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Geldern
Touristiker aus dem Kreis sind sich einig

Geldern: Touristiker aus dem Kreis sind sich einig
Die Touristiker aus dem Kreis Kleve trafen sich jetzt anderthalb Tage zum fachlichen Austausch im "Wunderland". Sie wollen gemeinsam stark bleiben. FOTO: WfG
Geldern. Radfahren, Entspannen in schönen Ferienwohnungen, Veranstaltungen besuchen - so geht Tourismus im Kreis Kleve. Bei einer Tagung im "Wunderland" Kalkar betonten Touristiker aus dem Kreis ihre erfolgreiche Zusammenarbeit. Von Anja Settnik

Zwei Tage vor dem Start der Touristikmesse Niederrhein in Kalkar setzten die Touristiker aus dem Kreis Kleve ein Zeichen ihres Zusammenhalts: Bei einer eineinhalbtägigen Tagung im "Wunderland" sprachen sich die Vertreter der Kommunen für die weitere Kooperation mit dem Niederrhein-Tourismus aus. Martina Baumgarten als Geschäftsführerin der in Viersen ansässigen Gesellschaft versicherte den Tourismus-Werbern, dass sie mit der Schiene "Radfahren" auch weiterhin auf dem richtigen Weg seien. Übernachten in schönen Ferienwohnungen, Spargel genießen und Veranstaltungen besuchen - so funktioniere der Tourismus in den Kreisen Kleve, Wesel und Viersen bestens.

Dass die Freizeit-Fachleute aus Geldern und Straelen, Emmerich und Rees, Kevelaer und Goch, Kalkar, Kleve und all den übrigen Kommunen des Kreises ihre Einheit einmal mehr stark betonten, lag auch daran, dass eine Pressemitteilung der IHK für Unruhe gesorgt hatte. Die Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve hatte bei einer Umfrage unter Gastronomen und Tourismusanbietern ermittelt, dass viele Befragte sich wünschen, der Niederrhein würde großflächiger für sich werben. Denn die Übernachtungszahlen seien in der Region im Landesvergleich bescheiden.

Das aber lassen Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers und Martina Baumgarten so nicht stehen: Zum einen sei die aus der Umfrage gewonnene Datenmenge sehr gering gewesen, zum anderen sei die Entwicklung der Übernachtungszahlen im niederrheinischen Kernland Kleve-Wesel-Viersen sehr positiv. Die Probleme der Städte Duisburg, Mönchengladbach, Krefeld oder Neuss seien nicht diejenigen des Kreises Kleve. Dennoch werde man bei einer anberaumten Sitzung in Mönchengladbach miteinander ins Gespräch kommen und sehen, in welchen Bereichen sich eventuell zusammenarbeiten lasse. Klar sei aber: "Ein Erfolgkonzept zu ändern, wäre töricht", so Kuypers.

Vielmehr verwies der Kreis-Wirtschaftsförderer auf die inzwischen 450 Ferienwohnungen, die am Niederrhein angeboten werden, auf Messen werde die Region sehr gut wahrgenommen, es gebe viele erfolgreiche Veranstaltungen. Baumgarten kündigte an, Niederrhein-Tourismus werde im Jahr 2016 "Förderprojekte für mehrere Millionen Euro anschieben". Allerdings bestätigten die Teilnehmer der Tagung auch, dass in manchem Rathaus die Relevanz des Tourismus-Sektors als Wirtschaftsfaktor noch nicht hinreichend erkannt sei. Torsten Matenaers für Goch, Timo Güdden für Bedburg-Hau und Khalid Rashid für Weeze zeigten jedoch Verständnis für "ihre" Bürgermeister und Räte, denn die Haushalte sind überall angespannt. Bernd Pool, fürs Stadtmarketing von Kevelaer zuständig, ist da ein bisschen besser dran, denn dank der Wallfahrt hat der Fremdenverkehr in der Marienstadt eine lange Tradition. Und Margret Linssen (Straelen) merkte an, in Zeiten knapper Kasse müsse man eben besonders kreativ sein und auf gute Kontakte zur Wirtschaft setzen.

Mit jeder Hotelübernachtung sollen weitere 100 Euro Kaufkraft in der Region bleiben, heißt es. Auf den Kreis hochgerechnet müssten das 90 Millionen Euro sein, mit denen Gastronomie und Handel rechnen können. Der nächste Busunternehmertag, der sich besonders dem Südkreis widmen wird, dürfte wieder für viel Aufmerksamkeit in der Reisebranche sorgen. Für die Werbung ebenfalls wichtig: das Airport-Office am Flughafen Weeze; weitere Werbeflächen sind geplant. Auch soll das Wohnmobil von Niederrhein-Tourismus, die "rollende Info-Säule", vermehrt genutzt werden. Für Reiter wird anstelle des bisherigen "Reitatlas" über ein Euregio-Projekt eine Reit-App entwickelt.

Quelle: RP
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