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Was Macht Eigentlich...?
Täglich unterwegs mit Hündin Lilly

Geldern. Langeweile kennt der langjährige Stadtwerke-Chef "Hejo" Freitag im Ruhestand nicht. Der Terminkalender ist voll. Besonders Golf - sein Handicap liegt bei 20,8 - und Jagd sind sehr zeitintensive Beschäftigungen. Er ist Vorsitzender des Hegerings. Von Dirk Möwius

Geldern "Hejo" Freitag muss lachen. "Man sagt ja immer, dass Rentner am wenigsten Zeit haben. Und irgendwie stimmt es - der Terminkalender ist immer voll." Was vor allem daran liegt, dass man sich mit anderen Ruheständlern eben auch wochentags und tagsüber verabreden kann. Trotzdem genießt er seinen Ruhestand spürbar tiefen-entspannt. Der Tag beginnt mit einem Spaziergang mit Hündin Lilly - und dann ist Zeit für die Lektüre von gleich zwei Zeitungen. Klassisch mit Papierrascheln - sonst fehlt Heinz Josef Freitag etwas.

Auf den Ruhestand musste er etwas länger warten: 68 Jahre war er alt, als er vor zwei Jahren aus dem Dienst der Stadtwerke Geldern verabschiedet wurde. "Das war mir sehr wichtig, dass ich noch den Fortbestand des Unternehmens in seinen Eigentümerstrukturen auf Dauer sicherstellen konnte", sagt Freitag.

34 Jahre lang prägte er die Stadtwerke, nachdem er mit 34 Jahren ("so jung war damals schon ungewöhnlich") Geschäftsführer geworden war. Durch den Beruf kehrte der in Düffelward Geborene, aber in Düsseldorf groß Gewordene auch an den ländlichen Niederrhein zurück. Zwei Jahre lang versuchte er es als Pendler, dann zog er mit seiner Frau Monika, die aus dem Badischen stammt, nach Veert. Den umgekehrten Weg gingen übrigens die Kinder. Sie wurden in Düsseldorf geboren, wuchsen in Veert auf und leben heute in der Landeshauptstadt.

Zwei große Hobbys brauchen viel Zeit: das Golfspiel und die Jagd ("die darf man eigentlich ja gar nicht Hobby nennen", so Freitag schmunzelnd). Zum Golf kam er vor etwa 15 Jahren, als zunächst seine Frau begonnen hatte, auf der Anlage bei Schloss Haag den Schläger zu schwingen. "Hejo" Freitag begleitete sie zunächst, wurde dann selbst aktiv und spielt mittlerweile richtig gut. Schnell holt er seinen Ausweis, um in Sachen Handicap bloß keine falschen Angaben zu machen. Bei 20,8 liegt der Wert offiziell. "Und das spiele ich jetzt auch wirklich wieder", freut er sich. Mit dem Freundeskreis aus dem Golfclub geht es auch regelmäßig auf kleine Reisen zu anderen Anlagen. "Das Schöne am Golfspiel ist vor allem, dass man als Ehepaar gemeinsam unterwegs sein kann", sagen Monika und "Hejo" Freitag.

Wenn es Herbst wird, richtet sich der Fokus wieder stärker auf die Jagd. Waidmann ist Freitag schon seit 30 Jahren, bei Pont hat er gemeinsam mit anderen seine Jagd. Und dabei nimmt er auch ein wichtiges Ehrenamt wahr. Nach dem Tod von Stefan Kriegel wurde er Vorsitzender des Hegerings Geldern/Issum. Eine Aufgabe, die Themen mit sich bringt, bei denen er sich fast in Rage reden kann.

"Wir Jäger werden von der Politik missbraucht und müssen sehr aufpassen", fürchtet er, dass die derzeit geforderte stärkere Bejagung von Wildschweinen am Ende zum Imageproblem der Jägerschaft werden kann. Wenn Regeln wegfallen und über den Wegfall der Schonzeit gesprochen wird - das behagt ihm nicht. Als Jäger müsse man waidgerecht denken.

Apropos Ehrenamt: Freitag gehört auch zum Team der Gelderner Bürger, die sich in der Aktiengesellschaft für den Erhalt der Gaststätte Manten engagieren. Neben Uli Janssen und Bernd Stibi ist er Aufsichtsrat. Und der Golfclub Schloss Haag hat ihn für seinen Beirat gewonnen.

Quelle: RP
 
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