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Issum
Tierquäler in Issum unterwegs?

Issum. Als in Issum Körbe für Altkleidersammlungen aufgestellt wurden, machte sich Brigitte Viefers noch keine Sorgen. Doch als ihr Kater morgens nicht vor der Tür saß und auf sein Futter wartete, wurde sie skeptisch. Von Ellen Schlütter

"Ich habe die Nachbarschaft abgesucht, weiter war er noch nie weg", sagt die Besitzerin dreier Katzen. Doch aufzufinden war ihr zehnjähriger Kater "Tigger" nirgends. Als sie begann, im Internet zu recherchieren, wurde die Sorge größer. "Auf unzähligen Internetseiten habe ich den Zusammenhang zwischen einen Kleidersammlungs-Firma und Katzenquälereien gefunden", schildert Viefers. Ihr Sohn, der sich nicht mit dem Verschwinden des Katers abfinden wollte, suchte weiter und fand das verletzte Tier schließlich in einem eingezäunten Bereich des Auffangbeckens in Issum.

Bangen um den Kater

Brigitte Viefers wunderte sich gleich mehrfach: Ihr Kater sei noch nie so weit weggelaufen. "Der Tierarzt meinte, dass die Katze viel Blut verloren hätte, aber am Fundort war kein Blut", sagt Viefers, die weiterhin ums Überleben ihres Haustieres bangt. Nach zwei Operationen an den gebrochenen Hinterbeinen erholt sich der Kater nur langsam.

"Auch die Information meines Tierarztes macht mich stutzig. Der hielt die Verletzungen bei einem Autounfall für ungewöhnlich, denn der Kater hatte keine inneren Verletzungen." Viefers: "Ich frage mich wirklich, ob das alles ein Zufall sein kann, wenn sich in vielen Städten Deutschlands immer wieder die gleichen Zusammenhänge zeigen." Sie wandte sich an die Polizei. "Solche Probleme tauchen immer wieder auf", sagt Heinz van Baal, Pressesprecher der Klever Kreispolizei.

"Bisher haben wir keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen den Altkleidersammlungen und Tierquälerei." Er betont: "Wir gehen jedem Hinweis nach. Wenn etwas Kurioses beobachtet wird, dann überprüfen wir das selbstverständlich." Zu den zwei erschlagenen Katzen, die kürzlich in Kevelaer gefunden wurden (die RP berichtete), sieht der Polizeisprecher keinen direkten Zusammenhang.

In mehreren Städten ist von weißen Transportern die Rede, auch in Issum hat Viefers einen solchen gesehen. Laut van Baal seien Fahrzeughinweise vor gut einem Jahr überprüft worden. "Doch auch das hat zu keinem Ergebnis geführt."

Britta Franz vom Tierschutzverein Geldern, die Meldungen über vermeintliche Tierfang-Aktionen immer an das Veterinäramt des Kreises weiterleitet, räumt ein, dass es sicherlich "schwarze Schafe" gebe. "Aber kein Labor nimmt Katzen von der Straße", gibt sie zu bedenken. Im Veterinäramt des Kreises weiß ist von solchen Zusammenhängen nichts bekannt: Dr. Lutz Rauscher sagte, bisher sei ihm so etwas nicht zu Ohren gekommen.

Quelle: RP
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