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Issum
Telekom spielt Ping-Pong mit Sevelenern

Issum. Seit rund vier Wochen bemühen sich die Oude-Hendrikmans um die Reparatur ihres Internet- und Festnetzanschlusses. Von Michael Klatt

Der Mann am anderen Ende der Leitung schien Mitleid zu haben. "Man habe mit uns Ping-Pong gespielt", erinnert sich Sabine Oude-Hendrikman an den Kommentar des Gesprächspartners über das Verhalten der Deutschen Telekom. Seit fast vier Wochen ist das Unternehmen nicht in der Lage, den Festnetz- und Internetanschluss des Sevelener Ehepaares zu reparieren.

Der hatte jahrelang tadellos funktioniert. Bis zum 22. Juli. "Plötzlich war alles tot", berichtet Sabine Oude-Hendrikman.

Dass das etwas mit ihrem Wechsel zur Deutschen Glasfaser zu tun haben könnte, glaubt sie nicht. Schließlich wurde dieser Vertrag schon Anfang November abgeschlossen. Der Anruf bei der Telekom-Störungsstelle noch am 22. Juli brachte keine Abhilfe. "Als ersten Tipp sagte man uns, den Router zu resetten", erzählt Harry Oude-Hendrikman. "Aber das hatten wir natürlich schon getan." Da kündigte die Telekom für den 24. Juli den Besuch eines Technikers an. Der dann am 24. anrief und vermeldete, es sei soweit alles okay. Es handle sich um einen Software-Fehler, der von einer internen Stelle behoben werden müsse.

Bei weiteren Anrufen am 25. und 26. Juli wurden die beiden Sevelener vom Call-Center abgespeist. "Man erzählte uns immer wieder das Gleiche, eine neue Firmware müsse drauf, und eine andere Stelle hatte eine ganz andere Diagnose", erinnert sich Oude-Hendrikman. Als Schriftführer der St.-Antonius-Bruderschaft Sevelen betreut er deren Homepage, was ihm allerdings derzeit nicht möglich ist. Und seine Frau kann unter anderem die Steuererklärung per "Elster" vergessen. Ebenso wie die Anrufe der Eltern auf dem Festnetz, die von den Senioren mit Vorliebe getätigt werden.

Im August ging das Telekom-Drama weiter. Am 1. versprach eine Dame, die Leitung komplett zurückzusetzen. Am 2. kündigte die Beschwerdestelle einen "Reset über Nacht" an. Nichts geschah. Am 5. war von einer "Großstörung" die Rede. Dann kam das Angebot, eine "Datenkarte" zuzusenden, damit man für zehn Euro einen Stick fürs Internet kaufen könne. "Nach drei Tagen war noch nichts da, statt dessen erzählte mir die gleiche Stelle, so etwas wie eine Datenkarte gebe es gar nicht", schildert Sabine Oude-Hendrikman.

Am 9. August hing sie zweimal länger als eine Stunde in der Warteschleife, ohne einen Vorgesetzten sprechen zu können. Am Morgen des 14. meldete sich die Sevelenerin erneut, weil sie am 11. den ganzen Tag vergeblich auf den angekündigten Besuch eines Monteurs gewartet hatte, der den Termin eigenmächtig auf den 12. verschoben hatte - natürlich ohne entsprechende Information.

Ja, man habe Ping-Pong gespielt mit den Oude-Hendrikmans, meinte ein Telekom-Mitarbeiter am 14. verständnisvoll. Er wolle sich darum kümmern, dass am 15. jemand komme, um den Anschluss wieder herzustellen.

Es kam - niemand.

Quelle: RP
 
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