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Geldern
Ultraleicht übers Gelderland fliegen

Geldern: Ultraleicht übers Gelderland fliegen
FOTO: Thomas Binn
Geldern. Einmal den Heimatort von oben sehen. Die Rheinische Post macht das möglich - mit Friedhelm Essers von den Ultraleicht-Fliegern aus Aldekerk. Mit diesem und etwas Glück heben Sie ab und fliegen über den Niederrhein. Von Antje Seemann

Friedhelm Essers liebt das Fliegen. Der Ultraleicht-Pilot aus Kerken fliegt gerne über den Niederrhein, macht Fotos aus der Luft und nimmt auch immer mal wieder jemanden mit, um seine Leidenschaft zu teilen. In den Sommerferien nimmt er fünf Leser der Rheinischen Post aus dem Gelderland mit in seinem Flieger und überfliegt mit ihnen ihre Heimatorte. Die RP verlost während der Sommerferien den Platz neben dem Kerkener in seinem Ultraleicht-Flieger. Essers: "Einfach den Niederrhein mal von oben sehen, wie schön und grün der ist."

Zu gewinnen gibt es: 15 Minuten Rundflug über den Ort an Seite des Piloten in seiner kleinen Maschine- dazu An- und Abflug bis dahin vom Airfield Kerken und zurück. Mitmachen können alle, die an dem Wochenende 30. und 31. Juli Zeit haben. Geflogen wird je nach Wunsch über Geldern, Issum, Kerken, Straelen oder Wachtendonk. Kevelaer und Weeze fallen leider raus, denn die liegen in der Flugzone des Weezer Flughafens. Mit dem Flug in einer großen Passagiermaschine könne man das Fliegen mit einer Ultraleicht-Maschine übrigens nicht vergleichen, sagt Essers: "Hier sieht man viel mehr. Allein die Fenster sind viel größer."

Vor 28 Jahren hat Essers seinen Ultraleicht-Flugschein gemacht und hebt seitdem regelmäßig ab: "Mit dem Flieger kann ich mit meiner Frau auch mal eben zum Kaffeetrinken nach Norderney fliegen", erzählt er. Fliegen - das bedeutet vor allem Freiheit für den 69-Jährigen. Auf mehr als 300 Flugplätzen ist er bisher gelandet. "In insgesamt 16 europäische Ländern. Und jeder Platz ist eine neue Herausforderung."

Essers war mit seinem Flieger schon auf dem ehemaligen Flugplatz Berlin-Tempelhof, ist auf der Route der so genannten "Rosinenbomber" gewesen: "Da musste ich noch hin, bevor der zugemacht wird. Das ist ja ein echtes Stück Geschichte." Dubrovnik in Kroatien war das südlichste Ziel des Fliegers, die nördlichsten Stationen waren Stockholm und ein Rundflug um die Orkney-Inseln im Norden Schottlands. Ein weiteres besonderes Erlebnis: den Ärmelkanal zwischen Frankreich und England zu überfliegen. Essers: "Da ist 1909 das erste Flugzeug drüber geflogen. Und 101 Jahre später hab ich das dann auch gemacht. Das ist einfach ein Hochgefühl."

Die kleine Maschine von Essers, der "Eurofox", kann eigentlich überall hinfliegen: "Eine Tankfüllung sind etwa 75 Liter Super bleifrei. Das reicht von hier bis München", erzählt er. Für gewöhnlich beträgt seine Reiseflughöhe 300 bis 500 Meter. Theoretisch kann Essers auch in den "kontrollierten Luftraum" fliegen, der bei über 1500 Metern Höhe beginnt. Aber das will er meistens gar nicht: "Ich will ja was sehen von der Landschaft", sagt er. Deshalb rast er auch mit dem 80 PS starken Rotax-Motor nicht bis ans Ziel, sondern genießt bei gemütlichen 150 Kilometern pro Stunde die Aussicht. Von seinem Flieger aus hat Essers auch schon Fahrradtouren zusammengestellt: "Da hab ich von oben einfach geguckt, wo eine schöne Route ist und Restaurants an der Strecke sind."

Den Ultraleicht-Fliegerclub gibt es seit 1986. Damals noch unter dem Namen "Skywalkers Hüls". Den ersten Start gab es 1987. Die Maschinen erinnern allerdings eher an Drachen als an Flugzeuge. Das hat sich mit den neueren Maschinen geändert. Den Club in Kerken hat Essers 17 Jahre lang als Vorsitzender maßgeblich mitgeprägt - etwa mit dem jetzigen Flugplatz und mit der Halle für die Maschinen der Mitglieder. Vor einigen Jahren hat er den Vorsitz abgegeben und genießt nun seine Zeit als aktives Mitglied. Für den Flug mit den Gewinnern der RP-Verlosung wünscht sich der Kerkener gutes Wetter - allerdings nicht wolkenlos: "Das ist toll, wenn man von oben auf die Wolken draufgucken kann. Aber zu viele sollten es auch nicht sein, damit wir auch auf den Boden gucken können.

Quelle: RP
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