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Issum
Unterschrift für Second-Hand-Shop

Issum. Issumer Bürger begehren auf. Listen liegen jetzt in vielen Läden aus. Von Bianca Mokwa

Das Anliegen ist klar formuliert. "Wir Issumer Bürger wollen unseren Ki-IsS-Second-Hand-Shop erhalten!" steht auf der Unterschriftenliste. Seit Mittwochabend liegen die Listen aus, Donnerstagabend hat sich Elke Stegemann spontan auf den Rewe-Parkplatz gestellt und Unterschriften gesammelt. Der Second-Hand-Shop soll einem weiterem Durchgang zum Platz "An de Pomp" weichen. Eine neue Dorfmitte soll dort entstehen. So hatte der Rat es beschlossen. "Viele Bürger verstehen überhaupt nicht, was das soll", formuliert Stegemann, was sie in Gesprächen mit den Menschen herausgehört hat. "Ich habe keinen getroffen, der gesagt hat, er findet das gut." Sie ist auch für den Erhalt des Ladens in zentraler Lage auf der Gelderner Straße. "Da sind viele Rentner und Witwen, die wenig Geld haben und für sich ein schönes Teil kaufen wollen." Über 60 Unterschriften hat sie an dem Abend zusammen bekommen. "Es war einer dabei, der nicht glaubte, dass die Entscheidung abzuwenden ist und deswegen nicht unterschrieben hat", erinnert sie sich. Ansonsten war sie positiv überrascht über die Bereitschaft der Menschen. "Es war kalt, die Leute mussten ihre Handschuhe ausziehen", sagt sie. In der Liste sind Name, Straße, Geburtsdatum, Datum und Unterschrift anzugeben.

Insgesamt 1500 Unterschriften von Menschen, die in Issum wohnen, sollen zusammenkommen, erklärt die Mit-Initiatorin der Unterschriftenaktion, Anja Schild. "Wenn jetzt noch Oermten und Sevelen mitmachen, ist das machbar", ist sie überzeugt. Die Listen liegen mittlerweile in vielen Issumer und Sevelener Läden aus und natürlich auch im Second-Hand-Shop.

Sibylle Steuer hat keinen Moment gezögert, in ihrem Frisörsalon Haarmonie eine Unterschriftenliste auszulegen. "Ich bin durch und durch Issumerin", sagt Steuer. Bisher hätte noch niemand gesagt, er unterschreibe nicht, sagt die Ladenchefin. "Man muss zusammenhalten", lautet ihr Motto.

Auch bei Gabi und Michael Nieradzig liegen seit Mittwochabend die Listen aus. Ihr Geschäft ist nur wenige Meter vom Second-Hand-Laden entfernt. "Der Laden bringt zusätzliches Leben ins Dorf", ist Gabi Nieradzig überzeugt. "Eine gute Sache", lobt ihr Mann den Second-Hand-Laden. Der ist nicht nur Verkaufsladen, sondern auch Anlaufstelle für Flüchtlinge. Vom Erlös werden die örtlichen Kindergärten unterstützt und Deutschkurse für Flüchtlinge finanziert. Während das Ehepaar Nieradzig noch erzählt, trägt sich eine Kundin in die Liste ein.

Quelle: RP
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