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Triathlon
Wenn Handballer baden gehen

Triathlon: Wenn Handballer baden gehen
Lukas Hüller ist bereit: Morgen um 16 Uhr stürzt sich der Handballer zunächst in die kühlen Fluten. Anschließend geht's auf die Radstrecke. Danach muss der 20-Jährige noch fünf Kilometer laufen. FOTO: Markus van Offern
Aldekerk. Lukas Hüller ist normalerweise festen Boden unter den Füßen gewohnt. Beim morgigen ATV-Triathlon am Eyller See tauscht der Spielmacher der Aldekerker Handballer nun sein Trikot gegen Badehose, Rennrad und Laufschuhe ein. Von Bianca Mokwa

Mit einem optimistischem "bis in einer halben Stunde" verabschiedet sich Lukas Hüller. Dann geht er ins Wasser, obwohl eine halbe Stunde vielleicht ein bisschen zu hoch gegriffen ist für eine Strecke von 500 Metern. Immerhin hat er als Student der Sportwissenschaften eine gute Grundfitness. Die Teilnahme am morgigen ATV-Triathlon am Eyller See ist aber ein Novum für ihn - und zugleich eine Herausforderung.

Denn eigentlich ist Hüller in der Handball-Oberligateam des TV Aldekerk zu Hause. "Ich hatte irgendwann ein bisschen Ambitionen", beginnt er seine persönliche Sportgeschichte. Er wollte besser werden, besser spielen. Als 18-Jähriger wechselte er zu TuSEM Essen, spielte in der Jugend-Bundesliga und gleichzeitig beim TV Lobberich. "Aber dann kam der Anruf von Achim Schürmann - und jetzt bin ich schon im dritten Jahr beim TV Aldekerk", sagt Hüller, "so schön ist es hier." Es sei nicht übertrieben, wenn er sage, dass er den Verein sehr liebe. Er korrigiert sich - es soll ja nicht romantisch klingen - "sehr mag".

Die Pluspunkte des ATV sind schnell zusammengefasst. "Toll, familiär, wo jeder jeden kennt", zählt der Handballer auf. Und das gilt Sportarten übergreifend. Deswegen ist Hüller auch zuversichtlich, dass es Menschen aus dem Verein gibt, die ihn vom Rande aus bei seinem ersten Triathlon anfeuern werden. "Ich weiß, dass ich sehr positiv auf pushende Worte reagiere", nennt er seine Erfahrungen aus Handballspielen. Der Triathlon ist Neuland. Bisher hat er den ATV-Dreikampf nur aus der Besucherperspektive kennengelernt. Im vergangenen Jahr war er als Streckenposten eingesetzt und ist prompt darauf angesprochen worden, ob er nicht mal als Teilnehmer sein Glück versuchen wolle. Er sei aber nicht überredet worden, beteuert er lachend.

Zunächst musste er sich aber um das passende Equipment kümmern. "Ich hatte da nur so ein altes Rennrad, gefühlt aus dem Jahr 1950", sagt der 20-Jährige, der in Bochum zu Hause ist. Auch da machte sich die gute Vernetzung innerhalb des ATV bemerkbar. "Ich hatte schon immer im Hinterkopf Bernd anzusprechen", sagt Hüller und meint Bernd Lemmen von der Rennsportgruppe des ATV. Ein passendes Rad für den Triathlon war gefunden, Laufschuhe hatte er ohnehin schon. Und wie es sich anfühlt, 5000 Meter zu laufen, das hatte er zuletzt nach einem anstrengenden Training getestet. "Mir geht es aber nicht um die Zeit, sondern vor allem um den Spaß", merkt Hüller an.

An sein Leistungsmaximum will er beim Triathlon trotzdem gehen. Das gilt im Übrigen auch bei seinen Handball-Auftritten, auch wenn er da realistisch bleiben möchte. "Die Erste Liga werde ich nicht mehr schaffen, dafür müsste ich schon deutlich mehr tun", sagt er selbstkritisch. "Aber der Traum ist natürlich immer der Aufstieg."

Wenn er nicht um den Aufstieg spielen will, dann wäre er nicht motiviert, lautet sein Credo. Mindestens die Dritte Liga sei das Ziel, vielleicht auch die Zweite. "Alles ist möglich, nichts muss", sagt Hüller, der bis in die Haarspitzen motiviert ist. Immerhin hatte das ATV-Team in der vorletzten Saison den Meistertitel geholt. "Ich bleibe", sagt er noch für all diejenigen, die noch nicht wissen, dass er auch in der neuen Saison auf jeden Fall für Aldekerk starten wird.

Aber zunächst hat er ein anderes Ziel vor Augen, den morgigen Dreikampf, bestehend aus 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und 5000 Meter Laufen. Sein Vorhaben bleibt nicht unbeachtet. Der nächste ATV-Triathlet kommt vorbei, der ein paar Trainingsrunden im Eyller See hinter sich gebracht hat. "Warst' schon im Wasser?", will er von Hüller wissen. Zur Motivation zieht Triathlet Rainer Faulstich das berühmt-berüchtigte grüne "Poser-Handtuch" des ATV hervor. Das bekommen die Bestplatzierten des Triathlons. "Vielleicht könnten wir noch eins für den besten Handballer beim Triathlon machen", werden Überlegungen aus dem Organisationsteam laut. Dann hätte Lukas Hüller ziemlich gute Chancen. Aus der ersten Handball-Mannschaft des ATV ist er der einzige Einzelstarter.

Seine Handballkollegen Karsten Wefers, Florian Lindenau und Christoph Kleinelützum starten aber als Staffel. Ein gutes Zeichen für die Verbundenheit innerhalb des Vereins - abteilungsübergreifend. Und wer nicht mitmacht, der darf gerne zum Anfeuern kommen.

Quelle: RP
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