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Wachtendonk
Ungetrübter Jazz-Genuss in Wachtendonk

Wachtendonk. Alles passte beim Jazzfrühschoppen mit den "Seatown Seven" am Sonntag in Wachtendonk. Vor allem herrschte endlich einmal strahlendes Spätsommerwetter, so dass die Besucher die stimmungsvolle Kulisse an der Burgruine mit ihren alten Gemäuern im wohltuenden Schatten der hohen Bäume genießen konnten. Darüber freute sich auch die Geschäftsführerin des Kulturkreises Wachtendonk, Angelika Trost, in ihrer kurzen Begrüßungsansprache, wobei sie selbstverständlich ebenfalls dankbar auf die finanzielle Unterstützung der Sponsoren hinwies, zu denen insbesondere die Stadtwerke Krefeld, das Café Peerbooms und die Teunesen Group zählten.

Das offene Konzept der Veranstaltung war stimmig, bot auch Raum für Gespräche. Die allerdings fast vollständig verstummten, sobald die Musiker der Band um Adrian von Saucken ihre Instrumente ansetzten. Denn was sie boten, war einfach mitreißend, "hot", wie der vollständige Name der Gruppe "Seatown Seven Hot Jazz" es versprochen hatte. Dabei sind alle Musiker dieser generationenübergreifenden Band Amateure - zwischen 79 und 45 Jahre alt -, dürfen aber durchaus als Profis gesehen werden, wie Adrian von Saucken, Bandleader und Posaunist, selbstbewusst lächelnd betont. Er und Anselm Marx (Trompete, Gesang), Christian Schmidt (Klarinette, Saxophon), Dr. Eberhard Hertin (Piano), Werner Schmitz (Banjo, Gitarre), Michael Schöneich (Kontrabass) und Michael Neusser (Schlagzeug) hatten sichtlich und hörbar Freude am Musizieren überhaupt, am Improvisieren und daran, sich ihre Soli gelöst zuzuspielen.

Und sie stehen zu ihrem Programm: Sie spielen überwiegend "alten", den eher melodieorientierten Jazz der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, also vom Ragtime über den New Orleans-, Dixieland- und Chicago- Stil bis hin zum frühen Swing. So boten sie unter anderem Evergreens wie den "Panama Rag", den "Tiger Rag", den "St. Louis Blues" und den "Wild Cat Blues". Und auch die "Isle of Capri", "AinQt misbehavin'" und "Dans les rues d'Antibes".

Das Publikum, überwiegend mindestens grauhaarig, fühlte sich vermutlich manches Mal an aufmüpfige Jugendzeiten erinnert, als sogar dieser frühe Jazz keineswegs salonfähig war. Doch auch jüngere Jazzfans wie Katharina und Pascal Volkert, beide um die 30 Jahre alt, hörten interessiert zu. Dabei sei klassischer Jazz eigentlich nicht unbedingt ihre Welt. Aber: "Das passt schon."

(egeo)
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