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Straelen
Straelener besuchen "ihr" Mädchenhaus in Karunai

Straelen. Mit Pfarrer Charles Raya reiste eine 27-köpfige Gruppe. Viele Eindrücke gesammelt. Projekt ist auf dem richtigen Weg. Von Elisabeth von Loe und Margit Plum

Lange hegte Pfarrer Charles Raya den Wunsch, die Förderer und Unterstützer des Vereins Karunai nach Indien einzuladen, um ihnen "sein" Heimatland zu zeigen und das seit Jahren von den Straelenern unterstützte Mädchenhaus zu besuchen. 25 Straelener und zwei Walbecker machten sich auf den Weg. Über Dubai ging es nach Delhi, wo Harschid, der indische Reiseleiter, wartete.

Von da an war alles anders. Es roch anders, die Farben waren bunter, intensiver, die Geräusche lauter, überall gab es Überraschendes zu entdecken, auch beim Essen, es gab so viele freilaufende Tiere. Die Niederrheiner besuchten barfuß einen Sikhtempel und waren dort von der Großküche beeindruckt. Hier bereiteten Ehrenamtliche Armenspeisungen vor - die Töpfe über offenem Feuer waren so groß, dass man darin bequem sitzend hätte baden können.

In Delhi-Altstadt waren so viele Menschen in den engen Straßen. Obwohl es so eng und voll war - eine Rikscha passte immer noch durch. 1,3 Milliarden Menschen schienen auf dem Weg zu sein. Und eine Kuh hatte immer Vortritt, auch im dichtesten Verkehr. Ein Höhepunkt war das Taj Mahal - es gilt als das schönste Bauwerk muslimischer Architektur in Indien. Im Bundesstaat Tamil Nadu im Süden des Landes besichtigte die Gruppe unter anderem den Minakshi-Tempel: Die farbenfrohe und verspielt-verschwenderische Architektur versetzte in Staunen und die Hindu-Zeremonie im Innern des Tempels machte sprachlos.

Der Höhepunkt der Reise war das 2010 eröffnete Mädchenhaus Karunai-Karangal. Die Familien in dem Dorf beziehungsweise dem Slum hatten sich offensichtlich mit der Armut arrangiert. Sie begrüßten die Gäste auf fröhlich-zuvorkommende Weise. Die 34 Mädchen zwischen zehn und 18 Jahren brachten nicht nur das Tanzen bei, sondern auch, wie man auf indische Art richtig isst. Nämlich mit der rechten Hand (ohne Besteck) von einem Bananenblatt. Beeindruckend auch die beiden Hausleiterinnen, die zurückhaltend-präsent waren. Und Victor, der gefühlt mehr Zeit in "unserem" Haus verbringt, um sich um alles zu kümmern, als bei seinen eigenen Töchtern. Alles ehrenamtlich.

Es gibt noch viel zu tun, doch stellten die Besucher fest: Gott sei Dank sind wir auf dem richtigen Weg. Auch die Schule passt in das Konzept. Die Kinder lernen neben Wissen auch Disziplin - nicht nur für Indien eine wichtige Tugend, aber für Indien eine besonders wichtige. Der Verein will im kommenden Jahr die ersten Mädchen in ihrer Berufsausbildung begleiten. Auch sollen weitere Mädchen im Haus Karunai-Karangal aufgenommen werden.

www.karunai.de

Quelle: RP
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