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Straelen
Stadt Straelen sieht Heronger Depot in Sackgasse

Straelen. Baudezernent stellt Widerspruch zwischen Flora und Naturschutzzielen. Doch Gewerbe möglich?

Als "Sackgasse" für die geplante Grünverbindung mit einer Grünbrücke über die Autobahn 40 bewertet Straelens Baudezernent Harald Purath die Tatsache, dass das ehemalige Bundeswehrdepot Herongen dem Nationalen Naturerbe zugefügt werden soll. Er bezieht sich auf eine Pressemitteilung des Umweltministeriums. Dort werde hervorgehoben, dass von der rund 160 Hektar großen Fläche "beispielsweise Wiedehopf, Ziegenmelker und verschiedene Heidearten profitieren sollen. Insgesamt würde so ein wesentlicher Beitrag zum Erhalt der Biodiversität in Deutschland geleistet".

Für das Depot Herongen stelle sich die Situation aber ganz anders dar. Alle Freiflächen und die für Wiedehopf, Ziegenmelker, Heidelärche, Zauneidechsen und andere so dringend benötigten Heide- und Freiflächen verschwänden bereits. Hier sei während der militärischen Nutzung die amerikanische Traubenkirsche eingeschleppt worden, eine Art, die bei uns nicht heimisch ist. Gerade solchen Arten wurde nicht zuletzt vom NRW-Umweltminister Remmel der Kampf angesagt. Konnte die Traubenkirsche während der Bundeswehrzeit durch die Nutzung der Freiflächen noch zurückgedrängt werden, werde ihr nun ungehemmt Raum angeboten. Purath: "In meinen Augen ein merkwürdiger Widerspruch zu den Zielen von Natur- und Landschaftsschutz für das Depot."

Der Baudezernent weist außerdem auf die Belastung des Bodens mit Kampfmitteln hin. "Solange im Depot keine Kampfmitteluntersuchung stattgefunden hat, kann von der Öffnung des Geländes keine Rede sein."

Überrascht von der Entwicklung ist nicht nur die Stadtverwaltung, sondern nach Auskunft Puraths auch die zuständige Sachbearbeiterin bei der Bezirksregierung. Aus seiner Sicht besteht noch ein "kleiner Hoffnungsschimmer" für eine andere Folgenutzung des Depots. Nach Information der Bundesanstalt für Immobilienmanagement (BImA) könnten in Einzelfällen Teile der Flächen, für die eine höherwertige Nutzung (zum Beispiel Gewerbe) dargestellt werden kann, wieder ausgegliedert werden. Ein Beispiel dafür ist die Wahner Heide bei Köln.

(kla)
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