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Gelderland
Überraschungsparty für Mitarbeiter

Gelderland. 50 Jahre in einem Unternehmen: Peter Cox aus Walbeck gehört zu denjenigen, die dieses selten gewordene Jubiläum feiern. 1966 fing er bei der Firma Heix in Geldern an. Mit Stretch-Limo-Taxi und einer Party wurde Cox nun überrascht. Von Christian Cadel

Die Ansage "Mach' dich mal schick" bekommt man normalerweise nur zu hören, wenn es einen triftigen Grund dafür gibt. Doch Peter Cox hatte ursprünglich vor, einen normalen Abend zu Hause zu verbringen. "Dann hat mir meine Frau gesagt, dass wir Essen gehen", sagt der 64-Jährige. Als plötzlich eine Stretch-Limousine vor seinem Haus hielt, begann Cox aber zu grübeln. Was sollte das denn? Doch noch immer wollte ihm nicht so recht in den Sinn kommen, was in den folgenden Stunden mit ihm passieren würde. "Als wir dann an der Öffentlichen Begegnungsstätte in Winnekendonk hielten, war dort eine ganze Menschentraube versammelt. Und da plötzlich wusste ich, was passiert."

Viele seiner Kollegen, Freunde und Familienangehörige hatten sich versammelt, um den 64-Jährigen mit einer Party zu überraschen. Einen triftigen Grund gab es schließlich auch. 50 Jahre lang arbeitete Cox für die Firma Heix in Geldern, einem Elektrotechnikfachgroßhandel mit vier Filialen und mehr als 100 Angestellten.

Und da nur noch die wenigsten 50 Jahre Betriebszugehörigkeit vorweisen können, dachten sich seine Kollegen: Hoch die Tassen auf Peter Cox. Als der Jubilar schließlich den Feiersaal betrat und Senior-Chef Winfried Heix in einer witzigen Rede aus dem Nähkästchen plauderte, war auch so mancher Lacher programmiert.

Wie Cox damals am 1. April 1966 als 14-jähriger Jungspund seine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann begann, wie er im Laufe der Jahre alle Entwicklungen in der Firma hautnah verfolgte, wie er Kollegen kommen und auch gehen sah und ihnen immer treu zur Seite stand. Cox ist immer geblieben. "Er hat alles miterlebt. Den Firmenumzug von der Schlossstraße in die Martinistraße oder die zunehmende Technisierung. Dabei war er immer ein loyaler, zuverlässiger und hervorragender Kollege", lobt Senior-Chef Heix.

Tagtäglich radelte Cox mit dem Rad von Walbeck nach Geldern - bei Wind und Wetter. "Nur manchmal hat mich meine Frau gebracht oder Kollegen haben mich mitgenommen", erzählt der Walbecker. Viele tausend Kilometer hat er abgespult. Sich danach im Büro ausruhen, ging aber nicht. "Ich hab' überall angepackt, wo es etwas anzupacken gab. Ich habe Ware kommissioniert, unsere Produkte verkauft, Pakete abgeholt und Lkw bereitgestellt", zählt Cox auf.

Weiterbildung gehörte im Laufe der 50 Jahre selbstverständlich auch dazu. "Ich musste lernen, wie man mit der neuen EDV umgeht, und habe im Jahr 1997 sogar noch den Staplerschein gemacht." Letzteres war aber eigentlich nicht sein Ding. "Wir haben ihn immer dazu gedrängt, sich doch mal auf einen Gabelstapler zu setzen. Letztlich haben wir ihn einmal so dastehen lassen, dass er gezwungen war, Gabelstapler zu fahren", erklärt Heix-Geschäftsführer Hans-Joachim Zütphen und lacht.

Zeit für ehrenamtliche Tätigkeiten hatte Cox auch immer. So engagierte er sich im Karneval, war Spargel-Grenadier, beim SV Walbeck aktiv als Fußballer, Geschäftsführer und Stadionsprecher sowie ehrenamtlicher Nikolaus in Walbeck. Einige Ehrenämter übt Cox auch heute noch aus. Und noch eines - und da sind sich alle Kollegen einig: Peter Cox hat mit seinem trockenen Humor die alljährlichen Weihnachtsfeiern der Firma mit berühmt-berüchtigten Reden zu etwas ganz Besonderem gemacht. "Alles in allem eine klasse Leistung, die Peter Cox für unser Unternehmen abgeliefert hat", sagt Firmen-Mitinhaberin Ilka Heix-Bohn.

Aber so ganz will der Walbecker sich noch nicht in den Ruhestand verabschieden. Zukünftig wird er auf geringfügiger Basis weiterhin für die Firma da sein und auch die jüngeren Kollegen an seiner Erfahrung teilhaben lassen. "Wir brauchen ihn auch. Ohne Peter geht es nicht", sagt Reinhold Hegmans, Leiter im Produkt- und Schulungswesen der Firma. Zeit für Radtouren am Niederrhein will sich Cox aber nun vermehrt nehmen. "Und auch für die Familie. Ist doch klar."

Quelle: RP
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