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Geldern
Treffen bei alten Fotos in Kapellen

Geldern. Jedes Jahr an Allerheiligen laden die Heimatfreunde Kapellen zu einer umfangreichen Fotoausstellung in den Bürgersaal ein. In diesem Jahr hatte die Ausstellung zwei Schwerpunkte: "70 Jahre Kriegsende" und "Vor 140 Jahren wurde die Dichterin Henriette Brey in Kapellen geboren". Der Geburtstag von Brey ist der 14. November 1875.

Als Einstimmung auf die Ausstellung berichtete Hans Ulbrich, Vorsitzender der Heimatfreunde, von seinen Erinnerungen: "Nach dem Krieg war Kapellen ein beschauliches Dorf, das vor großen Zerstörungen verschont worden war. Was zu beklagen war, waren aber die vielen Gefallenen."

Diese beiden Aspekte nahmen einen großen Teil der Ausstellung in Anspruch. Tatsächlich hielt sich die Zerstörung in Kapellen in Grenzen. Im Ortskern waren nur die Kirche und die Lange Straße von je einer Bombe getroffen worden. Allerdings hatten Kapellen, Aengenesch und Boeckelt 120 Gefallene und Vermisste zu beklagen. Ein großer Teil der Fotoausstellung zeigte daher Todesanzeigen und Gedenkblättchen dieser Soldaten und Fotos von Heimaturlauben. Hinzu kamen viele stimmungsvolle Aufnahmen aus der Nachkriegszeit, die den Ort, Hochzeiten, Karneval und andere Feierlichkeiten zeigten. Besonders interessant waren einige Luftbilder von Kapellen und Umgebung aus den Jahren 1944 und 1945 aus dem englischen Militärarchiv in London.

Der zweite Schwerpunkt der Ausstellung lag auf der Schriftstellerin Henriette Brey, die 1953 verstarb. Viele ihrer Arbeiten waren vorhanden und konnten eingesehen werden. Hinzu kamen zahlreiche Familienfotos und ergänzende Informationen.

Die Heimatfreunde verfügen mittlerweile über ein großes Archiv mit 7000 bis 8000 Fotos, aus denen die jährliche Ausstellung zusammengestellt wird. Für die Kapellener ist die Ausstellung zum Treffpunkt für Gespräche und Austausch geworden. Dr. Udo Oerding, bei den Heimatfreunden zuständig für das Archiv, verdeutlichte: "Schön ist, dass die Cafeteria und die Buchausstellung der Bücherei dabei sind. Die Kapellener treffen sich hier gerne nach dem Friedhofsgang zum Kaffeetrinken und Reden. Die Ausstellung ist immer gut besucht."

(ym)
 
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