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Geldern
Über die Kunst der Symmetrie

Geldern. Die Ausstellung im Gewölbekeller des Klosters Kamp ist für Bildhauer Klaus Becker eine Premiere, die 30 Jahre auf sich hat warten lassen: Erstmals präsentiert er seine "Symmetrischen Figuren" dem Publikum in ihrer Vollständigkeit: neun Figuren, neun Köpfe und Jesus am Kreuz, dazu Zeichnungen und noch eine große Figur. Einzeln waren sie in anderen Ausstellungen zu sehen. "Nach-Ein-Ander: Neben-Ein-Ander" ist der Titel der Ausstellung, die bis einschließlich 2. Oktober dauert.

Der Titel bezieht sich auf die Arbeitsweise: "Jeder Schlag verändert die Oberfläche des Holzes und hinterlässt eine Spur. So entsteht durch das Nacheinander und Nebeneinander der Schläge mit dem Beil aus dem Baumstamm eine Skulptur", erklärt der Bildhauer. Sein Thema ist die Symmetrie. Sie findet sich in allen Arbeiten. Bei der Südseefigur sind zum Beispiel zwei Menschen aus dem Holz herausgearbeitet, die sich gegenseitig spiegeln. Sie wirkt wie ein Totempfahl. Den Anfang des Ensembles machte jedoch vor 36 Jahren eine Jesus-Figur. Damals war Becker noch Student. "Ich wollte erfahren, wie es ist, ein Kruzifix zu machen", sagt der Bildhauer. "Es ist das erste Mal, dass ich das Kreuz in einem kirchlichen Zusammenhang ausstelle." Und auch in dieser Arbeit findet sich die Symmetrie in ihrer Grundstruktur wieder.

Symmetrie kann für Becker auch Wiederholung sein, wie er mit den "Holz-Köpfen" demonstriert. "Die Menschen sind sich sehr ähnlich, sind aber auch komplett verschieden", erklärt der Künstler. Das gilt auch für die fragilen "zornigen Tänzerinnen". Es handelt sich um den Bronzeguss von Figuren aus Blättern, Schilfstängeln und Wachs. Gerade hier zeigt sich die Vielfalt des Zufalls in dem Bemühen, dieselbe Figur immer wieder zu schaffen. Die Tänzerinnen spiegeln Vergänglichkeit und Zerfall. Heute beschäftigt sich der Bildhauer mit der Symmetrie einer Kugel. Es geht ihm um das globale Bild für das Ganze, was seiner Meinung nach auch einen spirituellen Hintergrund haben kann.

(aka)
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