon einige große Erfolge feiern konnte. "Futsal gehört zum Hochschulsportangebot der Uni Münster. Ich habe zunächst in einer normalen Gruppe angefangen, bin dann aber vom UFC angesprochen worden, ob ich nicht Lust hätte, in der Wettkampf-Mannschaft zu spielen", sagt die 20-Jährige. "Ich fand es cool und bin dabei geblieben." Das zahlte sich aus.

Im vergangenen Sommer reiste Grütter mit ihren Mannschaftskolleginnen nach Posen zur Futsal-EM der Universitäten und wurde dort sensationell Vize-Europameisterin. "Wenn wir nicht anfangs gegen die Türkei verloren hätten, hätten wir sogar Champion werden können. Am Ende zählte der Direktvergleich, und wir mussten Frankreich den Vortritt lassen", erzählt sie.

Der Ursprung für ihre Leidenschaft lässt sich bereits in der Kindheit finden. Grütter ist nämlich nicht nur eine begnadete Futsal-Spielerin, die mittlerweile in der Westdeutschen Futsal-Regionalliga an den Start geht, sondern auch aktive Spielerin beim SV Walbeck. Ihre fußballerische Karriere begann aber beim SV Veert, bei dem sie bis zur D-Jugend blieb. Anschließend wechselte sie zum SV Walbeck und kletterte von der C-Jugend bis in die Niederrheinliga-Mannschaft.

Aufgrund eines Kreuzbandrisses und der Tatsache, dass sie nun in Münster lebt, kann Grütter derzeit nur wenig in Walbeck trainieren und spielen. Um sich aber irgendwie auf dem Grün fit zu halten, hat sie seit Sommer ein Zweitspielrecht beim Frauenfußball-Regionalligisten Warendorfer Sportunion.

Der Kreuzbandriss im vorigen November hat sie nun erstmal zu einer Zwangspause verdonnert. "Ich hoffe, dass ich bis zum Sommer wieder fit bin", sagt die 20-Jährige. Immerhin kann sie sich neben der derzeitigen Reha viel mit ihrem Bruder Bastian Grütter austauschen, der ebenso leidenschaftlich Fußball spielt und im Kader des Landesligisten SV Sonsbeck steht. "Normalerweise trainiere ich dreimal die Woche 'normalen' Fußball und zweimal Futsal. Gepaart mit der Uni ist das schon etwas stressig, aber irgendwie bekomme ich das immer hin", sagt die Sportlerin. Vom Futsal könne Grütter schließlich auch nicht genug bekommen.

Mittlerweile hat sie eine Menge dazugelernt. Die temporeiche Hallenfußball-Variante ist nicht nur technisch anspruchsvoll, sondern verlangt auch eine gute Kondition. "Beim Futsal hat man viele Ballkontakte, was das Spiel sehr schnell macht. Positiv ist, dass meine Antrittsschnelligkeit deutlich besser geworden ist. Das ist ein Punkt, den ich beim Fußball super anwenden kann", erklärt die gelernte Mittelfeldspielerin.

Noch sei Futsal im Aufbau, aber beim DFB habe man mittlerweile erkannt, dass dies ein Sport mit Zukunft ist. "Noch in diesem Jahr soll das erste Länderspiel der neu gegründeten Männer-Nationalmannschaft stattfinden. In Südamerika und Südeuropa hat Futsal indes schon seit Jahren einen viel höheren Stellenwert. Der DFB hinkte in den vergangenen Jahren immer hinterher. Positive Entwicklungstendenzen sind nun aber sichtbar", erklärt Georg von Coelln, Präsident des UFC Münster. "Futsal ist in Südamerika und Südeuropa Bestandteil der fußballerischen Ausbildung. Ein Neymar oder ein Kaká haben damals damit angefangen", sagt von Coelln.

Ob die Hallenfußball-Variante in Deutschland demnächst an Popularität gewinnen wird, ist unklar. Grütter ist aber guter Hoffnung. "Ich glaube, dass die Futsal-EM der Männer für einen Aufschwung sorgen wird. Die Entwicklung sieht auch so aus, dass alles viel professioneller wird", sagt sie.

Quelle: RP
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