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Geldern
Unwetter-Opfer können auf Soforthilfe hoffen

Geldern: Unwetter-Opfer können auf Soforthilfe hoffen
Was Wilhelm Tripp auf der Schaufel hat, war mal grünes Gras. Jetzt ist es nur noch braune, stinkende Suppe. FOTO: Seybert
Geldern. Land beschloss gestern ein Programm. Winnekendonker besonders betroffen, übler Geruch auch im Garten.

Wenn Wilhelm Tripp in seinen Garten geht, packt ihn das kalte Grauen. Statt schöner, duftender Blumen und blühender Bäume schlägt ihm übelster Geruch entgegen. "Es ist eine ganz große Schweinerei", sagt er über die "schwarze Suppe", die seinen Garten verunreinigt. Auch ihn hat das Hochwasser getroffen. Die Ley, die an seinem Haus vorbeiführt, hat allerlei Unrat mitangeschwemmt.

"Die Fenster können wir nicht aufmachen. Man denkt, man ist im Klärwerk", sagt er über den Gestank, der ihm jedes Mal entgegenschlägt. "Mittlerweile sterben Bäume im Garten ab", beschreibt er das Bild der Zerstörung und die Auswirkungen des schwarzen Schlamms. Der hält sich hartnäckig. Das Wasser geht auch nur langsam zurück. Er habe mit dem Verband Kervenheimer Mühlenfleuth gesprochen. Das Problem sei, dass erst ab dem 1. Juni das Gras an den Ufern hätte geschnitten werden dürfen. Am 1. Juni kam allerdings schon der erste schlimme Regen. "Da läuft nichts ab", sagt Tripp über die Folgen. Er sieht sie jeden Tag in seinem Garten, und riecht es. 30 Jahre wohne er schon in Winnekendonk. "Diesen hohen Wasserstand haben wir aber noch nie gehabt", sagt der Winnekendonker.

Wie berichtet, klagen auch Landwirte darüber, dass ihre Felder nach dem Unwetter unbrauchbar sind. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hatte in der vergangenen Woche Betroffene am Niederrhein besucht und ihnen Hilfe versprochen. Gestern befasste sich das Kabinett mit dem Thema und beschloss Soforthilfen für Unwetter-Opfer. Privatleute in Regionen, die vom Unwetter außergewöhnlich stark betroffen waren, erhalten vom Land zwischen 1000 Euro und 2500 Euro Soforthilfe. Zu diesen Regionen gehört auch der Kreis Kleve. Voraussetzung ist, dass Schäden in Höhe von wenigstens 5000 Euro entstanden sind, die nicht versichert werden konnten. NRW stellt auch kleinen Gewerbetrieben und landwirtschaftlichen Betrieben Soforthilfen zur Verfügung für Schäden von mindestens 10.000 Euro. Anträge können bis zum 15. Juli bei der Kreisverwaltung gestellt werden.

(zel/bimo)
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