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Straelen: Neue Flüchtlings-Unterkünfte

Straelen: Straelen: Neue Flüchtlings-Unterkünfte
FOTO: Wensierski Siegfried
Straelen. Das ehemalige Jugendheim "Wigwam" soll ab Ende des Jahres zu einer Unterkunft umgebaut werden. Nächste Woche beginnen die Erdarbeiten für die Mobilheime am Berghsweg. Ende September soll geliefert werden. Von Michael Klatt

Für die Straelener Stadtverwaltung erhöht sich seit einiger Zeit der Druck, Flüchtlinge unterzubringen. "Seit Anfang August bekommen wir jede Woche zehn Personen zugewiesen", berichtet der zuständige Dezernent Christian Hinkelmann. Überraschend kommt das nicht. Denn nach dem Wegfall der beiden Landeseinrichtungen in Rieth und am Oberweg werden die dort früher untergebrachten 250 Personen nicht mehr auf die städtische Quote angerechnet.

Mit einem Mix aus eigenen Gebäuden und angemieteten Wohnungen will die Stadt die Unterbringungsfrage lösen. Nach einem öffentlichen Aufruf seien einige Mietangebote gekommen, sagt der Dezernent. Das bisher als Jugendheim genutzte "Wigwam" an der Rathausstraße soll zu einer Unterkunft umgebaut werden. Bekanntlich wird die gesamte Jugendarbeit in einem neuen Anbau an der St.-Anno-Schule konzentriert. Ab Ende des Jahres könnten die "Wigwam"-Räume für Flüchtlinge hergerichtet werden.

Um den Bedarf kurzfristig zu decken, sollen jeweils zehn Plätze durch den Dachgeschossausbau in den Unterkünften Sanger Weg 7 und Riether Straße 32 entstehen. Hinkelmann: "Die Ausschreibungen für diese Aufstockungen sind durch."

Noch früher zur Verfügung stehen dürften die Mobilheime am Berghsweg, in denen 48 Personen untergebracht werden können. Dafür beginnen in der nächsten Woche die Erdarbeiten. Die Heime selbst sollen am 30. September geliefert werden.

Drei Varianten hatte Straelens Stadtrat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause zur Auswahl. Er entschied sich letztlich bei zwölf Enthaltungen für die am längsten vorliegende: Die neuen Mobilheime sollen am Berghsweg im zwei Blöcken in V-Form gegenüber dem Spielplatz aufgestellt werden. So hatten die Politiker bereits am 12. Mai votiert. Ein Beschluss, der nicht jedem behagt. Das sei die billigste und für die Anwohner die schlechteste Lösung, beklagten sich sinngemäß im Gespräch mit der RP Karl und Gudrun Malszewski. "Das kommt nur dem Haushalt der Stadt zu Gute." Und auch während einer Bürgerinformation zu diesem Thema am 19. Mai hatten manche Zuhörer ihren Unmut geäußert.

Fakt ist: Der Rat wählte die preisgünstigste Variante. Die beiden anderen Vorschläge hätten rund 59.000 beziehungsweise 61.000 Euro mehr gekostet als die 583.000 Euro, die für den Bau der Mobilheime jetzt voraussichtlich fällig werden. Doch nach Ansicht der Verwaltung und der Ratsmehrheit ist das der beste Weg. Ein von etlichen Anwohnern und auch der SPD bevorzugtes Abrücken der Mobilheime weg von der Wohnsiedlung in Richtung Westen erschwere die Integration, meint beispielsweise Stephan Heintze (Freie Wähler). "Das sagt den Menschen: Wir wollen euch hier nicht."

Es handelt sich um Häuser in Holzrahmenbauweise, ähnlich denen in manchen Campingparks. Sie sollen in zwei Blöcken zu je vier Modulen angeordnet werden. Acht Wohneinheiten für je sechs Personen gibt es auf einer Gesamtwohnfläche von 300 Quadratmetern. Hinzu kommen unter anderem ein Technikgebäude im vorderen Bereich des Geländes, in dem auch ein Büro für einen Betreuer untergebracht werden soll. Dazu sind weiterhin Außen- und Spielbereiche vorgesehen. "Ohne Zäune, denn wir wollen keine Lageratmosphäre", betonte Hinkelmann ausdrücklich. Die Mobilheime sollen für die Dauer von drei Jahren genutzt werden.

Unterdessen hat die Verwaltung der Stadt Straelen einen neuen Mitarbeiter gewonnen, der das Personal für die Betreuung von Flüchtlingen verstärkt. Auch der Arbeitskreis Asyl ist bei dieser Aufgabe mit einbezogen. "Es läuft gut", meint Dezernent Hinkelmann. Nach derzeitigem Stand würden alle Flüchtlinge untergebracht. Und Kritik an dem Verfahren sei ihm seit der Bürgerversammlung im Mai auch nicht mehr zu Ohren gekommen.

Quelle: RP
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