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Unsere Woche
Über die Grenzen hinweg denken

Vor allem im kleinen Grenzverkehr der Euregio Rhein-Waal gilt die Überwindung ehemaliger Grenzen als vorbildlich. So vorbildlich, dass Merkel und ihr niederländisches Gegenüber Rutte mitsamt Kabinett hier tagten und später Bundespräsident Gauck ebenfalls voll des Lobes über das zusammengewachsene Europa an dieser Stelle war. Das ist aber auch ein Teil der Geschichte dieses Raumes - Nimwegen war Residenz des Kaisers deutscher Nation, Katharina von Kleve residierte in der Stadt an der Waal, Moritz von Nassau stand in niederländischen Diensten, der Niederländer Koekkoek baute in Kleve seine Malerschule auf. Es war immer schon eine offene Grenze in den Niederheinlanden.

Teil der Geschichte sind aber auch die Kriege, die das Land verheerten und erst vor 70 Jahren die Städte völlig zerstörten. Das scheint überwunden: Krisen werden seit Jahrzehnten friedlich gelöst. Daran muss man arbeiten: Kontakte über die Grenzen knüpfen, sie pflegen, beibehalten. Das Land diesseits und jenseits der Grenze als gemeinsamen Raum verstehen. Gut, dass Düsseldorf jetzt auch zur Euregio gehört. Vielleicht erkennt man in der Landeshauptstadt jetzt in Landes- und Bezirksregierung, dass Planungen zur Landesentwicklung nicht an der Grenze aufhören dürfen, wie es derzeit den Anschein hat. Das wäre sträflich.

Hier ist das Interreg-Programm einen Schritt weiter. Die Gründerväter haben vor 25 Jahren erkannt, dass man die Euregio als einen gemeinsamen Wirtschafts- und Kulturraum verstehen muss. Um Grenzen zu überwinden, aber auch, um die Region zu stärken. Mit großen Projekten und mit solchen, die die Menschen zusammenführen.

MATTHIAS.GRASS@RHEINISCHE-POST.DE

Quelle: RP
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