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Geldern
Verein will Hunden in Tierheimen helfen

Geldern: Verein will Hunden in Tierheimen helfen
Sybille Ebert, Christoph Schäffler und Mario Dömges (von links) mit Hund Loki. FOTO: Seybert
Geldern. Mario Dömges kümmert sich mit den Mitgliedern von Dog Souls um verhaltensauffällige Vierbeiner. Die Therapien sollen helfen, Problemhunde wie im Gelderner Tierheim wieder zu vermitteln. Trainingstage sind in der Planung. Von Bianca Mokwa

Loki ist im Tierheim. Da gehört sie aber absolut nicht hin. Das ist die feste Überzeugung von Mario Dömges. Er ist Hundetrainer, Sachverständiger und Verhaltensberater. Loki sei das beste Beispiel für einen Hund, der nichts für seine Verhaltesauffälligkeit kann. "Das Problem ist die Vorstellung des Menschen, den Hund als gleichberechtigten Partner zu sehen", erklärt der 43-jährige Weezer. Loki hatte ein Frauchen, die zwar einen agilen Hund wollte, der aber mit jedem Monat problematischer wurde. "Sie hat Stresssymptome gezeigt, nicht mehr auf den Halter gehört, neigte zu Aggressionen gegenüber ihren Artgenossen." Nun sitzt Loki im Gelderner Tierheim. Das soll aber nicht die Endstation sein. Dafür will Dömges mit seinem Verein Dog Souls sorgen.

Der Verein kümmert sich um verhaltensauffällige Hunde, geht in Tierheime und trainiert mit diesen Vierbeinern. Loki ist so einer seiner Fälle. Insgesamt kümmern sich sechs Trainer um "Hunde mit Macken". Ziel ist, dass sie wieder vermittelt werden können. In der Vergangenheit hat das schon gut funktioniert. Buffy, ebenfalls aus dem Gelderner Tierheim, hat ein neues Zuhause bei einem Bankerehepaar gefunden, die ihre Arbeitszeiten für den vierbeinigen Familienzuwachs umgestellt haben. "Etwas Ähnliches brauchen wir auch für Loki", überlegt Dömges laut. Es gab Interessenten. "Aber die fanden wir nicht geeignet", sagt Dömges. "Dann hätten wir das gleiche Problem wie vorher", überlegt er laut weiter. "Wenn wir kein geeignetes Zuhause finden, die Leute überfordert sind, kommt der Hund zurück ins Tierheim." Das Schicksal will er Loki und jedem anderem Hund ersparen. "Ich hänge ja an den Hunden, wenn ich mit denen gearbeitet habe", gibt er zu. Wenn er an die Selbstverständlichkeit denkt, wie Hunde im Tierheim landen, macht ihn das wütend. "Die Leute holen sich Hunde oft wie eine Jeans. Passt sie nicht, geht sie wieder zurück." Oft sind es nur kleine Macken, die Hundebesitzer veranlassen, ihren treuen Gefährten wieder loswerden zu wollen.

"Die Leute wollen keine Probleme", weiß Dömges. Um die Vermittlungschancen zu erhöhen, kümmert sich Dömges mit seinen Kollegen um Hunde im Tierheim, die anders sind, als Hundebesitzer das wünschen. Das Verhaltenstraining ist für die Tierheime in der Regel kostenlos. Finanziert wird das über die Hundeschule von Mario Dömges. Passive Mitglieder im Verein Dog Souls zahlen einen Beitrag und können am Training auf dem Kevelaerer Gelände des Vereins teilnehmen. Das Training macht Dömges mit seinem Team ehrenamtlich.

80 Mitglieder zählt der Verein aktuell. Vor einem Jahr hat die Arbeit begonnen. 45 Euro im Monat kostet die Mitgliedschaft. Innerhalb der Woche gibt es drei Trainingstage für Mensch und Hund. Klar seien sie teurer als ein normaler Hundesportverein, bei kommerziellen Anbietern bewegten sie sich aber im Mittelfeld, sagt Dömges. Das Geld wird gebraucht, um die Fahrten zu den Tierheimen zu finanzieren, die Miete für den Trainingsplatz zu bezahlen, aber auch um Tierarztkosten zu begleichen. "Eine Verhaltensauffälligkeit kann auch schmerzbedingt sein. Wenn ein Hund körperliche Probleme hat, bringt auch eine Verhaltenstherapie nichts", erklärt Dömges.

Noch ist er nicht am Ende seiner Träume. Schon lange ist da der Wunsch nach einem Hundekompetenzzentrum in Weeze. "Inklusive Tierheim und einem Ort, um Hunde therapieren zu können", sagt der Hundetrainer. Ausgeguckt hatte er sich einen Platz am Flughafen, den bekam er aber nicht.

Zurück zu Loki. Die hat schon Verhaltenstherapiestunden hinter sich. Von Auffälligkeiten kann nicht mehr gesprochen werden. "Sie ist eine richtig süße Maus geworden", sagt Dömges. Jetzt fehlt nur noch der passende Besitzer für die Mischlingshündin.

Quelle: RP
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