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Geldern
Ereignisreiche Tage in Kassel für KAB-Mitglieder aus Kerken

Geldern. KERKEN "Sinnvoll leben" ist der Jahresschwerpunkt der KAB im Diözesanverband Münster. Damit werden alle Lebensbereiche berührt. Für ihr Seminar in und um Kassel hatte die KAB Nikolaus Groß aus Kerken drei Bereiche ausgewählt. Die 28 Teilnehmer informierten und beschäftigten sich mit den Bereichen Ehrenamt und Kommune, Glaube und Kirche, Arbeit und Wirtschaft. Den Auftakt bildete eine fachkundige Führung durch die Documenta-Stadt Kassel, vom Aschrottbrunnen vor dem Rathaus, der die Geschichte der Juden in Kassel in Erinnerung hält, über die "7000 Stelen - 7000 Eichen" von Josef Beuys bis zum "Mann im Turm" von Stephan Balkenhol.

Beim anschließenden Besuch des Zukunftbüros der Stadt Kassel stellte die Leiterin Ingrid Könen den weit gesteckten Aufgabenbereich ihrer Einrichtung vor. Wie der Name sagt, geht es um die Entwicklung der Stadt. Und es geht um die Beteiligung der Einwohner an diesen Überlegungen. Dazu werden zum Beispiel Diskussionsforen angeboten. Es werden kommunale Einrichtungen wie der Seniorenbeirat und Initiativen in Stadtvierteln unterstützt, aber auch Vereine und Verbände bekommen dort Rat und Unterstützung.

So eine Anlaufstelle wünschten sich viele ehrenamtlich Aktive. In Kassel haben die beiden großen Kirchen mit dem Land Hessen und der Stadt Kassel ein Sepulkralmuseum eingerichtet. Zentrale Themen dieses Museums sind Sterben und Tod, Trauern und Gedenken. Von römischen Grabsteinen bis zu jüdischen und moslemischen Bestattungssitten reicht das Spektrum der Ausstellungsstücke. Intensiv tauschten sich die Teilnehmer über Fotos vom Umgang mit schwer Kranken und Sterbenden aus.

Verantwortliche der Pfarrgemeinde Heilig Geist in Vellmar erzählten von der Suche nach dem "Spezifischen" ihrer Gemeinde und dem heftig diskutierten Beschluss, einen "Raum der Hoffnung" zu bauen. Dieser spirituelle Raum ist nicht mit der Kirche verbunden und den ganzen Tag frei zugänglich. An den Wänden sind Stäbe in Ständern aufgestellt. Wenn man genau hinschaut, entdeckt man darin ein Kreuz und Nischen für Teelichter. Es gibt eine Musikanlage und farbiges Licht.

Angesprochen werden sollen Menschen, die zwar getauft sind, aber keinen Kontakt zur Gemeinde haben. Die Verantwortlichen sind sich bewusst, dass dieser Raum auch von Nicht-Christen genutzt werden kann, was Diskussionen in der Gemeinde, aber auch bei den Gästen auslöste. Die Tage in Kassel gingen mit einem "Gang mit dem Wasser" von der Wilhelmshöhe hinab in den Schlosspark zu Ende. Letzter Programmpunkt war der Besuch der Upländer Bauernmolkerei, wo die Milch der Erzeugergemeinschaft Bio-Milch Nordhessen in Eigenregie verarbeitet und vermarktet wird.

Die Geschäftsführerin Karin Artzt-Steinbrink schilderte die Entwicklung dieses Betriebes von der Gründung bis heute mit mehr als 100 Gesellschaftern mit allen Höhen und Tiefen und die Probleme eines Kleinbetriebes, sich gegenüber den Handelsketten und Großmolkereien zu behaupten. Der anschließende Besuch im "Muhseum" und das Buttern lösten viele Erinnerungen bei den älteren Teilnehmern aus.

Quelle: RP
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