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Geldern
Stromausfall legt Gewerbegebiet und Wohnviertel lahm

Geldern. Rund 1000 Privathaushalte und etwa 80 große und kleine Unternehmen waren gestern Mittag für eine knappe Stunde ohne Strom. Ein Tiefbau-Unternehmen hatte bei den Arbeiten zum Glasfaser-Ausbau im Gewerbegebiet Weseler Straße um 11.53 Uhr ein Mittelspannungskabel beschädigt. Das ist eine dickere Leitung, über die Strom auf abzweigende kleinere verteilt wird.

Das Gewerbegebiet war mehr oder weniger vollständig ohne Energie, außerdem große Teile der umliegenden Wohngebiete. Bei den Stadtwerken erwartet man, dass vor allem die betroffenen Firmen hohe finanzielle Schäden geltend machen werden: Produktionsausfälle, Defekte an Maschinen, Fehlfunktionen von Computer-Systemen.

"Gerade im Gewerbegebiet, gerade um diese Uhrzeit, und dann so eine Störung - das kommt gar nicht gut", sagte Claus van Vorst, Geschäftsführer der Stadtwerke-Netzgesellschaft gestern verärgert über den Vorfall. "Das kann nicht sein, dass unsere Kunden so belastet werden."

Die Stadtwerke-Kunden haben seiner Ansicht nach gute Chancen auf Entschädigungszahlungen, die, so van Vorst, letzten Endes vom besagten Tiefbauunternehmen kommen müssten. Denn während es für Probleme durch "höhere Gewalt" wie Blitzeinschläge oder Sturm-Folgen keinen Schadensersatz gibt, sieht das anders aus, wenn Fehler gemacht werden.

Nach den Erkenntnissen der Stadtwerke hatte wohl eine "Erdrakete" das Kabel getroffen. So eine "Rakete" bohrt sich unter der Straße hindurch durch das Erdreich und zieht dabei Rohre und Leitungen hinter sich her. Für das Verlegen von Kabeln ist das eine Standard-Methode, weil Pflaster und Asphalt dabei nur punktuell aufgerissen werden. Allerdings sei jedes Unternehmen verpflichtet, sich vorab zu informieren, wo sich Stromleitungen befinden, und sich der korrekten Lage zusätzlich zu vergewissern, erklärt Claus van Vorst: "Erst dann darf eine Erdrakete eingesetzt werden." Sollte sich herausstellen, dass die Sicherheitsvorkehrungen nicht getroffen wurden, dann "wird so eine Firma auch in Regress genommen", kündigt Claus van Vorst an.

Die Stadtwerke hatten die Störung um 12.45 Uhr komplett behoben, wie sie mitteilten. Dafür wurde das beschädigte Teil-Stück des Kabels totgelegt und das Stromnetz quasi "außenherum", über andere, bestehende Leitungswege, wieder geschlossen.

(szf)
 
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