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Gelderland
Tempo 30 oft noch in der Warteschleife

Gelderland: Tempo 30 oft noch in der Warteschleife
FOTO: Adfc
Gelderland. Viele RP-Leser wünschen Geschwindigkeitsreduzierungen. Zum Teil entsprechen ihre Forderungen den Planungen bei den Stadtverwaltungen. Für manche Stellen fehlen aber noch Anträge. Von Michael Klatt

Tempo 30? Da ließen sich die RP-Leser nicht lange bitten. Viele äußerten den Wunsch nach dieser Tempominderung, die laut Ankündigung von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt künftig leichter möglich sein soll. Doch auch ohne künftigen Erlass aus Berlin: Manches haben die kommunalen Planer schon auf dem Schirm.

Zum Beispiel auf der Bergstraße in Herongen. "Die ist schon in unserem Verkehrsentwicklungsplan und soll auch in dessen Neufassung aufgegriffen werden", teilte Harald Purath als zuständiger Dezernent im Straelener Rathaus mit. Die Stadt beabsichtigt, die gesamte Ortsdurchfahrt mit Tempo 30 zu belegen und würde damit dem Wunsch vieler Anwohner entsprechen.

Bei der Ringstraße in Walbeck ist die Stadt Baulastträger. FOTO: Seybert

"Wir wollen auf jeden Fall mit der Bevölkerung reden", betonte Purath. Denn Tempo 30 bringt einige Änderungen mit sich: neue Schilder, den Wegfall von Radwegen und die Regelung "rechts vor links". Und das Einbeziehen der Bürger soll verhindern, dass so etwas passiert wie auf der Leuther Straße. Da musste eine der zum Abbremsen des Verkehrs gedachten Kanzeln wieder abgebaut werden, nachdem Anwohner protestiert hatten. Etwa Mitte 2016 soll es laut Purath zum Gespräch über Tempo 30 und die Konsequenzen kommen. Verkehrstechnisch mache diese Reduzierung auf jeden Fall Sinn.

Auf den Wällen in der Innenstadt von Straelen schwebt der Verwaltung ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich mit Tempo 20 vor, wie er zum Beispiel in Kerken und Geldern Realität ist und in Wachtendonk diskutiert wird. Auf vielen Innenstadtstraßen gilt schon Tempo 30. Purath: "Das hat sich mehr bewährt als verkehrsberuhigte Bereiche." Auf den Hauptverkehrsadern, die zu den Wällen führen, soll es bei Tempo 50 bleiben.

Heißer Tempo-30-Kandidat ist die Bergstraße in Herongen. FOTO: Seybert, Gerhard (seyb)

Die Stadt Geldern kann nach Aussagen des Verwaltungsmitarbeiters Guido Ingenbleek noch keine konkreten Aussagen machen, an welcher Stelle eine Tempo-30-Zone zu realisieren ist. Denn noch seien die geplanten Änderungen der Straßenverkehrsordnung nicht umgesetzt, und es gebe keine Durchführungshinweise.

Für die Kreuzung K 17/L361 in Lüllingen liegen der Stadt verschiedene Anträge zur Verbesserung der Verkehrssicherheit seitens des Natur- und Heimatvereins vor. "Es handelt sich hier jedoch nicht um eine sogenannte Unfallhäufungsstelle", gibt Ingenbleek zu bedenken. Zudem sei eine Fußgängerampel installiert. Für eine Tempo-30-Regelung wären Straßen NRW und der Kreis Kleve als Baulastträger zu beteiligen.

An dieser Kreuzung in Lüllingen hätte der Heimatverein gerne Tempo 30. FOTO: Seybert, Gerhard (seyb)

Weder für die Martinistraße in Veert noch für die Dorfstraße in Hartefeld hat die Stadt Anträge auf eine Tempo-30-Zone vorliegen. Im ersten Fall wäre der Kreis Kleve einzubeziehen, im zweiten Fall Straßen NRW. Auch für die Ringstraße/Maasstraße in Walbeck ist hinsichtlich Tempo-30-Anträgen Fehlanzeige. Hier ist die Stadt Geldern Baulastträger.

Für den Boeckelter Weg in Geldern gab es bereits einen Bürgerantrag auf Tempo 30. Er wurde im Februar vom Haupt-, Sozial- und Finanzausschuss beraten und abgelehnt. Ingenbleek: "Im Vorfeld wurden umfangreiche Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt, die gezeigt haben, dass sich die Verkehrsteilnehmer überwiegend an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit halten. Zudem befindet sich in diesem Bereich für die Schülerinnen und Schüler eine Querungshilfe für mehr Sicherheit."

Sollte die geplante Änderung der Straßenverkehrsordnung kommen, will sich die Stadt mit den zu beteiligen Behörden, zum Beispiel der Polizei, auf entsprechenden Antrag hin mit dem Thema Tempo 30 beschäftigen.

Quelle: RP
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