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Geldern
Verhaltener Auftakt für die Spargellinie

Geldern. Bedenkt man den Erfolg des Stadtbusses "de Geldersche", dann hätte man erwarten können, dass die Bürger der "Spargellinie" von Geldern über Veert nach Walbeck die Bus-Türen einrennen. Das aber haben sie nicht getan - das Pilot-Projekt der Stadt Geldern verzeichnet eher verhaltenen Erfolg. Insgesamt zählte man an den acht Sonntagen, an denen der Bus unterwegs war, 237 Fahrgäste: 120 fuhren von Geldern nach Walbeck, 117 von Walbeck nach Geldern. Das macht pro Sonntag nicht mal 30 Kunden.

Zwischen 1. Mai und 19. Juni war der Bus zwischen dem Gelderner Busbahnhof und Walbeck unterwegs und bediente dabei auch die Haltestelle am Waldfreibad. "Trotz intensiver Öffentlichkeits- und Marketingarbeit wurde die Spargellinie des Verkehrsbetriebs in ihrem Auftaktjahr leider nur von relativ wenigen Kunden genutzt", fasst Stadt-Sprecher Herbert van Stephoudt zusammen. Zu den Gründen dürfte das durchgehend eher schlechte Wetter an den Sonntagen zählen. Und es brauche eine gewisse Zeit, bis eine neue Möglichkeit der Mobilität "in den Köpfen der Menschen ankommt", so van Stephoudt.

Touristen, die aus Richtung Düsseldorf kamen, könnten auch von einer falschen Fahrplanauskunft des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) abgeschreckt worden sein. Ihnen wurde nämlich mitgeteilt, dass sie ihre Bahnreise in Meerbusch-Osterrath unterbrechen, einen Abschnitt per Bus überbrücken und dann per Zug weiter nach Geldern fahren müssten. Tatsächlich war das überhaupt nicht der Fall. "Nach Auskunft des VRR ein Softwarefehler in der Fahrplanauskunft, der sich jedoch über sechs Wochen hartnäckig im System behauptete", erklärt van Stephoudt.

Die Sache könnte die Spargellinie Passagiere gekostet haben. Denn man hatte sie extra eng an den Niersexpress getaktet, um Bahnfahrer bequem nach Walbeck zu bringen. Sie hätten nicht mal ein zusätzliches Ticket lösen müssen, weil sie im VRR-Tarif blieben.

Trotzdem würde man der Buslinie gerne noch eine zweite Chance geben. "Nach Auffassung der Verwaltung und des Verkehrsbetriebes ist es erwünscht, die Spargellinie im nächsten Jahr erneut anzubieten", so van Stephoudt. Gespräche mit Walbecker Unternehmen würden dazu noch geführt.

(szf)
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