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Kerken
Sporthalle: Kritik am Vertrag mit ATV

Kerken: Sporthalle: Kritik am Vertrag mit ATV
Tore will der ATV bald auch in der neuen Halle in Aldekerk werfen. Diskutiert wird derzeit allerdings über die Bedingungen für den Vertrag zwischen der Gemeinde und dem Verein. FOTO: Spütz
Kerken. Beim Bau der Halle sollen bestimmte Wünsche des Vereins berücksichtigt werden. Der übernimmt dafür einen Teil der Baukosten. Dass der ATV damit ein Schnäppchen macht, findet die Gemeindeverwaltung nicht. Von Antje Seemann

Nach längerem Stillstand geht es beim Thema neue Sporthalle in Aldekerk weiter. In der kommenden Ratssitzung am Mittwoch, 9. November, ab 18.30 Uhr im Michael-Buyx-Haus geht es um den Vertrag zwischen dem Sportverein ATV und der Gemeinde. Der sieht vor, dass die Gemeindeverwaltung bestimmte Wünsche des ATV in der Planung berücksichtigt. Im Gegenzug beteiligt sich der Verein mit rund 721.060 Euro bei den Baukosten der Halle. Doch es gebe noch einige Fragen, die in dem Vertrag nicht geklärt seien, finden einige Kerkener Bürger. "Die Gemeinde unterstützt den ATV massiv mit Geldern aus der Haushaltskasse, die eigentlich für völlig andere Ausgaben vorgesehen sind. Dem Bürger wird ein Vertrag vorgelegt, der formal eine Beteiligung des ATV vorgaukelt, aber in dem die wahren Neben- und Mietkosten verschleiert werden", heißt es in einem Schreiben an die RP-Redaktion.

Grundsätzlich geht es um mehr Platz in der Halle und um weitere Räume. Die neue Turnhalle soll nämlich im Wesentlichen die alte Sporthalle der Robert-Jungk-Gesamtschule in Aldekerk ersetzen. Allein für diesen Zweck hätte eine Zweifachsporthalle gereicht. Während der Entscheidungsfindung habe der Verein die Gemeinde allerdings kontaktiert und gefragt, ob auch eine Dreifachturnhalle möglich sei sowie weitere Räume und eine Geschäftsstelle in dem Gebäude, heißt es in dem Vertrag. Der Bauausschuss hat diese Vereinbarung durchgewunken.

Doch einige Fakten hätten noch gar nicht vorgelegen, bemängeln die Kritiker. Dass der ATV die Halle 40 Jahre mietfrei nutzen können soll, ist für sie ebenso unverständlich, wie dass er sich mit nur 5,3 Prozent an den anfallenden Nebenkosten beteiligen und nur die Mehrkosten für die zusätzlichen Räume tragen soll.

Die Kritik an dem Vertrag weist Kerkens Bürgermeister Dirk Möcking allerdings zurück. Eine externe Anwaltskanzlei habe die Vereinbarung erstellt und alles juristisch abgeklopft. Der ATV werde außerdem sehr wohl an sämtlichen Mehrkosten beteiligt. Finanziell sei die Situation für die Gemeinde sogar besser als ohne die Beteiligung des Vereins.

Die zusätzlichen Räume für den ATV seien für den Verein zunächst mietfrei, weil dieser die Kosten für den Bau übernimmt: "Wir hätten das auch selber bezahlen können und dann vom Verein eine Miete dafür nehmen können. Das ist einfach nur umgerechnet." Eine Hallennutzungsgebühr gebe es in Kerken ohnehin nicht. Möcking sieht hier eine "Win-Win-Situation" für alle Beteiligten. "Ich bin der Überzeugung, das ist eine faire Vereinbarung zwischen dem Verein und der Gemeinde. In keiner Weise überprofitiert der ATV hiervon." Die Kooperation sei eine Chance für Kerken wie auch für die anderen Sportvereine, findet der Verwaltungschef: "Den Kraftraum und den Gymnastikraum können die Schüler und die anderen Sportvereine mitbenutzen. Die freuen sich auf mehr Möglichkeiten."

Dass der Vertrag einen Festbetrag für den ATV von 721.060 Euro vorsieht, obwohl die Ausschreibung noch nicht abgeschlossen ist, hält der Bürgermeister für kein Risiko. Der Gemeinderat habe ein konkretes Budget festgelegt, mehr dürfe die Sporthalle nicht kosten.

Im Haushaltsplan der Gemeinde sind für die reinen Baukosten 3,35 Millionen Euro brutto veranschlagt, hinzu kommen Planungskosten, Gutachten und Vermessungen von 350.000 Euro.

Quelle: RP
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