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Niederrhein
Traumjob: Mittendrin beim Profiverein

Niederrhein: Traumjob: Mittendrin beim Profiverein
Ganz nah dran am Geschehen: Der Wankumer Niklas Behrend, der bei der Volksbank in Kempen eine Ausbildung absolviert, tauscht sich mit Cheftrainer Gertjan Verbeek vom VfL Bochum aus. FOTO: KN
Niederrhein. Niklas Behrend erlebt gerade, wie es ist, hautnah in den Betrieb eines Zweitligaclubs eingebunden zu sein. Er arbeitet für drei Monate in der Pressestelle des VfL Bochum mit. Auch mit Spielern und Trainerstab hat er viel zu tun. Von Sebastian Latzel

An einem Tag hatte die Arbeit beim VfL Bochum auf jeden Fall Pause. Als der MSV Duisburg im entscheidenden Spiel um den Aufstieg auf Holstein Kiel traf, war Niklas Behrend im Duisburger Stadion. "Ganz klar, im Herzen bin ich ein Zebra, auch wenn ich momentan beim VfL arbeite", sagt der 23-Jährige, der den MSV schon seit vielen Jahren begleitet, den VfL Bochum dagegen erst seit wenigen Wochen. Durch eine Anzeige war er darauf aufmerksam geworden, dass der Zweitligist einen Mitarbeiter für die Pressestelle suchte. Niklas bewarb sich wie 40 weitere und konnte es kaum fassen, dass er am Ende den Zuschlag bekam. Vielleicht lag es an seiner originellen Bewerbung. Statt eines schnöden Lebenslaufs schickte er eine Bewerbung in Form eines Interviews mit sich selbst. Das kam offenbar an. Niklas bekam die Stelle und ist jetzt drei Monate lang mitten drin im Alltag eines Zweitliga-Teams.

Der Einstieg sei ihm sehr leicht gemacht worden. "Beim VfL ist alles ganz familiär, auch als neuer Mitarbeiter bist du da gleich mittendrin", berichtet der 23-Jährige. Auch mit Trainer Gertjan Verbeek, den manche als knorrig bezeichnen, hat er keine Probleme. "Er ist ein absolut akribischer Trainer, der immer sehr früh zur Arbeit kommt und sehr spät geht. Mir gegenüber ist er bis dato immer sehr freundlich, offen entgegentreten und er kann auch durchaus sehr humorvoll sein."

Zeugwart Andy Pahl, die gute Seele des VfL, hat den Wankumer gleich unter seine Fittiche genommen und in die Geheimnisse des Ruhrpott-Clubs eingeführt.

Hier arbeitet Niklas jetzt in der Pressestelle, begleitet die Spieler bei Autogrammstunden, leitet Interviewanfragen weiter und betreut die Internetseite des Clubs. Nach den Partien filmt er für den clubeigenen You-Tube-Kanal.

Als Fußballfan genießt er es, hautnah dabeisein zu dürfen. Er kann mit in die Kabine, darf vor dem Spiel auf den Rasen und die Atmosphäre einsaugen. Auch wenn er eigentlich ein MSV-Fan ist, ist er inzwischen auch vom VfL begeistert.

Im Nachwuchsbereich betreut er die Medien ganz alleine und ist hier für die U-19- und U-17-Teams zuständig, wobei er viel Kontakt zu VfL-Legende Dariusz Wosz hat. "Das macht einfach einen Riesenspaß und ich kann wertvolle Erfahrungen sammeln", sagt der 23-Jährige, der ab dem Wintersemester Journalistik oder Sportmanagement studieren möchte. Die Arbeit in der Pressestelle ist für ihn da auch eine Entscheidungshilfe.

Nach dem Abitur hatte er zunächst eine Ausbildung bei der Volksbank in Kempen absolviert. Doch seine Leidenschaft ist der Fußball und das Ziel, auch in diesem Bereich zu arbeiten.

Wie wäre es mit einer Profikarriere gewesen? Niklas Behrend muss grinsen. "Dafür haben mein Talent und mein Einsatz, gerade im konditionellen Bereich, so gar nicht gereicht." Nach Jugend und zweiter Mannschaft beim TSV Wachtendonk Wankum wechselte er sofort in die dritte bei den Sportfreunden Broekhuysen. Für den großen Durchbruch reichte es nie. "Auch weil ich samstags lieber feiern wollte", sagt Niklas lachend.

Die Begeisterung für den Fußball freilich ist seine Leidenschaft geworden. Etwas in diesem Umfeld auch beruflich machen zu können, wäre ein Traum für ihn. "Wenn ich später in der Pressestelle eines Profivereins landen würde, wäre das überragend", sagt er. Ob das auch Duisburg sein könnte, da ist er sich nicht so sicher. "Du brauchst in der Presseabteilung auch eine gewisse Distanz. Die würde mir in Duisburg fehlen, dafür bin ich zu sehr Anhänger des MSV."

Der VfL Bochum sucht übrigens immer wieder Mitarbeiter in der Pressestelle. Die Tätigkeit wird auch honoriert. Kontakt über www.vfl-bochum.de.

Quelle: RP
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