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Kerken
Sporthalle: BVK befürchtet Folgekosten

Kerken: Sporthalle: BVK befürchtet Folgekosten
Von Kindern und Jugendlichen viel genutzt wird der Tartan-Platz am Rahmer Kirchweg. Er müsste der neuen Sporthalle weichen. Die BVK ist nach wie vor gegen diese Lösung. FOTO: Gerlings-Hellmanns
Kerken. Die Bürgervereinigung will den Standort "Rahmer Kirchweg" im morgigen Bauausschuss erneut zur Diskussion stellen. Ratsfraktion und Anwohner favorisieren Wohnmobilstellplatz. Die Verwaltung bleibt bei ihrer bisherigen Meinung. Von Antje Seemann

Der Standort scheint so gut wie festzustehen - trotz Kritik von Anwohnern und der BVK-Fraktion: Die neue Sporthalle für die Robert-Jungk-Gesamtschule ist auf dem Rahmer Kirchweg geplant. Anwohner und BVK hatten sich dagegen ausgesprochen und andere Areale für den Bau vorgeschlagen. Die wurden aber abgelehnt - mit der Begründung, dass der Rahmer Kirchweg der kostengünstigste Standort sei. Doch die BVK will noch nicht aufgeben: Für die morgige Sitzung des Ausschusses für Bau, Umwelt und Planung hat die Fraktion beantragt, die Platzwahl nochmals zu überprüfen. Sie befürchtet, dass der Bau der Sporthalle dort deutlich teurer werden könnte als bisher kalkuliert.

Doch die Gemeindeverwaltung hält an ihren Plänen fest: In einer Stellungnahme zu dem Antrag der BVK sieht sie keine Sachverhalte, die eine erneute Diskussion um den Standort rechtfertigen würden. Die Entscheidung dafür sei im Rat nach umfangreicher politischer Diskussion und auf Grundlage einer extern in Auftrag gegebenen Standortuntersuchung mit großer Mehrheit getroffen worden, heißt es. Der Sachvortrag der BVK in der Begründung des Antrages sei falsch - der Kostenvergleich liege seit dem 28. Oktober 2015 vor.

Die Vorsitzende der BVK, Patricia Gerlings-Hellmanns, findet, dass die Verwaltung in ihrer Stellungnahme nicht auf die neuen Standpunkte der Kritik eingeht, da sie noch mit alten Zahlen kalkuliert hat. Doch bei dem Bau der Halle am Rahmer Kirchweg könnte sich noch was ändern: Laut einem Antrag der CDU Kerken zum Beispiel kann es sinnvoll sein, die neun Meter hohe Sporthalle etwa zwei Meter in den Boden zu versenken, damit sie für Anwohner und Schüler niedriger wird - also nur sieben Meter hoch. Diese Maßnahme könnte laut BVK-Schatzmeister Ralf Janssen allerdings mit hohen Folgekosten verbunden sein: "Da bräuchte man eine Rampe für Rollstuhlfahrer, das würde bedeuten, dass wir mehr Platz brauchen. Das könnte dann aber wiederum nicht mit der geplanten Erweiterung der Schule passen. Der Anbau müsste versetzt werden und, und, und. Und das kostet alles." Die CDU sieht das anders: Der Aufwand dafür sei nicht hoch und die Halle grundsätzlich behindertengerecht.

Die Vorsitzende der BVK, Patricia Gerlings-Hellmanns, wehrt sich gegen die Vorwürfe, ihre Fraktion würde generell gegen die neue Sporthalle sein: "Wir wollen die Halle auch. Die Schule und die Vereine in Aldekerk brauchen die, und das möglichst schnell - das sehen wir. Aber wir sind dagegen, sie am Rahmer Kirchweg zu bauen." Ein Hauptkritikpunkt an diesem Standort ist, dass der Tartan-Platz dort weichen müsste, obwohl dieser viel genutzt wird. "Hier ist eigentlich immer Betrieb. Ob das die Schüler sind, die hier Fußball spielen. Oder am Nachmittag und am Wochenende andere Kinder und Jugendliche sind, die hier spielen. Den Platz kann man doch nicht einfach streichen", sagt Gerlings-Hellmanns. Außerdem befürchten Anwohner Parkchaos sowie Lärmbelästigung durch wegfahrende Autos und Publikumsverkehr bei Veranstaltungen in der Halle.

Die BVK hatte als Alternative vorgeschlagen, die Sporthalle statt auf dem Rahmer Kirchweg auf dem jetzigen Wohnmobilstellplatz an der Kempener Straße zu errichten. "Dort gibt es weniger Anwohner, es könnten mehr Parkplätze gebaut werden, und die Lärmbelästigung wäre auch geringer, weil die Autos hinter der Halle parken könnten und diese als Schutzwand dient", meint Janssen. Doch dieser Vorschlag wurde bisher mit der Begründung abgelehnt, zu teuer zu sein. Das ärgert den BVK-Schatzmeister: "Wir wollen die Halle so kostengünstig wie möglich, damit nichts unnötig auf dem Haushalt lastet. Aber der Kämmerer soll auch alle Risiken für Folgekosten mit auflisten."

Gerlings-Hellmanns geht davon aus, dass der Bauausschuss morgen die Empfehlung gibt, den BVK-Antrag abzulehnen. Endgültig entscheiden wird dann der Kerkener Rat am 20. April.

Quelle: RP
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