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Auf dem Rad von Dorf zu Dorf

Auf dem Rad von Dorf zu Dorf
Der Webermarkt liegt im Zentrum von Nieukerk. FOTO: Gemeinde Kerken
Der ideale Ausgangspunkt für eine Radwanderung durch Kerken, die Gemeinde, die sich von der Abfahrt der Autobahn 40 an der Bundesstraße 9 entlang rund zwölf Kilometer in Richtung Nordwesten erstreckt, ist der Mittelpunkt des Ortes Nieukerk: der Weber- und Schwanenmarkt. Hier lag einst das wirtschaftliche Zentrum des Dorfes, das im 19. Jahrhundert durch Weberei und Landwirtschaft geprägt war. Von Michael Klatt

Viele kleine Handwerksbetriebe, Geschäfte und Gaststätten gruppierten sich um diese Plätze. Die hübschen Häuser aus dem 18. Jahrhundert prägen die beiden Märkte noch heute. Alles in Nieukerk überragt freilich die St.-Dionysius-Pfarrkirche. Sie ist zugleich das beherrschende Gebäude am Dionysiusplatz, auf dem mit dem Rathaus und der Gemeindeverwaltung das administrative Zentrum der Gemeinde zu finden ist.

Die politischen Entscheidungen fallen ein paar Schritte weiter, im nach dem Vermesser, Heimatforscher und Sammler benannten Michael-Buyx-Haus. Dort tagt der Gemeinderat. Doch auch für kulturelle Veranstaltungen wird das Solitärgebäude gerne genutzt. Nieukerk ist der eine Hauptpol der 1969 durch die Kommunalreform entstandenen Gemeinde Kerken. Aldekerk heißt der andere.

Eine kurze Fahrt durch die Bauernschaft Eyll, das längste Straßendorf am Niederrhein, bringt den Radfahrer dorthin. Auch in Aldekerk bildet die katholische Pfarrkirche, in diesem Falle den Heiligen Peter und Paul geweiht, den im flachen Umland weithin sichtbaren Orientierungspunkt. Ein Besuch in diesem Gotteshaus lohnt sich, denn dort wurde in den vergangenen Jahrzehnten die überlieferte Ausschmückung und Ausstattung wieder zu Tage gefördert. Zu erwähnen sind die neugotischen Malereien, kunstvolle Glasmalereien unter anderen nach Entwürfen des Kevelaerer Künstlers Friedrich Stummel und mehrere Schnitzaltäre.

Die frühere Klosterkirche, direkt neben dem Altenheim St. Maria Magdalena, wird hin und wieder noch für Gottesdienste und Andachten genutzt.  Denkmalgeschützt wie manches in diesem Ort ist die Aldekerker Heimatstube auf der Hochstraße. Dieses zweigeschossige Fachwerkhaus mit Halbwalmdach wurde nach sachkundiger Restaurierung mit Unterstützung der NRW-Stiftung zur öffentlichen Begegnungsstätte in Trägerschaft des örtlichen Heimatvereins umgewandelt. Außerdem dient es als Verwaltungsnebenstelle. 

Weitere Wahrzeichen Kerkens finden sich in Stenden, dem östlichsten und damit der A 40 am nächsten gelegenen Gemeindeteil. Die runde Holländermühle ersetzte 1880 die ein Jahr zuvor abgebrannte Kastenmühle. In den 1920er Jahren gab der letzte Müller auf. Der damalige Kreis Geldern richtete 1925  dort eine Jugendherberge ein. Seit 1966 befindet sich die Mühle in  Privatbesitz.  Die St.-Thomas-Kirche wurde im Jahr 1902 erbaut. Sie fällt durch ihren gedrungenen, neoromanischen Stil ins Auge. Wie die Mühle, ist ihr Bestand nicht durch die Bagger gefährdet, die seit etwa 1960 die Aldekerker Platte zur Kiesgewinnung immer weiter aufreißen.

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