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Geldern
"Trio Affekti" - grandioses "Serenade"-Finale

Geldern. Mit dem "Trio Affekti" endete die Saison der Konzertreihe "Serenade" in der der Tonhalle der Kreismusikschule. Anne Giepner freute sich über den regen Besucherzuspruch und kündigte ungewöhnliche Klänge in einer außergewöhnlichen Besetzung mit Stücken von wenig bekannten Komponisten, die ausschließlich nach 1900 geboren wurden, an.

Die Finnin Sara Etelävuori (Violine), der Spanier Lois Alén González (Saxophon) und die aus Hongkong stammende Althea Chan (Piano) haben sich als Studierende an der Hochschule für Musik und Tanz Köln bei einem Sprachkursus kennengelernt und 2013 musikalisch zusammen gefunden. Sie sorgten gleich in der Eröffnung für eine frische, unkonventionelle Begegnung mit klassischer Musik. Belebt und zugleich furios waren die Klänge, mit denen das Trio überzeugte. Zu den Klavierakkorden gesellte sich der warme Klang des Saxophons, und eine unmittelbar in den Bann schlagende Violine löste das Blasinstrument ab.

Marc Eychennes Komposition "Cantilène de danse, trio pour violon, saxophone alto et piano" entwickelte einen intensiven Dialog zwischen den Instrumenten, um in einem fulminanten Ende für eine neue Dimension des kammermusikalischen Klangs zu sorgen.

Das "Terzetto" von Walter Sinclair Hartley, einem US-amerikanischen Komponisten und Musikpädagogen, ließ besonders das Tenor-Saxophon zur Geltung kommen. Mal sinnlich melancholisch (Reverie), mal despotisch fordernd (Canonic Scherzo) und abrupt beschwingt endend (Dance) - so erlebten die Zuhörer in Geldern klassische Literatur des 20. Jahrhunderts. Im "Dance Suite for alto Saxophone, Violin and piano", das 1985 entstand, bevorzugte Hartley härtere Klänge, etwa in der Nachfolge von Hindemith.

Die "Fünf Stücke" von Dimitri Schostakowitsch zeigten die Vielfalt der seinerzeitigen Kompositionsstile recht konventionell und liebenswürdig, mit Walzer und Polka endend. Nicht nur die Programmauswahl, auch die Virtuosität der drei Musiker und ihr phantastisches Zusammenspiel ließ das Publikum begeistert nach jedem Vortrag applaudieren.

Als Zugabe gab es von den drei Musikern die "Romantische Melodie" aus den "Acht Stücke, Opus 83" von Max Bruch mit viel Dynamik, farbig, lebendig und zuweilen leuchtend mit berauschendem Tempo.

(usp)
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