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Issum
Verhasselt in Sevelen mit Fake News vom Niederrhein

Issum. Der gebürtige Straelener Stefan Verhasselt hat eine besondere Gabe: Er verbindet nostalgische Erinnerungen mit aktuellen Entwicklungen und fokussiert sich dabei mit typisch niederrheinischer Gelassenheit auf die absurden Einzelheiten. Da kann es schon mal in einem Moment um das Thema "Vernetzung gegen soziale Kontakte" gehen, und gleich darauf wird die langsam in Vergessenheit geratene Tradition des Verdauungsspaziergangs besprochen. Auch zeigt Verhasselt auf, dass sich das Dorfgeschehen und die weltweite Politikbühne gar nicht so sehr unterscheiden. "Denn hier am Niederrhein gab es schon immer Fake News, und die fangen eigentlich immer an mit den Worten: 'Hasse schon gehört?'"

Am Freitagabend hatte der Kulturkreis Issum den exzellenten Kabarettisten ins Bürgerhaus Sevelen eingeladen, das ausverkauft war. Es gab wieder regionale Weisheiten, wie etwa "Der Balsamico-Salat des Niederrheins ist das Rübenkraut" oder auch "Ich verstehe nicht, wie manche ein Wiener-Schnitzel beim Italiener haben wollen. Man bestellt sich ja auch keinen gratinierten Hüttenkäse mit mediterranem Reis beim gut bürgerlichen Traditionslokal".

Weitere Glanzlichter waren die cleveren Beobachtungen aus dem Alltag, die von Verhasselt mit spitzer Zunge kommentiert wurden. Ob da eine Veganerin sich an dem Lied "Fuchs, du hast die Gans gestohlen" störte oder die immer größere Verweichlichung von Kindern kritisiert wurde, "die von den Eltern mit dem Auto direkt vor die Tafel der Regenbogenschule gefahren werden": Immer wieder musste Verhasselt pausieren, weil die Besucher so viel applaudierten.

Sein Programm aktualisiert der Kabarettist stetig. So verriet er, "dass ich manche Sachen, wie etwa das mit den Fake News am Niederrhein, erst vor wenigen Wochen geschrieben habe. Denn es gibt Momente, da muss man einfach nur lachen, und da greife ich mir dann schnell einen Stift und ein Stück Papier, um mir das Ganze zu notieren. Denn wenn es der Zeitgeist erfordert, muss man natürlich aktuell bleiben." Und wenn man das dann noch mit der typisch niederrheinischen Gelassenheit kombiniert, erhält man dieses eindeutige und charmante Verhasselt-Gefühl.

(cnk)
 
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